Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles
15. Januar 2010

Freilassung von 30 Frauen im Iran bestätigt

Nach internationalen Protesten wurden in Teheran die verhafteten "Mütter in Trauer" aus der Haft entlassen.

Nach Angaben von Menschenrechtlern sind im Iran rund 30 Frauen aus der Haft entlassen worden. Ihre Freilassung ist ein Ergebnis des Drucks der internationalen Öffentlichkeit. Bei den Freigelassenen handelt es sich u. a. um Mitglieder der Gruppe "Mütter in Trauer". Sie waren verhaftet worden, als sie gegen den Tod oder die Inhaftierung ihrer Kinder protestiert hatten. Beim brutalen Vorgehen der Regimepolizisten waren mehrere der zumeist älteren Frauen verletzt worden.

Hadjar Rostami trauert um ihre Tochter Neda Agha Soltan, deren Tod im Juni 2009 Menschen auf der ganzen Welt erschütterte.

Die Gruppe fordert Aufklärung über das Schicksal ihrer Kinder, die seit Juni 2009 bei Protesten gegen das Regime ums Leben kamen oder seither spurlos verschwunden sind. Die schwarz gekleideten Mütter versammeln sich jeden Samstag in einem Teheraner Park.

Außerdem wurde auch die Schwester der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi aus der Haft entlassen. Die Medizinprofessorin Nouschin Ebadi war Ende Dezember vor ihrem Haus festgenommen und ins Gefängnis gebracht worden.

Gegen die Inhaftierung der Mütter gab es zahlreiche Proteste im Iran und international. Neben mehreren Menschenrechtsorganisationen hatte auch US-Außenministerin Hillary Clinton die sofortige Freilassung der "Mütter in Trauer" gefordert.

In einer Erklärung von Amnesty International vom 11. Januar 2010 heißt es u. a.:

Amnesty International hat die iranischen Behörden aufgefordert, eine Gruppe von Frauen freizulassen, die während einer friedlichen Mahnwache in Teheran am vergangenen Wochenende geschlagen und verhaftet wurden.
Die 33 Frauen sind Mitgliederinnen der "Trauernden Mütter", einer Gruppe von Frauen, deren Kinder getötet oder verhaftet wurden oder während der gewaltsamen Unruhen nach der Wahl im Juni 2009 verschwunden sind. Laut Medienberichten wurden sie während ihres wöchentlichen Treffens im Laleh Park festgenommen. Fast alle wurden geschlagen und zehn von ihnen mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden. Sämtliche Frauen werden jetzt im Vozera-Zentralgefängnis in Teheran gefangen gehalten.
"Frauen, die um ihre von Sicherheitskräften getöteten Kinder trauern, sollten auf die Unterstützung durch den Staat rechnen können. Die Behörden sollten die Wahrheit über das Geschehene aufdecken und eine Wiedergutmachung anstreben, anstatt die Mütter mit willkürlicher Verhaftung und Schlägen zu konfrontieren," so Hassiba Hadj Sahraoui, Amnesty-Expertin für den Mittleren Osten und Nordafrika. "Die Frauen müssen unverzüglich und ohne Bedingungen freigelassen und eine Untersuchung ihrer Behandlung durchgeführt werden." …
Die "Trauernden Mütter" treffen sich jeden Samstag zu einer Schweigestunde an dem Ort, an dem die Demonstrantin Neda Agha-Soltan getötet worden war. Ihr Tod war in Filmaufnahmen festgehalten worden, die im Juli 2009 um die Welt gingen.
Neun der Frauen leiden an Krankheiten. Das erhöht zusätzlich die Sorge um ihr Wohlbefinden. "Wir sind ernsthaft besorgt um die Gesundheit der Frauen. Die iranischen Behörden sind verantwortlich für ihr Wohlergehen," so Hassiba Hadj Sahraoui.
Mitglieder der "Trauernden Mütter" wurden nicht zum ersten Mal verhaftet. Etwa 29 Frauen wurden bereits am 5. Dezember 2009 festgenommen, dann aber am 7. Dezember wieder freigelassen.



05. Februar 2012

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