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20. September 2022

UNO zutiefst beunruhigt über den Tod von Mahsa Amini und die Regime-Gewalt gegen Protestierende im Iran

Das UN-Menschenrechtskommissariat verurteilt die Gewaltanwendung gegen Demonstranten im Iran, wo mindestens zwei Protestierende getötet, mehrere verletzt und etliche verhaftet wurden. Es fordert eine unabhängige Untersuchung des Todes von Mahsa Amini und die Abschaffung des Schleierzwangs im Iran.

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Die geschäftsführende UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Nada Al-Nashif (Bild) hat sich am 20. September zutiefst beunruhigt über den Tod der Iranerin Mahsa Amini und die gewaltsame Reaktion der Regime-Truppen auf die nachfolgenden Bürgerproteste im Iran geäußert.

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Die 22-jährige Mahsa Amini (im Bild vor ihrer Verhaftung und während sie im Koma im Krankenhaus lag) ist am 16. September in Teheran infolge von Misshandlungen durch die sog „Sittenwächter“ des Regimes gestorben. Sie war am 13. September von den „Sittenwächtern“ verhaftet und unter Gewaltanwendung in ein Polizeirevier gebracht worden, weil sie den Schleierzwang nicht ausreichend befolgt hatte. Zwei Stunden später fiel die junge Frau ins Koma. Berichten zufolge haben Schläge auf ihren Kopf zu einer Hirnblutung geführt. In einem Krankenhaus lag sie noch drei Tage im Koma, bis sie verstarb.

Die geschäftsführende UN-Menschenrechtschefin forderte eine umgehende, unabhängige und wirkungsvolle Untersuchung des tragischen Todes von Mahsa Amini und der Foltervorwürfe, die der Wahrheitsfindung dienen sollte, damit ihrer Familie Gerechtigkeit zuteilwerde.

„Frauen bei der Verhaftung ins Gesicht geschlagen und mit Schlagstöcken verprügelt“

Es sei besorgniserregend, dass die Nichtbeachtung des Schleierzwangs im Iran mit Gefängnis bestraft werde, so Nada Al-Nashif. In den vergangenen Monaten habe die sog. „Moral-Polizei“ vermehrt auf den Straßen patrouilliert und Frauen ohne ausreichende Kopfbedeckung Repressalien und Verhaftungen ausgesetzt. Das UN-Menschenrechtsbüro habe zahlreiche geprüfte Videoaufnahmen erhalten, in denen zu sehen sei, dass Gewalt gegen Frauen angewendet wurde. Frauen seien bei der Verhaftung ins Gesicht geschlagen, mit Schlagstöcken verprügelt und unter Gewaltanwendung in Polizeiwagen gestoßen worden.

Nada Al-Nashif forderte die Verantwortlichen im Iran auf, die Verfolgung und Verhaftung von Frauen, die die Verschleierungsregeln nicht einhalten, zu stoppen. Der Schleierzwang müsse aufgehoben werden.

Die geschäftsführende UN-Menschenrechtschefin wies darauf hin, dass in mehreren iranischen Städten tausende Menschen wegen des Todes von Mahsa Amini demonstriert haben. Sie verurteilte die unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch Regimetruppen gegen die Protestierenden und forderte das Regime auf, das Recht auf Rede- und Versammlungsfreiheit zu respektieren. Berichten zufolge seien Regimepolizisten mit Schusswaffen und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen. Dabei seien mindestens zwei Protestierende getötet, mehrere verletzt und etliche verhaftet worden.

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