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Reporter ohne Grenzen ruft zu Teilnahme an Kundgebung in Berlin auf
Anlässlich des weltweit begangenen „Aktionstages für Iran“ hat die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) zur Teilnahme an einer zentralen Kundgebung in Berlin aufgerufen. In einer Pressemitteilung der Organisation heißt es u. a.:
„Iranische Polizei und Milizen gehen weiter brutal gegen Demonstranten vor, kritische und unabhängige Berichterstatter werden schikaniert und eingeschüchtert. Selbst die Forderung des früheren Präsidenten Haschemi Rafsandschani nach einer sofortigen Freilassung der Inhaftierten ist bislang ungehört verhallt. Schätzungen zufolge wurden seit der Präsidentschaftswahl am 12. Juni mehr als 2000 Menschen festgenommen, 42 Journalisten und Blogger sitzen derzeit in Haft.

Um ihrer Solidarität mit der mutigen Protestbewegung im Iran stärkeren Ausdruck zu verleihen, organisieren Reporter ohne Grenzen (ROG), Amnesty International und P.E.N. am Samstag, den 25. Juli um 13 Uhr, auf dem Potsdamer Platz in Berlin eine zentrale Kundgebung. Anlass ist der "Globale Aktionstag für Iran", der gleichzeitig in New York, Paris, Rom, Barcelona und 50 weiteren Städten weltweit an die Lage im Iran erinnert.
‚Wir dürfen nicht vergessen, dass immer noch 42 Kollegen in den Gefängnissen sitzen oder von den Behörden festgehalten werden. Sie verdienen unsere Solidarität. Wir dürfen nicht zulassen, dass ihr Schicksal vergessen wird und das Regime versucht, friedliche Proteste mundtot zu machen’, sagt ROG-Vorstandsmitglied Gemma Pörzgen. ‚Wir fordern die umgehende Freilassung aller Journalisten und Blogger.’
Die Islamische Republik Iran gehört mittlerweile zu den größten Gefängnissen für Journalisten weltweit. Die meisten von ihnen sind in der berüchtigten Sicherheitsabteilung 209 des Gefängnisses von Evin im Norden Teherans inhaftiert. Dort sind sie starkem psychischen Druck ausgesetzt, viele von ihnen werden misshandelt. Die Behörden gestatten häufig keine Besuche von Familienangehörigen oder Anwälten. ….
ROG hat die iranischen Behörden mehrfach aufgefordert, UN-Vertretern den Zugang in das Evin-Gefängnis zu gewähren, damit die Welt erfährt, was dort vorgeht. Nachdem fast alle ausländischen Medienvertreter das Land inzwischen verlassen haben, stehen die einheimischen Kollegen noch stärker unter Druck. ‚Wir verlangen, dass der Iran die Grundsätze der Presse- und Meinungsfreiheit, zu deren Einhaltung sich der Staat in seiner Verfassung und in internationalen Verträgen verpflichtet hat, respektiert’, so ROG.“
Fünf Frauen unter den Hinrichtungsopfern - Menschenrechtler fordern wirksame Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft, um die Hinrichtungswelle im Iran zu stoppen.
Die Mordaufrufe sind bezeichnend für die Methoden, mit denen die Teheraner Diktatur auch im Exil lebende Oppositionelle verfolgt.
Hunderte Familienangehörige, darunter zahlreiche ältere Menschen, sind im Iran allein wegen familiärer Kontakte zu den in Ashraf und Camp Liberty lebenden iranischen Oppositionellen in Haft.