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26. Juli 2019

Folter im Iran: Politische Gefangene Opfer von Misshandlungen in der Psychiatrie

Die im Iran inhaftierte britische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe wurde zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen und dort sechs Tage lang ohne Kontakt zur Außenwelt angekettet und eingesperrt.

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Nazanin Zaghari-Ratcliffe mit ihrer Tochter Gabriella im August 2018, als sie nach einer dreitägigen Haftunterbrechung ins Gefängnis zurückkehren musste.

Die britische Stiftungsmitarbeiterin Nazanin Zaghari-Ratcliffe, die seit über drei Jahren zu Unrecht im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert ist, wurde am 15. Juli zwangsweise in die Psychiatrie eines Teheraner Krankenhauses verlegt und dort sechs Tage lang eingesperrt.

In dem Krankenhaus stand die 40-jährige Gefangene unter strenger Bewachung von Revolutionsgardisten, die keinerlei persönliche oder telefonische Kontakte zu ihrer Familie zuließen. Ihren in Teheran lebenden Eltern wurde kein Besuch bei ihrer Tochter gewährt, und die besorgte Familie wurde nicht darüber informiert, warum und wie lange Nazanin Zaghari-Ratcliffe in der Psychiatrie bleiben müsse.

Nachdem sie am 20. Juli wieder in das Gefängnis zurückgebracht worden war, durfte Nazanin Zaghari-Ratcliffe mit ihrem in London lebenden Ehemann telefonieren. Sie berichtete ihm, dass sie in der Psychiatrie allein in einem kleinen Raum, dessen Fenster verdunkelt waren und dessen Tür nie offenstand, festgehalten wurde. Sie sei die ganze Zeit mit Handschellen und Fußfesseln gefesselt und an das Bett angekettet gewesen. So sei sie sechs Tage lang in dem Raum eingesperrt gewesen und in Unklarheit über ihr weiteres Schicksal gelassen worden.

Nazanin Zaghari-Ratcliffe bezeichnete das, was sie in dem Krankenhaus durchgemacht habe, als „Folter“. Sie sei „durch die Hölle gegangen“ und erst aus der Psychiatrie herausgebracht worden, als sie damit drohte, sich etwas anzutun. Ihr seelischer und körperlicher Gesundheitszustand habe sich durch die traumatische Erfahrung der Misshandlungen in der Psychiatrie weiter verschlechtert.

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Menschenrechtler vermuten, dass die Misshandlungen Nazanin Zaghari-Ratcliffes in der Psychiatrie eine Strafmaßnahme des Teheraner Regimes gegen die Gefangene war, die im Juni mit einem zweiwöchigen Hungerstreik gegen ihre unrechtmäßige Haft protestiert hatte.

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Ihr Ehemann Richard Ratcliffe (Bild) hatte sich dem Hungerstreik angeschlossen und mit einer zweiwöchigen Mahnwache vor der iranischen Botschaft in London die Freilassung seiner Frau gefordert. Die Protestaktion fand international ein beachtliches Presseecho, wodurch der Fall Nazanin Zaghari-Ratcliffe erneut öffentliche Aufmerksamkeit erhielt. Menschen auf der ganzen Welt solidarisierten sich mit dem Protest.

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