Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles-500
11. November 2017

Menschenrechtsarbeit wirkt: Britischer Außenminister verurteilt Gefangenschaft von Nazanin Zaghari-Ratcliffe im Iran

Die britische Staatsangehörige Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist seit über 18 Monaten im Iran in unrechtmäßiger Gefangenschaft. Menschenrechtler setzen sich dafür ein, dass die britische Regierung ihren gesamten Einfluss geltend macht, um zu erreichen, dass die Stiftungsmitarbeiterin schnellstmöglich freigelassen wird und mit ihrer Tochter nach London zurückkehren kann.

Der britische Außenminister Boris Johnson hat am 1. November in einer öffentlichen Anhörung vor einem Parlamentsausschuss die Inhaftierung der britischen Staatsangehörigen Nazanin Zaghari-Ratcliffe im Iran scharf verurteilt und erklärte, er sei bereit, sie im Teheraner Evin-Gefängnis zu besuchen. Menschenrechtler erhoffen sich nun wirksame Maßnahmen der britischen Regierung, um die Freilassung der Stiftungsmitarbeiterin zu erreichen.

ratcliffe-400

Nazanin Zaghari-Ratcliffe mit ihrer Tochter Gabriella

Die Verurteilung erfolgte, nachdem Menschenrechtler die britische Regierung seit Monaten zu einer öffentlichen Stellungnahme gegen die unrechtmäßige Gefangenschaft Nazanin Zaghari-Ratcliffes aufgerufen hatten. Weltweit setzen sich Menschen mit Petitionen und Mahnwachen für die Freilassung der 38-jährigen Britin iranischer Herkunft ein.

Der britische Außenminister bezeichnete die gegen Nazanin Zaghari-Ratcliffe verhängte Haftstrafe als „Verhöhnung des Rechts“ und kritisierte ihre Behandlung im Gefängnis. Es gebe „offensichtliche humanitäre Gründe“, die ihre Freilassung notwendig machen.

Kate Allen, die Direktorin der britischen Sektion von Amnesty International, begrüßte die Äußerungen des Außenministers und rief die britische Regierung auf, ihren gesamten Einfluss geltend zu machen, um zu erreichen, dass Nazanin Zaghari-Ratcliffe schnellstmöglich freigelassen wird und mit ihrer Tochter nach London zurückkehren kann.

Nazanin Zaghari-Ratcliffe war mit ihrer Tochter Gabriella zu Besuch bei ihrer Familie in Teheran, als sie am 3. April 2016 festgenommen wurde. Die Tochter ist seither in der Obhut der Großeltern in Teheran. Die Mutter darf ihre dreijährige Tochter nur im Gefängnis sehen.

Im September 2016 wurde Nazanin Zaghari-Ratcliffe aufgrund konstruierter Anklagen wegen angeblicher „Umsturzversuche“ im Iran zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Stiftungsmitarbeiterin war nie an politischen Aktivitäten im Iran beteiligt. Wie Iran-Experten bestätigen, nutzt das Regime in Teheran ihre Gefangenschaft als politisches Druckmittel - wie es auch bei anderen Gefangenen mit doppelter Staatsbürgerschaft der Fall ist.

Nach 18 Monaten Haft wurde Nazanin Zaghari-Ratcliffe im Oktober 2017 erneut vor ein Revolutionsgericht gestellt. Sie erfuhr dort von neuen Anklagen, die zu einer Verurteilung zu weiteren 16 Jahren Gefängnis führen können. Daraufhin erlitt sie einen Nervenzusammenbruch.

ratcliffe-400-2

Richard Ratcliffe (Bild Mitte), der Ehemann der Gefangenen, setzt sich von London aus mit einer internationalen Kampagne für die Freilassung seiner Frau ein. Er hat mehrfach an die britische Regierung appelliert, deutlich Stellung zu beziehen und öffentlich ihre sofortige Freilassung zu fordern.

mehr Informationen



16. Januar 2018

Iran: Anhaltende Massenverhaftungen und weitere Todesfälle in Gefängnissen

Familienangehörige von festgenommen Demonstranten werden eingeschüchtert und bedroht. Sie appellieren an die internationalen Menschenrechtsorganisationen, sich dafür einzusetzen, dass alle, die wegen ihrer Teilnahme an den Demonstrationen verhaftet wurden, sofort freigelassen werden. Alle Gefangenen müssen vor Folter und Misshandlungen geschützt werden.

14. Januar 2018

Kundgebungen und Mahnwachen in Europa und Amerika: Solidarität mit den Bürgerprotesten im Iran

Exiliraner und Menschenrechtler rufen zu Solidarität mit der Bevölkerung im Iran auf: Demonstrationsrecht schützen! Gewalt gegen Demonstranten stoppen! Gefangene freilassen! Menschenrechte verteidigen!

12. Januar 2018

Weitere Tote nach Misshandlungen in iranischen Gefängnissen

Amnesty International: "Die Geheimhaltungspolitik und die mangelnde Transparenz über das, was mit diesen Häftlingen geschah, ist alarmierend. Anstatt voreilig zu erklären, dass sich die fünf selbst umgebracht hätten, müssen die Behörden sofort eine unabhängige, unparteiische und transparente Untersuchung einleiten, die auch eine unabhängige Autopsie umfasst".


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken