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15. Juli 2020

Iran: Weitere Menschenrechtsverteidiger zu Haftstrafen verurteilt

In Teheran wurden mehrere Menschenrechtsaktivisten zu Haftstrafen verurteilt. Die Weltgemeinschaft muss sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass alle, die allein wegen ihrer Menschenrechtsarbeit inhaftiert wurden, umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

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Die Menschenrechtsaktivistin Farangis Mazloumi (Bild) wurde im Juli von einem Regime-Gericht in Teheran zu sechs Jahren Haft verurteilt. Die Unrechtsjustiz im Iran wirft ihr Propaganda gegen das Regime und Kontakte zu Oppositionsgruppen vor.

Farangis Mazloumi ist die Mutter des Fotografen und Internet-Journalisten Soheil Arabi, der wegen seiner Regimekritik im Fashafouyeh-Gefängnis am Stadtrand Teherans in Haft ist. Farangis Mazloumi hat sich immer wieder mit Mahnwachen und im Internet für die Freilassung ihres Sohnes, der bereits seit 2013 in Haft ist, eingesetzt. Nach Besuchen bei ihrem Sohn hat sie öffentlich über die Misshandlungen berichtet, denen dieser im Gefängnis ausgesetzt ist.

Da Farangis Mazloumi nicht bereit war, die Menschenrechtsverletzungen gegen ihren Sohn und andere politische Gefangene zu verschweigen, war sie zahlreichen Repressalien vonseiten der Regime-Behörden ausgesetzt. So wurde ihr nach langen Bemühungen und Wartezeiten mehrfach die Erlaubnis, ihren Sohn zu besuchen, entzogen.

Schließlich wurde Farangis Mazloumi wegen ihrer Menschenrechtsarbeit am 22. Juli 2019 in Teheran verhaftet. Sie wurde bis zum 8. Oktober 2019 im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten und dann gegen Zahlung einer Kaution vorläufig freigelassen. Nach einem unfairen Gerichtsprozess folgte im Juli 2020 dann die Verurteilung zu sechs Jahren Haft.

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Soheil Arabi mit seiner Tochter Rojana vor seiner Inhaftierung

Farangis Mazloumis Sohn, der 35-jährige Soheil Arabi, der verheiratet ist und eine Tochter hat, wurde im Jahre 2017 mit dem Preis für Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen ausgezeichnet. Soheil Arabi wurde im Herbst 2013 verhaftet, weil er sich in Facebook-Posts kritisch über das iranische Regime und Regimeführer geäußert hatte. Im Jahre 2015 wurde er wegen angeblicher „Beleidigung islamischer Heiligkeiten“ zum Tode verurteilt. In einem Berufungsverfahren wurde das Urteil dann auf siebeneinhalb Jahre Haft reduziert. Im Juli 2018 wurde Soheil Arabi wegen angeblicher „Propaganda gegen das Regime“ in Briefen, die er im Gefängnis geschrieben hatte, zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt.

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Zu den Menschenrechtsverteidigern, die im Juli 2020 in Teheran zu Haftstrafen verurteilt wurden, gehören auch der Arzt Hani Yazerloo und sein Sohn Houd (Bild). Sie wurden beide wegen angeblicher „Propaganda gegen das Regime“ zu einem Jahr Haft verurteilt. Dr. Yazerloo und sein Sohn wurden am 7. Juli 2019 verhaftet und mehrere Wochen lang im Trakt 209 des Teheraner Evin-Gefängnisses festgehalten, der dem Regime-Geheimdienst untersteht. Sie wurden dann gegen Zahlung einer Kaution vorläufig freigelassen.

Wegen ihrer Regimekritik und ihres Einsatzes für Menschenrechte waren Dr. Hani Yazerloo und sein Sohn in den vergangenen Jahren mehrfach in Haft. Houd Yazerloo war von 2008 bis 2011 nach konstruierten Anklagen wegen „Gefährdung der Staatssicherheit“ im berüchtigten Rajai-Shahr-Gefägnis in Karaj in Haft.

Im Iran zahlen Menschenrechtsverteidiger einen hohen Preis für ihren Mut. Sie werden vom Regime mit aller Härte verfolgt. Menschenrechtsverteidiger dokumentieren Verletzungen der Grundrechte im Land und berichten darüber. Sie stehen in Kontakt mit internationalen Menschenrechtsorganisationen und Medien, um über die Lage im Iran aufzuklären und wirksame Hilfe zu erreichen. Die Weltgemeinschaft muss sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass alle, die allein wegen ihrer Menschenrechtsarbeit inhaftiert wurden, umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

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