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08. November 2017

Iran: Menschenrechtsverteidigerin zu einem Jahr Gefängnis verurteilt

Shahnaz Akmali fordert Gerechtigkeit für den Tod ihres Sohnes, der im Iran von Regimetruppen getötet wurde. Sie setzt sich auch für die Freilassung der politischen Gefangenen ein. Dafür wird sie nun vom Teheraner Regime bestraft.

Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Shahnaz Akmali wurde Ende Oktober von einem Revolutionsgericht in Teheran zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde ihr verboten, ins Ausland zu reisen und sich in sozialen Netzwerken im Internet zu äußern. Die 52-Jährige war bereits Anfang des Jahres 24 Tage lang im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten worden, ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand zu haben. Am 18. Februar wurde sie vorläufig gegen Kaution freigelassen.

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Shahnaz Akmali mit dem Bild ihres getöteten Sohnes

Shahnaz Akmali wurde zur Menschenrechtsaktivistin, nachdem ihr Sohn Mostafa im Jahre 2009 bei friedlichen Bürgerprotesten gegen die Diktatur getötet worden war. Der 26-jährige Mostafa Karimbeigi war einer von mehreren Demonstranten, die während der Massenproteste vom 27. Dezember 2009 von Regimetruppen erschossen wurden. Fünfzehn Tage nach seinem Verschwinden führten Regimepolizisten die Familie in die Leichenhalle des Kahrizak-Gefängnisses, wo sie den Leichnam von Mostafa identifizierten.

Danach ging Shahnaz Akmali mutig an die Öffentlichkeit und forderte die Justiz auf, diejenigen ausfindig zu machen und anzuklagen, die für den Tod ihres Sohnes verantwortlich waren. In den letzten Jahren hat Shahnaz Akmali gemeinsam mit den Müttern anderer Opfer von Menschenrechtsverletzungen im Iran an Mahnwachen und Kundgebungen teilgenommen, bei denen sie Gerechtigkeit für ihre Angehörigen forderten. Sie organisierte auch öffentliche Unterstützung für politische Gefangene und ihre Familien. Im Januar 2017 setzte sich Shahnaz Akmali mit anderen Aktivisten über soziale Medien für die Freilassung des Menschenrechtsverteidigers Arash Sadeghi ein, der eine Haftstrafe von 15 Jahren im Evin-Gefängnis verbüßt.

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Shahnaz Akmali am Grab ihres getöteten Sohnes

Nachdem das Urteil gegen Shahnaz Akmali bekannt geworden war, protestierten zahlreiche Iraner und Menschenrechtler im Internet und forderten die Aufhebung der Haftstrafe. Die Menschenrechtsverteidigerin werde allein deswegen bestraft, weil sie nicht bereit sei, die Ermordung ihres Sohnes und die Unterdrückung im Iran schweigend hinzunehmen.

Die Unrechtsjustiz im Iran wirft Shahnaz Akmali u.a. Kontakte zu anderen iranischen Menschenrechtlern vor, darunter auch zu der mit internationalen Menschenrechtspreisen ausgezeichneten Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh. Weiterhin wird die Haftstrafe damit begründet, dass Shahnaz Akmali ausländischen Medien Interviews gegeben und im Internet Informationen über die Lage von politischen Gefangenen veröffentlicht hat.

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