Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles-500
02. August 2019

Repression im Iran: Mutter von politischem Gefangenen verhaftet

Farangis Mazloumi hat sich immer wieder mit Mahnwachen und im Internet für die Freilassung ihres Sohnes, der bereits seit 2013 in Haft ist, eingesetzt. Wegen ihres Einsatzes für die Menschenrechte von politischen Gefangenen wurde sie ebenfalls festgenommen.

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen nehmen im Iran die Repressalien gegen Familienangehörige von politischen Gefangenen zu.

Farangis-Mazloumi-300

Am 22. Juli wurde Farangis Mazloumi (Bild), die Mutter des politischen Gefangenen Soheil Arabi, in Teheran verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Zuvor hatten acht Regime-Gardisten die Wohnung ihrer Schwester, wo Farangis Mazloumi sich aufhielt, durchsucht und persönliche Gegenstände der beiden Frauen beschlagnahmt.

Farangis Mazloumi hat sich immer wieder mit Mahnwachen und im Internet für die Freilassung ihres Sohnes, der bereits seit 2013 in Haft ist, eingesetzt. Nach Besuchen bei ihrem Sohn hat sie öffentlich über die Misshandlungen berichtet, denen dieser im Gefängnis ausgesetzt ist.

Da Farangis Mazloumi nicht bereit war, die Menschenrechtsverletzungen gegen ihren Sohn und andere politische Gefangene zu verschweigen, war sie bereits vor ihrer Verhaftung zahlreichen Repressalien vonseiten der Regime-Behörden ausgesetzt. So wurde ihr nach langen Bemühungen und Wartezeiten mehrfach die Erlaubnis, ihren Sohn zu besuchen, entzogen.

Arabi-200

Soheil Arabi mit seiner Tochter Rojana vor seiner Inhaftierung

Der 34-jährige Fotograf und Internet-Journalist Soheil Arabi, der verheiratet ist und eine Tochter hat, wird zurzeit im Fashafouyeh-Gefängnis südlich von Teheran festgehalten. Er wurde im Jahre 2017 mit dem Preis für Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) ausgezeichnet.

Die Organisation ROG, die sich weltweit für Informationsfreiheit einsetzt, hat mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass Soheil Arabi im Gefängnis die dringend benötigte medizinische Hilfe verweigert wird.

Soheil Arabi wurde im Herbst 2013 verhaftet, weil er sich in Facebook-Posts kritisch über das iranische Regime und Regimeführer geäußert hatte. Im Jahre 2015 wurde er wegen angeblicher „Beleidigung islamischer Heiligkeiten“ zum Tode verurteilt. In einem Berufungsverfahren wurde das Urteil dann auf siebeneinhalb Jahre Haft reduziert. Im Juli 2018 wurde Soheil Arabi wegen angeblicher „Propaganda gegen das Regime“ in Briefen, die er im Gefängnis geschrieben hatte, zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt.

Soheil Arabi hat mehrfach mit Hungerstreiks gegen seine unrechtmäßige Haft und dagegen, dass seine Familie von der Revolutionsgarde immer wieder bedroht und schikaniert wird, protestiert.

mehr Informationen



06. Juli 2020

UN-Menschenrechtsexperten verurteilen heimliche Hinrichtung eines politischen Gefangenen im Iran

Der Gefangene Hedayat Abdollahpour wurde heimlich in eine Militärbasis verschleppt und dort von einem Erschießungskommando hingerichtet. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind weitere politische Häftlinge in akuter Hinrichtungsgefahr.

03. Juli 2020

Menschenrechtsgruppen berichten über Folter und erzwungene "Geständnisse" im Iran

Ein neuer Menschenrechtsbericht belegt, dass das iranische Staatsfernsehen in den letzten zehn Jahren mindestens 355 durch Folter erzwungene "Geständnisse" ausgestrahlt hat, um die Bevölkerung einzuschüchtern und regimekritische Stimmen zu unterdrücken.

01. Juli 2020

Drohende Hinrichtungen: Todesurteile wegen Mitwirkung an Bürgerprotesten im Iran

Menschenrechtsgruppen setzen sich dafür ein, dass alle von der Regime-Justiz im Iran gegen Demonstranten gefällten Todesurteile aufgehoben werden. Alle Gefangenen, die allein wegen ihrer Teilnahme an Bürgerprotesten festgehalten werden, müssen unverzüglich freigelassen werden.


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken