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Körperliche und seelische Folter: Vorsätzliche Behinderung der Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln

Berichten aus Camp Liberty bei Bagdad zufolge sind die ca. 2000 iranischen Asylsuchenden, die aus der Siedlung Ashraf dorthin umgesiedelt wurden, zunehmend Repressalien und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Auf Verlangen des Teheraner Regimes versuchen die irakischen Truppen, die das Lager kontrollieren, die Zustände dort unerträglich zu machen, um die iranischen Oppositionellen zu zermürben.
Seit Anfang Juni wurden mehrere Lieferungen von Lebensmitteln und Versorgungsgütern, die von den Exiliranern selbst bezahlt wurden, unter verschiedenen Vorwänden nicht in das Lager gelassen. Dazu gehörten Lieferungen von Fleisch, Obst und Gemüse.
Die irakische Lagerleitung verhindert weiter, dass die dort lebenden Exiliraner Sonnenschutz installieren, um sich vor der Hitze zu schützen. In Camp Liberty gibt es keine schattenspendenden Bäume. Die Klimatisierung der Wohnbaracken der Flüchtlinge fällt immer wieder aus, da die Stromversorgung völlig unzureichend ist. Dennoch wurden mehrere Versuche der Bewohner, in Eigeninitiative für die Aufstellung von Sonnenschutz zu sorgen, von den irakischen Truppen verhindert. Die im Beisein von UN-Vertretern gemachten Zusagen, dass die Aufstellung von Sonnenschutz genehmigt ist, wurden mehrfach gebrochen.

Unterdessen verschlimmert sich der Wassermangel weiter. Die irakischen Behörden weigern sich nach wie vor, Camp Liberty an das Wasserleitungsnetz anzuschließen. Das Wasser muss mit Tankwagen herangeschafft werden. Auch hier behindern die irakischen Truppen unter Vorwänden Lieferungen, so dass die Wasserversorgung in den letzten 130 Tagen mehrfach unterbrochen wurde.
Die zuständigen Vertreter der UNO im Irak, die über das Vorgehen der irakischen Lagerleitung vollständig informiert sind, konnten die Verletzungen der Rechte der iranischen Asylsuchenden nicht verhindern.
Während der Tagung des UN-Menschenrechtsrates im Juni in Genf haben Menschenrechtsorganisationen dagegen protestiert, dass die Versorgung mit Wasser und Strom in Camp Liberty völlig unzureichend ist und dadurch auch die Klimaanlagen nicht funktionieren. Sie bezeichneten es als körperliche und seelische Folter, wenn Asylsuchende in der irakischen Sommerhitze in Wohnbaracken ohne ausreichende Kühlung leben müssen, ihnen die notwendige Wasserversorgung vorenthalten wird und durch unzureichende Abwasserentsorgung unhygienische Zustände geschaffen werden.
Die französischen Menschenrechtsorganisationen ACME und France Libertés - Fondation Danielle Mitterrand, die sich für das weltweite Recht auf ausreichende Wasserversorgung einsetzen, haben anlässlich einer Solidaritätsveranstaltung mit den Menschen in Ashraf und Camp Liberty die internationale Gemeinschaft zu dringenden Maßnahmen aufgerufen, um die Versorgung der iranischen Flüchtlinge in Irak zu gewährleisten.
Dokumentarvideo vom Raketenangriff am 29.04.2013: Die Asylsuchenden in Camp Liberty sind Terroranschlägen schutzlos ausgeliefert.
Zunehmende Hinrichtungen zur Einschüchterung der Bevölkerung im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen
Deutscher Bundestag: SPD-Fraktion fordert die Bundesregierung auf, Menschenrechtsverletzungen im Iran bilateral und auf internationaler Ebene zu thematisieren und sich "konsequent für die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses" einzusetzen.