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14. August 2019

Proteste im Iran: Lehrer fordern die Freilassung inhaftierter Kollegen

In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche regimekritische Lehrerinnen und Lehrer im Iran verhaftet, wegen angeblicher "Gefährdung der Staatssicherheit" angeklagt und zu Haftstrafen verurteilt.

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Am 4. und 5. August haben Lehrerinnen und Lehrer in mehreren iranischen Städten erneut für soziale Gerechtigkeit und das Ende der Unterdrückung und Meinungskontrolle in iranischen Bildungseinrichtungen zu protestiert. Die landesweit organisierten Lehrer-Proteste fanden in Teheran und in Provinzhauptstädten, darunter Ahvaz, Isfahan, Kermanshah und Tabriz, vor den jeweiligen Bildungsministerien statt.

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Die Kundgebungsteilnehmer forderten die Freilassung inhaftierter Kollegen und anderer Gefangener, die allein wegen ihrer menschenrechtlichen oder gewerkschaftlichen Arbeit in Haft sind. In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche regimekritische Lehrerinnen und Lehrer im Iran verhaftet, wegen angeblicher „Gefährdung der Staatssicherheit“ angeklagt und zu Haftstrafen verurteilt. Allein im Mai 2019 wurden nach Angaben der iranischen Lehrerverbände bei landesweiten Protestkundgebungen Dutzende Lehrerinnen und Lehrer festgenommen.

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Mit Spruchbändern und Plakaten forderten die Demonstranten angemessene Gehälter und Krankenversicherungen für alle Lehrer. Die Gehälter der Lehrer im Iran liegen unter der Armutsgrenze.

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Die protestierenden Lehrer warfen dem Teheraner Regime Machtmissbrauch, Inkompetenz und Korruption vor und protestierten dagegen, dass die Förderung der Schulausbildung im Iran seit Jahren vernachlässigt wird.

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Zu den Lehrerinnen und Lehrern, die im Iran wegen ihres menschenrechtlichen und gewerkschaftlichen Engagements zu Haftstrafen verurteilt wurden, gehören:

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Der Mathematiklehrer Ismail Abdi vom Vorstand der iranischen Lehrer-Gewerkschaft wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Seit November 2016 ist Ismail Abdi im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Dort ist er Repressalien ausgesetzt. Kontakte zur Außenwelt und Besuche seiner Frau und seiner drei Kinder werden immer wieder verboten.

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Der Lehrer Rouhollah Mardani ist seit Februar 2018 im Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Anfang Juli 2018 wurde der Lehrer zu sechs Jahren Gefängnisstrafe verurteilt, weil er an friedlichen Bürgerprotesten gegen das Regime teilgenommen hatte. Ruhollah Mardani, der als Lehrer und pädagogischer Berater an verschiedenen Gymnasien tätig war, hat mit Hungerstreiks gegen seine unrechtmäßige Gefangenschaft protestiert.

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Die Lehrerin Aliyeh Eghdam Doost wurde Mitte September 2018 in Teheran zusammen mit fünf weiteren regimekritischen Lehrern zu jeweils neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Darüber hinaus wurden die Lehrerin und die Lehrer zu jeweils 74 Peitschenhieben verurteilt. Auspeitschungen sind grausame, unmenschliche und entwürdigende Strafen, die nach dem Völkerrecht verboten sind. Das Teheraner Regime beharrt weiter auf der Anwendung solcher Strafen und verletzt damit das absolute internationale Verbot der Folter und anderer Misshandlungen.

Der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale (Education International), dem Bildungsgewerkschaften aus der ganzen Welt angehören, hat bereits am 4. Dezember 2018 die Freilassung aller Lehrerinnen und Lehrer gefordert, die im Iran wegen ihrer Mitwirkung an friedlichen Protesten inhaftiert sind. Die Bildungsinternationale hat zum weltweiten Einsatz für die Lehrkräfte im Iran aufgerufen, die Opfer von Repressalien und Verfolgungsmaßnahmen werden.

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