Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Weltweite Proteste gegen die Steinigung der Iranerin Sakineh Mohammadi-Ashtiani
12. Februar 2010

Iran: Schüsse auf Demonstranten bei Revolutionsfeier

EU verurteilt Gewalt gegen Oppositionelle im Iran scharf

Bei den Demonstrationen zum Jahrestag der Revolution im Iran sind Regimepolizisten am 11. Februar mit aller Härte gegen Oppositionelle vorgegangen. Auf Regimegegner wurde Berichten zufolge geschossen. "Sicherheitskräfte haben im Stadtzentrum von Teheran das Feuer auf Demonstranten eröffnet und setzen Tränengas ein“, berichteten oppositionelle Internetseiten unter Berufung auf Augenzeugen.

 

Teheran: Proteste gegen die Diktatur trotz gewaltsamer Repression durch die Regimetruppen

 

Bei den Demonstranten, auf die geschossen worden sei, handle es sich um Regimegegner, die in mehreren Teilen Teherans protestierten. Ihr Bestreben, auf den Freiheitsplatz vorzudringen, verhinderten Polizisten mit Schlagstöcken, Tränengas und Stacheldraht. Es kam zu zahlreichen Festnahmen.

Die Behörden hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie während der offiziellen Kundgebungen zum 31. Jahrestag der Revolution hart gegen „Unruhestifter“ durchgreifen würden. Dessen ungeachtet versammelten sich nach Angaben oppositioneller Internetseiten tausende Regimegegner auf den Straßen der Hauptstadt.

 

Teheran: Proteste gegen die Diktatur trotz gewaltsamer Repression durch die Regimetruppen

 

Die Leib und Leben riskierende Opposition musste auf vom Regime ungesicherte Straßen ausweichen, um ihre Parolen zu skandieren: „Nieder mit dem Diktator“, „Tod dem Revolutionsführer“ sowie „Freiheit für Iran“. Videoclips, die dies belegen, wurden trotz Zensurmaßnahmen im Internet veröffentlicht. Immer wieder erschallten Rufe wie "Habt keine Angst, wir stehen zusammen". Proteste der Opposition wurden auch aus den iranischen Millionenstädten Täbriz, Isfahan und Schiraz gemeldet.

Europäische Union verurteilt Übergriffe gegen Demonstranten

Die Europäische Union hat die Übergriffe gegen Regierungskritiker im Iran scharf verurteilt. Die EU sehe mit großer Sorge, dass eine große Zahl von Iranern am 31. Jahrestag der Islamischen Revolution ihre Meinung nicht habe frei äußern können, erklärte die europäische Außenbeauftragte Catherine Ashton am 11. Februar in Brüssel. Die gewaltsame Unterdrückung von Oppositionellen folge dem Muster der vergangenen Monate, betonte Ashton. "Das Regime lässt seine eigenen Bürger im Stich."

 

Teheran: Proteste gegen die Diktatur trotz gewaltsamer Repression durch die Regimetruppen

 

Um die Protestbewegung zu unterdrücken, drosselten die Behörden erneut die Internet-Bandbreite und schränkten die SMS-Übertragung im Mobilfunknetz ein. Google-Sprecher Kay Overbeck sagte, Nutzer des Mail-Services hätten über "Probleme beim Zugang zu ihren E-Mail-Konten" berichtet. Das Unternehmen habe einen "drastischen Rückgang des Verkehrsaufkommens" festgestellt. Dieser liege aber nicht an den eigenen Netzwerken - sie funktionierten "einwandfrei".

Störsignale gegen Deutsche Welle

Auch das Signal der Deutschen Welle wurde gestört. Nach Auskunft eines Sprechers des deutschen Auslandssenders wurde der Transponder des Satelliten Hotbird 8 gestört, der das TV-Signal nach Europa und die angrenzenden Regionen sendet. Dazu gehört auch der Iran. Die Unterbrechung betrifft auch das Internet. Dort ist der Livestream des DW-Programms gestört. Auch das Hörfunkprogramm ist in Teilen des Sendegebiets nicht mehr empfangbar.

 

Teheran: Proteste gegen die Diktatur trotz gewaltsamer Repression durch die Regimetruppen

 

Die Deutsche Welle machte die iranische Regierung für die Störung verantwortlich. Intendant Erik Bettermann protestierte in einem Schreiben an den iranischen Botschafter in Deutschland "mit Nachdruck gegen diese erneuten direkten Eingriffe in die Empfangsmöglichkeiten internationaler Informationsangebote". Die wiederholten Einschränkungen der Meinungs- und Medienfreiheit durch die iranische Führung seien nicht länger hinnehmbar, erklärte Bettermann.

Bereits am 7. und 8. Dezember 2009 hatte es nach Angaben des Senders eine Störung des von der DW genutzten Transponders auf Hotbird 8 gegeben. Nach Aussagen des Satellitenbetreibers Eutelsat war die Störquelle damals eindeutig lokalisiert und identifiziert worden: Die Störsignale wurden aus dem Iran gesendet.

nach Presseberichten


Weitere Informationen



04. September 2010

"Wenn Sie nicht da gewesen wären, wäre meine Mutter bereits tot"

Der Sohn der von der Steinigung bedrohten Iranerin Sakine Mohammadi-Ashtiani hat erneut an die internationale Gemeinschaft appelliert, Druck auf den Iran auszuüben.

01. September 2010

Iran: Menschenrechtsaktivistin droht die Todesstrafe

Menschenrechtsorganisationen, darunter "Reporter ohne Grenzen", rufen zur internationalen Unterstützung für die gefangene Internetjournalistin Shiva Nazar-Ahari auf.

28. August 2010

Menschenrechte: Frankreich fordert europaweiten Druck auf Iran

Der französische Außenminister Bernard Kouchner rief die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in einem Brief auf, neue Strafmaßnahmen gegen diejenigen im Iran zu initiieren, die die Repressalien organisieren.


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken