Suchen
Irak: Drei iranische Asylsuchende starben infolge einer vierjährigen medizinischen Versorgungsblockade. Zwei der Exiliraner waren bei Angriffen irakischer Militärs im Jahre 2009 schwer verletzt worden.

In Ashraf und Camp Liberty sind drei weitere Tote zu beklagen: Mohammad Ali Tatayee, Batoul Rajaii und Hamdollah Rahmani (im Bild v.l.n.r.).
Berichten aus dem Irak zufolge sind in den vergangenen Tagen drei weitere iranische Asylsuchende aus Ashraf und Camp Liberty verstorben. Sie sind Opfer der jahrelangen Blockademaßnahmen, Repressalien und gewaltsamen Übergriffe irakischer Truppen.
Die 59jährige Agraringenieurin Batoul Rajaii starb Mitte Juni an den Folgen einer Krebserkrankung. Nach der erzwungenen Umsiedlung von Ashraf nach Camp Liberty bei Bagdad verschlimmerte sich der Zustand von Batoul Rajaii. In der Siedlung Ashraf, die seit vier Jahren von irakischen Truppen abgeriegelt wird, war eine ausreichende Behandlung nicht möglich. Durch die Blockademaßnahmen verhinderten die irakischen Behörden, dass die Krebspatientin rechtzeitig in angemessenen Krankenhäusern behandelt wurde.
Der 55jährige Hamdollah Rahmani starb am 23. Juni während einer Herz-Operation in einem Bagdader Krankenhaus. Er war fünf Jahre lang politischer Gefangner im Iran und wurde mehrfach gefoltert, bevor er in Ashraf Zuflucht suchte.
Hamdollah Rahmani wurde im Juli 2009 bei einem Angriff irakischer Truppen auf die unbewaffneten Flüchtlinge in Ashraf schwer verletzt. Bei dem auf Verlangen des Teheraner Regimes durchgeführten Angriff starben 11 iranische Flüchtlinge und mehrere hundert wurden verwundet. Hamdollah Rahmani erlitt damals Schussverletzungen im Unterleib und im linken Arm. Er wurde in einem amerikanischen Militärkrankenhaus im Irak mehrmals operiert. Durch einen Herzanfall geschwächt, erholte er sich nie mehr von den Verletzungen. Eine ausreichende Nachbehandlung wurde durch die militärische Abriegelung von Ashraf unmöglich gemacht.
Am 26. Juni starb der 58jährige Mohammad Ali Tatayee nach einer Operation im Krankenhaus der Stadt Baquba nördlich von Bagdad. Auch Mohammad Ali Tatayee war bei dem Angriff irakischer Truppen auf die Flüchtlinge in Ashraf im Juli 2009 verletzt worden.
Er gehörte zu den 26 Exiliranern, die nach dem Angriff von irakischen Truppen als Geiseln verschleppt und zweieinhalb Monate lang illegal in verschiedenen irakischen Gefängnissen festgehalten und gefoltert wurden. Nach mehreren gerichtlichen Aufforderungen zur Freilassung der Exiliraner und nach einer internationalen Kampagne unter Mitwirkung von Amnesty International wurden die Geiseln am 7. Oktober 2009 nach Ashraf zurückgebracht.

Bilder: Mohammad Ali Tatayee und 25 andere Exiliraner wurden 2009 zweieinhalb Monate lang von irakischen Truppen als Geiseln festgehalten und gefoltert.
Durch die militärische Blockade, der die Bewohner von Ashraf unterworfen sind, haben die Exiliraner seit vier Jahren keinen Zugang zu rechtzeitiger und angemessener medizinischer Behandlung. Daher leiden viele der bei den Angriffen irakischer Truppen Verletzten an Folgeerkrankungen, die nicht ausreichend behandelt wurden.
Mohammad Ali Tatayee, Batoul Rajaii und Hamdollah Rahmani sind weitere Opfer der medizinischen Versorgungsblockade und der Repressalien, die im Irak auf Verlangen des Teheraner Regimes gegen die iranischen Oppositionellen ausgeübt werden.
Seit 2009 haben die iranischen Flüchtlinge immer wieder vergeblich an die UNO appelliert, die Ausreise von Mohammad Ali Tatayee und anderen schwer verletzten Bewohnern von Ashraf zur medizinischen Behandlung in europäische Krankenhäuser zu ermöglichen.
Dokumentarvideo vom Raketenangriff am 29.04.2013: Die Asylsuchenden in Camp Liberty sind Terroranschlägen schutzlos ausgeliefert.
Zunehmende Hinrichtungen zur Einschüchterung der Bevölkerung im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen
Deutscher Bundestag: SPD-Fraktion fordert die Bundesregierung auf, Menschenrechtsverletzungen im Iran bilateral und auf internationaler Ebene zu thematisieren und sich "konsequent für die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses" einzusetzen.