Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles-500
15. Juni 2021

Iran: Demonstranten im Gefängnis Folter und Misshandlungen ausgesetzt

Amnesty International fordert die Freilassung der Brüder Vahid und Habib Afkari, die im Gefängnis der südiranischen Stadt Shiraz festgehalten werden, ohne Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung, frischer Luft, Telefonanrufen oder Besuchen von Angehörigen zu haben.

Habib-Vahid-Afkari-300

Amnesty International macht mit einer Urgent Action darauf aufmerksam, dass die Brüder Habib Afkari und Vahid Afkari (Bild links) im Adelabad-Gefängnis der südiranischen Stadt Shiraz Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt sind.

Dabei handelt es sich um die Brüder des iranischen Sportlers Navid Afkari, der im September 2020 hingerichtet wurde. Der 27-jährige Ringer war zum Tode verurteilt worden, weil er an Demonstrationen gegen die Diktatur im Iran mitgewirkt hatte. Seine Hinrichtung hat weltweit Abscheu und Proteste hervorgerufen.

120920-Berlin-400-2

Berlin im September 2020: Exiliraner protestieren gegen die Hinrichtung von Navid Afkari.

Genau wie Navid Afkari wurden auch seine Brüder Vahid und Habib im Jahre 2018 wegen ihrer Teilnahme an Bürgerprotesten festgenommen. Danach wurden sie über Monate wiederholt gefoltert. Schließlich wurde Vahid Afkari nach mehreren unrechtmäßigen Willkürprozessen zu 33 Jahren und neun Monaten Haft sowie 74 Stockhieben und Habib Afkari zu 15 Jahren und acht Monaten Haft sowie 74 Stockschlägen verurteilt.

Seit September 2020 werden die Brüder in fensterlosen Zellen in Einzelhaft gehalten, ohne Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung, frischer Luft, Telefonanrufen oder Besuchen von Angehörigen zu haben.

Amnesty International fordert u.a., dass Vahid und Habib Afkari freigelassen werden, da sie willkürlich inhaftiert sind. Ihre unfairen Schuldsprüche und Strafen müssen aufgehoben und alle gegen sie im Zusammenhang mit ihrer friedlichen Teilnahme an Protesten erhobenen Anklagen müssen fallengelassen werden. Bis zu ihrer Freilassung müssen sie unter Bedingungen festgehalten werden, die internationalen Standards für die Behandlung von Gefangenen entsprechen. Dazu gehört auch der Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung und zu ihren Familien.

Zur Lage der beiden Gefangenen schreibt Amnesty u.a.:

„Die Brüder Vahid Afkari und Habib Afkari wurden 2018 nach ihrer Teilnahme an Protesten in Shiraz festgenommen und zu langen Haftstrafen verurteilt. Ihnen und ihren Rechtsbeiständen zufolge handelte es sich dabei um friedliche Proteste. Wie sie berichten, wurden sie am 5. September 2020 im Adelabad-Gefängnis in Shiraz brutal geschlagen und anschließend in Einzelhaft überstellt. Offensichtlich handelte es sich dabei um Vergeltungsmaßnahmen, weil sie sich nach dem Verbleib ihres Bruders Navid Afkari erkundigt hatten. Dieser war am 3. September aus der Todeszelle an einen unbekannten Ort gebracht worden. Er wurde am 12. September 2020 im Geheimen hingerichtet. Seither befinden sich die Brüder in fensterlosen Zellen, zusammen oder zeitweise auch allein. Die Gefängnisbehörden verweigern ihnen den Zugang zu nennenswertem Kontakt mit anderen Häftlingen, zu frischer Luft, Telefonanrufen und Besuchen von Angehörigen. Darüber hinaus wird ihnen bewusst eine angemessene medizinische Versorgung verweigert, auch für folterbedingte Verletzungen. Beide leiden an chronischen Wirbelsäulenschmerzen. Habib Afkari benötigt aufgrund von Zahnschmerzen außerdem eine spezielle zahnärztliche Behandlung.“ (…)

„Vahid Afkari und Habib Afkari wurden im September bzw. Dezember 2018 festgenommen und im Anschluss für jeweils 12 bzw. 35 Tage Opfer des Verschwindenlassens. In schriftlichen Stellungnahmen sowie vor Gericht gaben sie an, zwischen ihrer Festnahme und dem Abschluss der Ermittlungen im April 2019 wiederholt gefoltert und anderweitig misshandelt worden zu sein, um ein "Geständnis" zu erzwingen. Wie sie erklärten, wurden sie in verlängerter Einzelhaft gehalten, wiederholt geschlagen, getreten oder mit Stöcken und Kabeln verprügelt, wobei sie die Augen verbunden hatten. Außerdem wurden sie psychologisch gefoltert, indem man ihnen drohte, sie zu töten oder Angehörige ihrer Familie zu inhaftieren, zu töten, sexuell zu missbrauchen oder diesen anderen Schaden zuzufügen. Habib Afkari berichtete, dass Angehörige des Geheimdienstes ihn außerdem mehrere Tage hintereinander an einem Stuhl ketteten und seinen Kopf mit Plastikfolie umwickelten, sodass er Erstickungsangst hatte. Laut einem ärztlichen Attest vom 30. Oktober 2019 war Habib Afkaris linke Schulter ausgekugelt und sein linkes Handgelenk sowie einer seiner Zehen waren gebrochen. Vahid Afkari unternahm am 26. Oktober 2018 und am 2. April 2019 einen Suizidversuch; beide Male versäumten es die Behörden, ihm eine angemessene physische und psychische Versorgung zuteilwerden zu lassen und brachen seine Krankenhausbehandlung entgegen schriftlicher ärztlicher Warnungen vorzeitig ab. Die wiederholten Anfragen der Brüder, ihren Foltervorwürfen nachzugehen, wurden abgelehnt und ignoriert.“

zur Urgent Action von Amnesty International



26. Mai 2022

Menschenrechtsarbeit hat Erfolg: Golrokh Ebrahimi-Iraee ist frei!

Die bekannte iranische Menschenrechtsaktivistin Golrokh Ebrahimi-Iraee wurde aus der Haft entlassen. Wir haben uns gemeinsam mit Menschenrechtlern auf der ganzen Welt für die Frauenrechtlerin und Todesstrafen-Gegnerin eingesetzt.

23. Mai 2022

Amnesty International fordert strafrechtliche Ermittlungen gegen das Teheraner Regime wegen des Verbrechens der Geiselnahme

Laut Amnesty International benutzen die Machthaber im Iran "das Leben von Ahmadreza Djalali als Spielball in einem grausamen politischen Spiel und drohen mit seiner Hinrichtung als Vergeltung für die Nichterfüllung ihrer Forderungen." Amnesty fordert, dass "alle Vertragsstaaten des Übereinkommens gegen Geiselnahme dringend zusammenarbeiten, um den Iran zur Rechenschaft zu ziehen und die Verhinderung, strafrechtliche Verfolgung und Bestrafung solcher Geiselnahmen zu gewährleisten".

19. Mai 2022

Repression im Iran stoppen! Bildungsinternationale fordert sofortige Freilassung inhaftierter Lehrkräfte

Die Bildungsinternationale (BI), der weltweite Zusammenschluss der Bildungsgewerkschaften, verurteilt die Repression im Iran und ruft zum Einsatz für die Menschenrechte der iranischen Lehrerinnen und Lehrer auf.


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken