Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles-500
25. Oktober 2021

Verletzungen der Religionsfreiheit im Iran: Christen in Bedrängnis

Mit der systematischen Verfolgung von Christen verletzt das Regime im Iran das Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Menschenrechtler fordern die sofortige Freilassung aller Häftlinge, die allein wegen ihres Glaubens zu Unrecht in Gefangenschaft sind.

Christen-Teheran-400

Nach Angaben von iranischen Menschenrechtsgruppen wurden drei Mitglieder der christlichen Gemeinde in Teheran allein wegen ihres Glaubens von der Regime-Justiz angeklagt. Sonya Sadegh, Mina Khajavi und Joseph Shahbazian (im Bild v.l.n.r.) droht nun ein Gerichtsprozess wegen angeblicher „Mitgliedschaft in staatsfeindlichen Gruppen und Gefährdung der Staatssicherheit“. Ihnen wird vorgeworfen, an Treffen von Hausgemeinden teilgenommen und das Evangelium verbreitet zu haben.

Der 58-jährigen ehemaligen Muslima Mina Khajavi, die den christlichen Glauben angenommen hat, wird außerdem dafür verantwortlich gemacht, dass auch ihr Ehemann und ihr Kind zum Christentum konvertiert sind. Die Christin berichtete unterdessen, dass sie in der Haft gezwungen worden sei, ein „Geständnis“ zu unterschreiben, das ihr von Regime-Gardisten diktiert worden sei.

Mina Khajavi, die Konvertitin Sonya Sadegh und Joseph Shahbazian, der der iranisch-armenischen Christengemeinde angehört, wurden Ende Juni 2020 in Teheran festgenommen, nachdem Regime-Gardisten in drei iranischen Städten Razzien in christlichen Hausgemeinden durchgeführt hatten. Dabei waren in Teheran, der nahe Teheran gelegenen Stadt Karaj sowie in der westiranischen Stadt Malayer Dutzende Christinnen und Christen verhaftet worden. Augenzeugen berichteten damals, dass die Verhafteten unter Misshandlungen abgeführt wurden.

Die drei christlichen Gemeindemitglieder, die nun in Teheran angeklagt wurden, sind zurzeit gegen Zahlung von Kautionen auf freiem Fuß. Ihnen drohen jedoch Prozesse vor Regime-Gerichten und langjährige Haftstrafen.

Christen-Dezful-400

Unterdessen wurde bekannt, dass in der südwestiranischen Stadt Desful im August 2021 die christlichen Konvertiten Davoud Torabi, Mohammad Kayidgap, Esmaeil Narimanpour, and Alireza Varak-Shah (im Bild v.l.n.r.) wegen angeblicher „Propaganda gegen das Regime“ angeklagt wurden, weil sie sich mit anderen Christen in einer Hausgemeinde treffen. Ehemaligen Muslimen, die den christlichen Glauben angenommen haben, ist im Iran verboten, den Gottesdienst in christlichen Kirchen zu besuchen. Aus diesem Grund versammeln sich Konvertiten in Hausgemeinden zum christlichen Gebet.

Die vier in Desful angeklagten Christen wurden Mitte April 2021 zusammen mit anderen christliche Konvertiten nach Razzien ich ihren Wohnungen verhaftet und mehrere Tage lang im Gefängnis verhört. Berichten zufolge waren sie dabei Misshandlungen ausgesetzt. Sie wurden dann vorläufig freigelassen. Ihnen stehen nun Gerichtsprozesse bevor.

Nach Angaben des christlichen Hilfswerks Open Doors vom August 2021 ist im Iran unter dem aktuellen Regime-Präsidenten Ebrahim Raisi eine Verschlimmerung der Christenverfolgung zu befürchten. Über Raisi schrieb Open Doors u.a.: „Der ultrakonservative schiitische Geistliche war vor seiner Wahl Staatsanwalt und später Vorsitzender des Justizwesens. Als Hardliner bekannt, stand er auf der schwarzen Liste der USA, die die iranischen Beamten auflistet, die von Washington wegen »Mittäterschaft bei schweren Menschenrechtsverletzungen« sanktioniert wurden.

Von der UNO befragt, bezeichnete er die Hauskirchen, die sich hauptsächlich aus Konvertiten aus dem Islam zusammensetzen, sogar als »feindliche Gruppen« und Anhänger einer »zionistischen Sekte«, die »planen, die nationale Sicherheit zu untergraben«. Solche Aussagen lassen befürchten, dass der Spielraum der Christen mit muslimischem Hintergrund in Zukunft noch mehr eingeengt wird.“

Mit der systematischen Verfolgung von Christen verletzt das Regime im Iran das Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Menschenrechtler fordern die sofortige Freilassung aller Häftlinge, die allein wegen ihres Glaubens zu Unrecht in Gefangenschaft sind.

mehr Informationen zur Christenverfolgung im Iran



03. Dezember 2021

Iran: Studenten droht Todesstrafe

Amnesty International fordert, dass Ali Younesi und Amirhossein Moradi, die nur aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Verbindungen ihrer Angehörigen zu oppositionellen Gruppen festgehalten werden, unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden.

01. Dezember 2021

Internationale Proteste: Hinrichtungen von Minderjährigen im Iran stoppen!

Mit der Hinrichtung des jungen Gefangenen Arman Abdolali hat das Regime im Iran erneut das Völkerrecht gebrochen, das ausnahmslos und strikt die Anwendung der Todesstrafe gegen Minderjährige verbietet. Die Hinrichtung wurde weltweit verurteilt.

29. November 2021

UNO-Resolution fordert Ende der Straflosigkeit für Menschenrechtsverletzungen im Iran

UNO: Im Iran sind inhaftierte Demonstranten und andere politische Gefangene exzessiver Gewaltanwendung, willkürlicher Gefangenschaft, Folter und anderer grausamer Misshandlungen zur Erzwingung von Geständnissen ausgesetzt. Die Anzahl der Todesurteile und Hinrichtungen im Iran ist alarmierend hoch.


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken