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06. Januar 2020

Iran: Repressalien gegen Familienangehörige von getöteten Demonstranten

Zivilcourage gegen Unterdrückung: Nach dem November-Massaker an 1500 Demonstranten im Iran fordern die Familien der Todesopfer Aufklärung und Gerechtigkeit. Das Teheraner Regime reagiert mit neuer Gewalt und verbietet sogar Trauerfeiern.

Im Iran werden Familienangehörige von Demonstranten, die während der Bürgerproteste im November 2019 von Regime-Truppen getötet wurden, zunehmend Opfer von Repressalien und Vergeltungsmaßnahmen des Regimes.

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Ende Dezember gedachten viele Menschen im Iran der Demonstranten, die im November erschossen wurden.

Anlässlich des 40. Todestages vieler getöteter Demonstranten haben Familienangehörige Ende Dezember in verschiedenen iranischen Städten zu öffentlichen Trauerfeiern aufgerufen. Das Regime hat die öffentlichen Versammlungen jedoch verboten und schon im Vorfeld ein Klima der Angst erzeugt, um die Menschen von den Trauerzeremonien abzuhalten.

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Teheran am 23.12.2019: Bürgerinnen und Bürger protestieren gegen die Repression und gedenken der im November getöteten Demonstranten.

Regime-Truppen waren Ende Dezember massiv in den Städten präsent. In einigen Städten wie Karaj und Shiraz wurden Hubschrauber zur Überwachung eingesetzt. In anderen Städten, wie Urmia, bezogen Scharfschützen auf Dächern Stellung.

Friedhöfe wurden von Gardisten gestürmt, die mit Drohungen und Schlagstockeinsatz gegen die Besucher der Gedenkfeiern vorgingen. Versammlungen von Trauernden wurden aufgelöst, zahlreiche Familienangehörige getöteter Demonstranten wurden verhaftet.

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Zu den Festgenommenen gehören Nahid Shirpisheh und Manouchehr Bakhtiari (Bild). Ihr Sohn, der 27-jährige Ingenieur Pouya Bakhtiari (rechts im Bild), wurde am 16. November in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) erschossen, als er zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester an einer friedlichen Protestkundgebung teilnahm. Pouya Bakhtiaris Eltern gehörten zu den ersten Angehörigen, die im Internet über den Tod ihres Sohnes berichteten und auch ausländische Medien über die Unterdrückung im Iran informierten.

Im Dezember hatten die Eltern angekündigt, zum 40. Todestag ihres Sohnes auf dem Friedhof von Karaj eine Trauerfeier zu veranstalten. Das Regime ließ sie und weitere Familienangehörige am 23. Dezember verhaften, um die Trauerfeier zu verhindern. Zahlreiche Menschen im Iran haben in den sozialen Netzwerken mit Solidaritätskundgebungen gegen die Repressalien protestiert, denen diese und andere Familien ausgesetzt sind.

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Iran: Familienangehörige von getöteten Demonstranten fordern Aufklärung und Gerechtigkeit.

Das Teheraner Regime übt seit Mitte November im ganzen Iran brutalste Repression aus, um weitere Bürgerproteste zu verhindern. Während der November-Proteste haben Regime-Truppen in vielen iranischen Städten Ansammlungen friedlicher Demonstranten mit scharfer Munition unter Beschuss genommen. Menschenrechtsgruppen berichten von mehr als 1500 getöteten Demonstranten, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Die Anzahl der Verletzten wird auf mehrere Tausend geschätzt. Im ganzen Iran dauern Massenverhaftungen an. Die Repression erfolgt auf ausdrückliche Anordnung der gesamten Regime-Führung.

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Mütter von getöteten Demonstranten fordern, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Zahlreiche Menschen im Iran haben immer noch keinerlei Informationen über den Verbleib von Familienangehörigen, die im November während der Bürgerproteste spurlos verschwanden. Inhaftierte Demonstranten dürfen häufig gar keinen Kontakt zu ihren Familien aufnehmen und werden unter Bedingungen festgehalten, die dem Verschwindenlassen gleichkommen, was ein Verbrechen unter dem Völkerrecht darstellt.

Familienangehörige der Betroffenen berichten, dass sie immer wieder auf Polizeistationen, bei der Staatsanwaltschaft, den Revolutionsgerichten, in Gefängnissen und anderen Hafteinrichtungen nach ihren verschwundenen Verwandten fragen, aber keine Informationen erhalten.

Nach dem November-Massaker melden sich immer mehr Menschen im Iran zu Wort, deren Familienangehörige bei friedlichen Bürgerprotesten von Regime-Truppen getötet oder verletzt wurden. Sie fordern Aufklärung und Gerechtigkeit sowie die sofortige Freilassung aller Personen, die nur deshalb in Haft sind, weil sie an den Protesten teilgenommen haben.

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Studenten der Technischen Noshirvani-Universität in der nordiranischen Stadt Babol gedachten Ende Dezember mit einer Trauerfeier der Todesopfer der November-Proteste.

mehr Informationen zur Unterdrückung der Bürgerproteste im Iran



21. Januar 2020

Weltverfolgungsindex 2020: Das Teheraner Regime gehört weiter zu den schlimmsten Christenverfolgern der Welt

Christliches Hilfswerk Open Doors zur Lage im Iran: "Die Zahl der verhafteten Christen ist im Gegensatz zum Vorjahr deutlich gestiegen…. Viele Christen werden bei Verhören geschlagen, (sexuell) belästigt oder sehr stark unter Druck gesetzt - beispielsweise durch Einzelhaft, Schlafentzug, Verhöre über lange Zeiträume hinweg, Androhung von Gewalt gegen Familienmitglieder (unter anderem Vergewaltigung) oder Morddrohungen gegen sie selbst oder gegen ihre Familie."

18. Januar 2020

Amnesty International verurteilt gewaltsame Unterdrückung von Protesten im Iran

Amnesty International: Sicherheitskräfte haben mit Luftgewehren auf friedliche Demonstrierende geschossen, was zu Blutungen und schmerzhaften Verletzungen führte. Sie setzten außerdem Gummigeschosse, Tränengas und Pfefferspray ein, um die Demonstrierenden zu zerstreuen. Diese wurden auch geschlagen und getreten, mit Schlagstöcken verprügelt und willkürlich festgenommen.

14. Januar 2020

Iran: Erneut demonstrieren tausende Menschen gegen die Diktatur

Zivilcourage gegen Unterdrückung: In mehreren iranischen Städten fordern Bürger das Ende der Diktatur. Das Regime reagiert erneut mit Gewalt gegen die friedlichen Bürgerproteste.


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