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Mindestens acht Menschen sind am Sonntag bei den Protesten gegen das iranische Regime getötet worden - darüber berichtet nun auch das iranische Staatsfernsehen. In anderen unbestätigten Berichten war am Montag gar von 15 Toten die Rede.
Die Polizeibehörden hatten zunächst bestritten, dass Menschen getötet wurden. Oppositionelle hatten Fotos verteilt, auf denen Leichname und Schwerverletzte zu sehen waren. Websites der Regimegegner berichteten von acht Toten.
Es waren die schwersten Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei seit Juni. Zehntausende Regierungskritiker waren am Sonntag auf die Straße gegangen, sie hatten das schiitische Aschura-Fest zu ihren Protesten genutzt. Die Proteste richten sich inzwischen auch gegen den Obersten Regimeführer Khamenei. Die staatlichen Einsatzkräfte gingen mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Menschenmenge vor. Schließlich hätten sie direkt auf Demonstranten geschossen, berichteten Augenzeugen.

Eines der Hauptziele der Ordnungskräfte war es, einen längeren Demonstrationszug auf Teherans zentraler „Revolutionsstraße“ zu verhindern, was ihr offenbar gelang. Dabei setzten sie Schlagstöcke und Tränengas ein. Autofahrern, die durch Hupen ihre Unterstützung für die Demonstranten bezeugten, wurden die Windschutzscheiben eingeschlagen und die Nummernschilder beschlagnahmt. In U-Bahn-Stationen wurden grüne Kleidungsstücke eingesammelt. Grün ist die Erkennungsfarbe der Opposition.
Die Protestbewegung scheint an Tiefe zu gewinnen. Proteste wurden nicht nur aus dem Zentrum Teherans und dem vom Mittelstand bewohnten Norden gemeldet, sondern auch aus dem von ärmeren Schichten bewohnten Süden der Hauptstadt.

Gewaltsame Zwischenfälle bei Demonstrationen wurden am Sonntag auch aus den Städten Isfahan, Schiras, Mashhad, Babol und Nadschafabad gemeldet. Die Polizei erklärte, mehr als 300 Demonstranten seien festgenommen worden.
Journalisten internationaler Nachrichtenmedien durften nicht über die Kundgebungen berichten. Wie in der Vergangenheit bei ähnlichen Zusammenstößen wurde das Mobilfunknetz abgeschaltet und Internetleitungen wurden gedrosselt. Deutlich sichtbar war jedoch, dass über dem Zentrum von Teheran zeitweise schwarze Rauchwolken aufstiegen. Sirenen von Rettungswagen waren zu hören, Polizeihubschrauber kreisten über den Straßen.
nach Presseberichten
Günter Verheugen: "Wir erwarten von den Vereinten Nationen und dem UN-Sonderbeauftragten Martin Kobler, dass sie sich nicht dem Druck der irakischen Regierung beugen und dass sie sich in dieser Frage nicht neutral verhalten. Sie haben Partei zu ergreifen für diejenigen, deren Leben und Freiheit auf dem Spiel stehen."
Die Mitgliedsländer des Europarats werden aufgerufen, positiv über die Aufnahme von iranischen Oppositionellen aus Ashraf zu entscheiden.
"Es ist die Pflicht der UNO, die wehrlosen Menschen in Ashraf zu schützen und ihre sichere Ausreise in westliche Länder zu ermöglichen."