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17. September 2022

Regime-Gewalt gegen Frauen: Iranerin stirbt nach Verhaftung und Folter

Mahsa Amini ist ein weiteres Opfer der sog. "Sittenwächter" des Teheraner Regimes, die die iranischen Frauen täglich mit Einschüchterungen, Demütigungen und Folter terrorisieren. Mit Protestkundgebungen fordern Bürgerinnen und Bürger in Teheran und anderen iranischen Städten das Ende der Regime-Gewalt gegen Frauen.

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Am 16. September ist in Teheran eine junge Frau infolge von Misshandlungen durch die sog. „Sittenwächter“ des Regimes gestorben. Die 22-jährige Mahsa Amini (im Bild vor ihrer Verhaftung und während sie im Koma im Krankenhaus lag) wurde am 13. September von den „Sittenwächtern“ verhaftet, weil sie den Schleierzwang nicht ausreichend befolgt hatte. Gemeinsam mit weiteren Frauen wurde sie unter Gewaltanwendung in ein Polizeirevier gebracht. Zwei Stunden später fiel die junge Frau ins Koma und wurde in einem Krankenwagen aus dem Gebäude gefahren. Im Krankenhaus wurde ihr Hirntot festgestellt. Dort lag sie im Koma, bis sie drei Tage später verstarb.

Familienangehörige und Menschenrechtler führen den Tod von Mahsa Amini, die vor ihrer Festnahme völlig gesund war, auf die Misshandlungen zurück, die sie während der Verhaftung und auf dem Polizeirevier erlitten hat. Augenzeugen berichteten, dass Mahsa Amini schon im Kleinbus von den „Sittenwächtern“ geschlagen wurde. Auf dem Revier sei sie weiter misshandelt worden. Schläge auf den Kopf hätten zu einer Hirnblutung geführt. Ihr Bruder berichtete, er habe in dieser Zeit keinen Zutritt zu dem Revier erhalten. Während er vor dem Gebäude wartete, sei eine Frau herausgekommen und habe gesagt: „Da drinnen wurde jemand umgebracht“. Kurz darauf sei der Krankenwagen vorgefahren.

Später, im Krankenhaus, so der Bruder, habe er deutliche Spuren der Misshandlungen gesehen. „Ihr Gesicht war geschwollen und ihre Beine voller Blutergüsse", sagte er in einem Bericht. Seine Familie und er stünden unter Beobachtung der Polizei und seien mit Repressalien bedroht worden, wenn sie den Fall öffentlich machen würden.

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Entsetzen und Wut auf das frauenfeindliche Regime

In den sozialen Medien im Iran und weltweit sorgte das Schicksal von Mahsa Amini für Entsetzen und Wut auf das frauenfeindliche Regime. Tausende äußerten sich mit großer Empörung im persischsprachigen Twitter und Instagram. Mit Protestkundgebungen forderten Bürgerinnen und Bürger in Teheran und anderen iranischen Städten das Ende der Regime-Gewalt gegen Frauen. Der Schleierzwang, der unter religiösen Vorwänden allein zur Unterdrückung der Frauen diene, müsse abgeschafft werden. Die Polizeitruppe der „Sittenwächter“ müsse aufgelöst werden. Sie sei dafür verantwortlich, dass die iranischen Frauen täglich mit Einschüchterungen, Demütigungen und Folter terrorisiert werden. Immer wieder gebe es Berichte von Frauen, die von „Sittenwächtern“ misshandelt und körperlich angegriffen wurden.

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Hintergrund: Gewaltsam durchgesetzter Schleierzwang

Im Iran ist gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Frauen und Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie lange, weite Kleidung tragen müssen, um Haare und Körperkonturen zu verbergen. Aufgrund dieses Zwanges stehen Millionen Frauen täglich im Visier der sog. „Sittenpolizei“ und sind Schikanen, Gewalt und Inhaftierungen ausgesetzt.

Nach dem Völkerrecht verstößt der Schleierzwang gegen grundlegende Menschenrechte, u.a. gegen die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit sowie auf Privatsphäre von Frauen und Mädchen.

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Unter dem Teheraner Regime wird der Zwang zur Bedeckung des Haares von Frauen und Mädchen auf gewaltsame und demütigende Weise mit Festnahmen und Bestrafungen durchgesetzt. Dies verletzt die Würde von Frauen und Mädchen und stellt eine grausame und erniedrigende Behandlung dar, die nach dem Völkerrecht grundsätzlich verboten ist und der Folter gleichkommt.

Die Diktatur im Iran unterdrückt friedliche Proteste für Frauenrechte gewaltsam. Aktivistinnen, die sich gegen die Diskriminierung und den Schleierzwang auflehnen, werden brutal verfolgt und bestraft. Die Regime-Justiz agiert als Unterdrückungsinstrument und geht mit äußerster Härte gegen Frauenrechtlerinnen vor.

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