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26. November 2019

Regime-Gewalt gegen Bürgerproteste im Iran: Neue Informationen über Todesopfer

Menschenrechtsgruppen sprechen inzwischen von 300 toten Demonstranten, darunter mindestens 10 Frauen und mehrere Kinder. Die Anzahl der Verletzten wird auf mehrere tausend geschätzt. Viele von ihnen befinden sich in Lebensgefahr.

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Bilder von Demonstranten, die seit dem 15. November im Iran von Regime-Truppen getötet wurden.

Obwohl das Internet im Iran immer noch größtenteils gesperrt ist, gelangen zahlreiche Berichte von Augenzeugen, Familienangehörigen von Opfern und iranischen Menschenrechtsaktivisten über die brutale Unterdrückung der Bürgerproteste nach außen. Menschenrechtsgruppen sprechen inzwischen von 300 Toten, darunter mindestens 10 Frauen und mehrere Kinder. Die Anzahl der Verletzten wird auf mehrere tausend geschätzt. Viele von ihnen befinden sich in Lebensgefahr. Im ganzen Iran dauern Massenverhaftungen an.

Augenzeugen-Video: Regime-Gardisten gehen in Shiraz (Südiran) gegen Demonstranten vor.

Augenzeugen-Video: Hetzjagd von Regime-Truppen auf Demonstranten. Im Hintergrund ein angeschossener Demonstrant.

Iranische Menschenrechtler haben glaubhafte Informationen über Demonstranten ins Netz gestellt, die seit dem 15. November von Regime-Truppen erschossen oder erschlagen wurden. Familienangehörige haben Fotos der Opfer oder Todesanzeigen zur Verfügung gestellt.

Die Zusammenstellung der Bilder und Informationen über Todesopfer finden Sie hier.

Die Berichte aus dem Iran belegen, dass Regime-Truppen seit Beginn der landesweiten Bürgerproteste mit äußerst brutaler Gewalt gegen friedliche Demonstranten vorgehen. In vielen Städten haben Gardisten und Milizen mit scharfer Munition gezielt auf Protestierende geschossen. Auch von Hubschraubern aus wurde in die Menschenmenge geschossen. Augenzeugen berichten, dass fliehende Demonstranten von Gardisten, die auf Hochhäusern in Stellung gegangen waren, in den Rücken geschossen wurden. Andere Demonstranten wurde durch Kopfschüsse regelrecht hingerichtet.

Pedram Jafari 400

Der 18-jährige Pedram Jafari wurde in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) während einer Demonstration erschossen. Rechts im Bild seine Beisetzung.

Videos zeigen deutlich, dass bewaffnete Gardisten auf den Straßen Hetzjagden auf Demonstranten durchgeführt und viele wehrlose Menschen auf brutalste Weise zusammengeschlagen haben.

Augenzeugen berichten, dass Gardisten Leichen und Verletzte von Straßen und aus Krankenhäusern weggeschafft haben. Sie weigerten sich in vielen Fällen, die Leichen der Opfer an ihre Familien zu übergeben, oder sie zwangen die Familien, ihre Angehörigen in aller Eile und ohne eine unabhängig durchgeführte Autopsie zur Ermittlung der Todesursache zu begraben. Viele Familien sind weiter ohne Nachricht über das Schicksal von Angehörigen, die an den Demonstrationen teilgenommen haben und seither als vermisst gelten.

Menschenrechtler haben erneut an die internationale Staaten-Gemeinschaft appelliert, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, damit die Regime-Gewalt gegen friedliche Demonstranten im Iran ein Ende hat. Sie fordern, dass der UN-Sicherheitsrat sich mit der brutalen Niederschlagung der Bürgerproteste im Iran befasst und das Regime dafür zur Rechenschaft zieht.

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