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01. Mai 2022

Repression im Iran: Regimekritische Studenten zu 16 Jahren Haft verurteilt

Unterdrückung an Universitäten: Das Regime im Iran will regimekritische Studierende mit schweren Bestrafungen einschüchtern, um jegliche Proteste für Freiheit an iranischen Hochschulen im Keim zu ersticken. Menschenrechtsgruppen fordern die sofortige Freilassung der verurteilten Studenten.

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Ende April hat ein Regime-Gericht in Teheran die beiden Studenten Ali Younesi (Bild links) and Amir Hossein Moradi zu jeweils 16 Jahren Haft verurteilt. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden die Willkürurteile nach einem grob unfairen Gerichtprozess aufgrund von fadenscheinigen Anklagen gefällt. Die Machthaber im Iran wollen mit solchen Bestrafungen regimekritische Studierende einschüchtern und jegliche Proteste für Freiheit an iranischen Hochschulen im Keim ersticken. Menschenrechtsgruppen haben an die UNO appelliert, sich nachdrücklich für die Aufhebung der Urteile und die sofortige Freilassung der Studenten einzusetzen.

Ali Younesi und Amirhossein Moradi werden seit über 24 Monaten willkürlich im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Sie wurden im April 2020 verhaftet, weil sie an friedlichen Bürgerprotesten gegen das Regime teilgenommen hatten und Kontakte zu Familienangehörigen unterhielten, die in oppositionellen Gruppen aktiv sind. Seit ihrer Verhaftung werden die Studenten körperlich und seelisch gefoltert, um sie zu zwingen, sich mit falschen Geständnissen selbst zu belasten.

Im Juli 2021 begann der Gerichtsprozess gegen die beiden 22-jährigen Studenten. Der Regime-Geheimdienst warf ihnen mit Hilfe von konstruierten Beschuldigungen „Gefährdung der Staatssicherheit“ vor. Die Studenten bestritten die Anschuldigungen. Der grob unfaire Gerichtsprozess endete nun mit den 16-jährigen Gefängnisstrafen.

Bis zu ihrer Verhaftung haben Ali Younesi und Amirhossein Moradi Informatik und Physik an der Sharif-Universität für Technologie in Teheran studiert. Sie gehören zu den hochbegabten Studenten, die in mehreren Wettbewerben ausgezeichnet wurden. 2018 gewann Ali Younesi mit dem iranischen Team die Goldmedaille der Internationalen Astronomie-Olympiade.

Nobelpreisträger und Wissenschaftler fordern Freilassung

Mehrere namhafte Wissenschaftler und Nobelpreisträger aus verschiedenen Ländern haben bereits im Januar 2022 an die UNO appelliert, sich für die Freilassung von Ali Younesi und Amirhossein Moradi einzusetzen.

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Im März 2022 hat die Organisation Scholars at Risk (SAR) in einem offenen Brief die sofortige Freilassung der beiden Studenten gefordert. SAR ist ein internationales Netzwerk zum Schutz gefährdeter Wissenschaftler, dem mehr als 600 Universitäten und Hochschulen in 42 Ländern angehören.

Die beiden Studenten, so SAR, seien zu Beginn ihrer Gefangenschaft 60 Tage lang in Isolationshaft gewesen. Sie seien geschlagen und anderweitig gefoltert worden. Ali Younesi sei durch die Schläge an seinem linken Auge schwer verletzt worden. Die notwendige medizinische Versorgung sei ihm verweigert worden.

Die Gefangenschaft und Misshandlung von Ali Younesi und Amirhossein Moradi sei bezeichnend dafür, dass die Machthaber im Iran versuchen, jegliche Regimekritik unter Studierenden zu unterdrücken. Jeder, der an iranischen Hochschulen sein Recht auf eine politische Meinung zu Ausdruck bringe, müsse Verfolgungsmaßnahmen befürchten.

Amnesty International hat bereits im November 2021 gefordert, dass Ali Younesi und Amirhossein Moradi, die nur aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Verbindungen ihrer Angehörigen zu oppositionellen Gruppen festgehalten werden, unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden. Bis zu ihrer Freilassung müsse dafür gesorgt werden, dass sie vor Folter und anderer Misshandlung geschützt werden und unverzüglich Zugang zu medizinischer Versorgung und benötigten Medikamenten erhalten. Außerdem müsse Kontakt mit ihren Familien und Rechtsbeiständen ihrer Wahl zugelassen werden. Es müsse eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe stattfinden, dass die beiden am Tag ihrer Festnahme gefoltert wurden und unter Bedingungen festgehalten werden, die dem absoluten Verbot von Folter und anderen Misshandlungen entgegenstehen.



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