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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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16. November 2022

Regime-Gewalt gegen Proteste im Iran: Todesopfer unter Studierenden

Mit ihrem Widerstand gegen das Regime zeigen die Studierenden im Iran großen Mut, denn die brutale Gewalt der Regimetruppen macht auch vor den Universitäten nicht Halt. Immer öfter dringen Gardisten auch in Studentenwohnheime ein und misshandeln dort Studentinnen und Studenten oder verschleppen sie in die Gefängnisse. Hunderte Studierende sind in Gefangenschaft.

In den letzten Tagen haben die Proteste gegen die Diktatur im Iran wieder zugenommen. Mit Kundgebungen haben Menschen in dutzenden iranischen Städten an die Massenproteste vom November 2019 erinnert, die damals vom Regime blutig niedergeschlagen wurden. Schätzungen zufolge fanden im November 2019 mindestens 1500 Demonstranten im ganzen Iran den Tod.

Auch an vielen iranischen Universitäten wurde in den letzten Tagen wieder protestiert und gestreikt. Die Hochschulen sind zu Brennpunkten der Volkserhebung gegen die Diktatur geworden.

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Seit Mitte September haben Studentinnen und Studenten in hunderten iranischen Universitäten gegen das Regime und die Unterdrückung protestiert, und viele Dozenten und Professoren haben die Proteste unterstützt. Trotz der Regime-Gewalt lassen die Studierenden sich nicht einschüchtern. „Studenten sterben lieber als Schande zu akzeptieren!“ ist eine der Parolen, die an den Hochschulen immer wieder gerufen wird.

In verschiedenen iranischen Hochschulen versammeln sich täglich Studierende zu Protestkundgebungen und fordern lautstark das Ende der Diktatur und die Freilassung ihrer inhaftierten Kommilitonen. Sie fordern auch den Abzug der Regime-Milizen, die auf den Hochschulgeländen stationiert sind, um Proteste zu verhindern. Regime-Funktionäre, die die Studenten mit Drohungen zum Schweigen bringen wollen, werden ausgebuht und zum Verlassen der Hochschulen aufgefordert.

Studentinnen und Studenten veranstalten gemeinsame Sitzstreiks auf den Universitätsgeländen und fordern das Ende der Diskriminierung und Unterdrückung der Studentinnen, die auch in den Hochschulen immer wieder von sog. „Sittenwächtern“ belästigt und gedemütigt werden. Die Studenten wollen die Geschlechtertrennung in den Hochschulen abschaffen und Meinungsfreiheit durchsetzen.

Mit ihrem offenen Widerstand gegen das Regime zeigen die Studierenden großen Mut, denn die brutale Gewalt der Regimetruppen macht auch vor den Universitäten nicht Halt. Immer öfter dringen Gardisten auch in Studentenwohnheime ein und misshandeln dort Studentinnen und Studenten oder verschleppen sie in die Gefängnisse. Hunderte Studierende sind in Gefangenschaft.

Immer mehr Fälle von Todesopfern unter protestierenden Studenten werden bekannt. Hier Beispiele:

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Die 35-jährige Nasrin Ghaderi war Doktorandin der Philosophie an der Universität Teheran. Am 4. November wurde sie bei einem Angriff von Regime-Milizen auf protestierende Studenten mehrfach brutal auf den Kopf geschlagen. Sie fiel ins Koma und starb am 5. November in einem Teheraner Krankenhaus. Nach ihrem Tod kam es zu Massenprotesten in ihrer Heimatstadt Marivan. Gegen diese Proteste gingen Regimetruppen mit Schusswaffen vor, wobei dutzende Menschen verletzt wurden.

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Alireza Karimi, Student der Mikrobiologie an der Universität der westiranischen Stadt Arak, wurde am 8. November bei Studentenprotesten in Arak von Regimetruppen mit Schlagstöcken angegriffen und schwer verletzt. Der 20-jährige Student starb am 9. November an seinen schweren Kopfverletzungen.

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Der 29-jährige Reza Ismailzadeh war Doktorand der Technischen Sharif-Universität in Teheran. Am 23. Oktober wurde er bei einer Protestkundgebung von Regime-Milizen erschossen. Sie haben direkt auf sein Gesicht gezielt.

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Münster: Menschenrechtler und Exiliraner erinnern an die Opfer der Unterdrückung im Iran.

mehr Informationen zu den Protesten für Freiheit und Menschenrechte im Iran



26. November 2022

Wegweisender Erfolg: UN-Menschenrechtsrat beschließt Untersuchung der Regime-Gewalt im Iran

Der Einsatz für Menschenrechte im Iran macht Fortschritte: Der UN-Menschenrechtsrat hat am 24.11.2022 in einer Sondersitzung in Genf die Einrichtung einer Untersuchungskommission für die Gewalt gegen Protestierende im Iran beschlossen. Die Kommission wird gerichtsfeste Beweise für Menschenrechtsverletzungen im Iran zusammentragen - als Vorbereitung für die internationale strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. Deutschland hatte sich federführend für diesen Beschluss eingesetzt. Er ist ein wichtiger Erfolg für alle Menschenrechtler, die sich dafür einsetzen, dass die systematische Straflosigkeit für Menschenrechtsverbrechen im Iran ein Ende hat.

24. November 2022

UN-Menschenrechtskommissar: Lage im Iran ist kritisch

Die UNO prangert die brutale Regime-Gewalt im Iran an: Seit Mitte September wurden über 300 Menschen getötet, darunter mehr als 40 Kinder.

21. November 2022

Hinrichtungen im Iran stoppen! Regime-Justiz verurteilt weitere Demonstranten zum Tode

Amnesty International: "Die iranischen Behörden müssen unverzüglich alle Todesurteile aufheben, von der Verhängung der Todesstrafe absehen und alle Anklagen gegen diejenigen fallen lassen, die im Zusammenhang mit ihrer friedlichen Teilnahme an den Protesten festgenommen wurden. Die Todesstrafe ist eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe, deren Abscheulichkeit durch ein grundlegend unfaires Strafverfahren ohne jegliche Transparenz oder Unabhängigkeit noch verstärkt wird."


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