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Das Auswärtige Amt in Berlin, die USA und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton forderten die Freilassung des Pastors Jussef Nadarkhani, der wegen Übertritt zum Christentum zum Tode verurteilt wurde.
Angesichts der drohenden Hinrichtung eines Pastors im Iran hat das Auswärtige Amt in Berlin am 29. September den Geschäftsträger der iranischen Botschaft einbestellt. Der Beauftragte für Nah- und Mittelost, Boris Ruge, habe bei dem Treffen noch einmal "mit Nachdruck" eine Aufhebung des Todesurteils gegen Jussef Nadarkhani (Bild) und dessen Freilassung gefordert, teilte das Ministerium mit. Der Iran sei völkerrechtlich verpflichtet, religiöse Minderheiten zu achten und die freie Religionsausübung zu respektieren.
Der 35-jährige Nadarkhani trat im Alter von 19 Jahren zum Christentum über und wurde später Pastor einer kleinen protestantischen Gemeinde in der nordiranischen Stadt Rasht. Im September 2010 hatte ihn ein Gericht wegen "Abfall vom islamischen Glauben" und "Verbreitung nicht-islamischer Lehren" zum Tod durch den Strang verurteilt. 2009 war er festgenommen worden, weil er gegen ein Gesetz protestiert hatte, das Schulkinder auch nicht-muslimischen Glaubens zum Koranunterricht zwingt. Seitdem sitzt der Pastor im Gefängnis der Geheimpolizei in der Stadt Lakan ein.
Dreimal forderte ein Gericht Jussef Nadarkhani auf, von seinem christlichen Glauben abzuschwören. Der Pastor hielt jedoch daran fest. Das Todesurteil gegen ihn wurde letztinstanzlich bestätigt. Ihm droht nun die Vollstreckung der Todesstrafe.

Das Ehepaar Nadarkhani mit ihren beiden Söhnen
Mehrere westliche Länder forderten den Iran bereits auf, den konvertierten Pastor freizulassen. Wie Deutschland bestellte auch Polen am 29. September den iranischen Botschafter in Warschau ein. Auch die USA und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton forderten die Freilassung des Pastors.
Der Erzbischof von Canterbury, das Oberhaupt der englischen Kirche, Rowan Williams, äußerte ebenfalls seine "tiefe Sorge" angesichts des Todesurteils und der Verfolgung der religiösen Minderheiten in Iran. Hinter den Kulissen versuchen Vertreter der Kirche zu verhandeln, um das Leben des iranischen Pastors zu retten.
nach Pressebeeichten
zur Erklärung des Auswärtigen Amtes
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