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01. August 2017

Zu Unrecht in Haft: US-Bürger im Iran zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt

Menschenrechtler bezeichnen die Inhaftierung und Verurteilung des Wissenschaftlers Xiyue Wang als einen neuen Fall von politischer Geiselnahme durch das Teheraner Regime. Im Iran sind Berichten zufolge Dutzende ausländische Bürger - in 90 Prozent der Fälle Iraner mit doppelter Staatsbürgerschaft - inhaftiert und werden vom Regime als Verhandlungsmasse für politische oder wirtschaftliche Gegenleistungen missbraucht.

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Im Juli wurde bekannt, dass der im Iran inhaftierte US-Bürger Xiyue Wang (im Bild mit seiner Frau und seinem Sohn) wegen angeblicher Spionage zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Berichten zufolge ist der an der US-Universität Princeton tätige Wissenschaftler seit August 2016 in Teheran inhaftiert.

Der 37-jährige Xiyue Wang, der ursprünglich aus China stammt und einen Abschluss an der University of Washington und an der Harvard University gemacht hat, ist Doktorand in Princeton. Er ist US-Staatsbürger geworden und hat als Übersetzer für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes in Afghanistan gearbeitet. Er wurde in Teheran verhaftet, als er für seine Doktorarbeit im Bereich der eurasischen Geschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts forschte, heißt es aus Princeton. Die Universität wies die Vorwürfe gegen Wang zurück und bemüht sich um seine Freilassung.

Menschenrechtler bezeichnen die Inhaftierung und Verurteilung des Wissenschaftlers als einen neuen Fall von politischer Geiselnahme durch das Teheraner Regime. Im Iran sind Berichten zufolge Dutzende ausländische Bürger - in 90 Prozent der Fälle Iraner mit doppelter Staatsbürgerschaft - inhaftiert und werden vom Regime als Verhandlungsmasse für politische oder wirtschaftliche Gegenleistungen missbraucht.

Das US-Außenministerium reagierte mit scharfer Kritik. Die iranische Führung setze ihre Praxis fort, "US-Bürger und andere Ausländer wegen erfundener Anschuldigungen in Zusammenhang mit der inneren Sicherheit zu inhaftieren", erklärte das State Department in Washington und forderte "die sofortige Freilassung" aller im Iran "unrechtmäßig" inhaftierter US-Bürger.

Laut der Justiz des Teheraner Regimes soll Wang "streng geheime Dokumente" aus einer Bibliothek archiviert haben. Menschenrechtler bezeichnen die Vorwürfe als absurd, da Dokumente, die öffentlich zugänglich sind, nicht streng geheim sein können. Außerdem sei nicht klar, um welche Dokumenten es sich überhaupt handelt.

Hua Qu, die Ehefrau von Xiyue Wang, erklärte, dass ihr Mann unschuldig sei, und forderte seine Freilassung. „Mein Mann ist einer der freundlichsten und rücksichtsvollsten Menschen, die mir je begegnet sind. Er ist ein liebevoller Ehemann und Vater. Unser vierjähriger Sohn vermisst seinen Vater seit über einem Jahr seines jungen Lebens. Mein Mann wurde zu Unrecht wegen Spionage inhaftiert, die er nie begangen hat und nie begehen würde.
Mein Mann war seit langem sehr an der eurasischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts interessiert. Letzten Sommer war er nur im Iran, um Persisch zu lernen und als Doktorand der Geschichte an der Princeton University für seine Dissertation zu recherchieren. Wir hoffen von ganzem Herzen, dass die iranischen Behörden ihn bald wieder freilassen, damit er zu seiner Familie zurückkehren kann.”

Der Dekan der Princeton University, Christopher Eisgruber, erklärte, dass die Universität die Verhaftung Wangs zunächst vertraulich behandelte, um seine Freilassung erreichen zu können.

„Vor fast einem Jahr haben die iranischen Stellen einen unserer Doktoranden, Xiyue Wang, verhaftet und ihn der Spionage angeklagt, obwohl er sich ausschließlich zum Zweck der Fachrecherche und zur Erlernung der persischen Sprache im Iran befand”, schrieb er. „Im vergangenen Jahr hat die Universität praktisch täglich daran gearbeitet, ihn freizubekommen und ihm und seiner Familie in dieser besonders schweren Zeit beizustehen. Ich bin den Menschen auf dem Campus und unter den Studierenden ebenso dankbar wie den Fachkräften aus dem Privatsektor und der Regierung, die uns bei unseren Anstrengungen unterstützt haben, die Freilassung von Xiyue Wang aus der unrechtmäßigen Haft zu erreichen, die seine Gesundheit bedroht, seiner Familie Leid zugefügt und alle erschüttert hat, die von seiner Notlage erfahren haben.“

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