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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles
30. Juli 2009

Irak räumt Tote bei Sturm auf Lager von Exil-Iranern ein

Die irakische Regierung hat erstmals eingeräumt, dass bei der Erstürmung eines Lagers von Exil-Iranern nördlich von Bagdad Menschen zu Schaden gekommen sind. Es seien sechs Bewohner von Camp Aschraf getötet worden, erklärte Regierungssprecher Ali al Dabbagh am Donnerstag.

Am Nachmittag des 28. Juli hatte die Erstürmung des Lagers begonnen. Bulldozer rissen Mauern von Camp Ashraf nieder. Dann stürmten rund 2000 irakische Soldaten und Polizisten mit Tränengas, Rauchgranaten und Schlagstöcken das Lager, in dem Angehörige der iranischen Oppositionsbewegung Volksmudschahedin leben. Gleichzeitig wurden Teile des Lagers mit Bulldozern unbewohnbar gemacht und Versorgungsanlagen zerstört. Bei der von Teheran schon lange geforderten Aktion gegen das Camp sollen 50 Personen verhaftet, zehn getötet und über 400 verletzt worden sein.

 

28.07.09 – Tote und verletzte Exil-Iraner bei der Erstürmung des Lagers Ashraf im Irak.

 

Die Bewohner des Lagers sprachen von „brutaler Gewalt“ und dem Einsatz von Schusswaffen auf Seiten der Iraker. Die Situation in dem Lager, in dem rund 3.500 Exil-Iraner leben, beschrieben sie als äußerst gespannt. Die Behörden lassen weiterhin keine Journalisten zu dem Lager vor.

Die irakische Regierung hat erst zu Beginn des Jahres von den US-Streitkräften die Verantwortung für die Provinz Dijala übernommen, in der Camp Aschraf liegt. Sie möchte das Lager am liebsten schließen und die Bewohner in den Iran abschieben.

 

28.07.09 – Tote und verletzte Exil-Iraner bei der Erstürmung des Lagers Ashraf im Irak.

 

Der Iran reagierte erfreut auf die Stürmung des Lagers. Parlamentspräsident Ali Laridschani sagte, es sei positiv, dass die irakische Regierung „das Land von Terroristen säubere“. Er verlangte erneut vom Irak, alle Lagerinsassen sollten an sein Land ausgeliefert werden.

Die USA treten indessen für eine weitere Tolerierung ein, da den Menschen im Iran Verfolgung drohen würde. Das Europaparlament rief den Irak dazu auf, die Exil-Iraner nicht zu deportieren.

nach Agenturmeldungen

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