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12. Januar 2018

Weitere Tote nach Misshandlungen in iranischen Gefängnissen

Amnesty International: "Die Geheimhaltungspolitik und die mangelnde Transparenz über das, was mit diesen Häftlingen geschah, ist alarmierend. Anstatt voreilig zu erklären, dass sich die fünf selbst umgebracht hätten, müssen die Behörden sofort eine unabhängige, unparteiische und transparente Untersuchung einleiten, die auch eine unabhängige Autopsie umfasst".

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Repression im Iran: Regime-Truppen vor öffentlichen Gebäuden in Teheran

Berichten von Menschenrechtlern zufolge sind in iranischen Gefängnissen in den letzten Tagen mindestens fünf festgenommene Demonstranten zu Tode gekommen.

Der 23-jährige Sina Ghanbari starb am 6. Januar im Teheraner Evin-Gefängnis. Während das Regime behauptet, er habe sich selbst getötet, war sein Tod Menschenrechtlern zufolge eine Folge der Misshandlungen in der Haft.

Laut der bekannten Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh wurden vier weitere Todesfälle in iranischen Gefängnissen bekannt, zwei davon im Evin-Gefängnis. Mindestens zwei weitere festgenommene Demonstranten – Vahid Heydari und Mohsen Adeli – starben Berichten zufolge im Januar in der zentraliranischen Stadt Arak und in der südwestiranischen Stadt Dezfoul. Menschenrechtler und Familienangehörige zweifeln in allen vier Fällen die offizielle Behauptung an, dass sich die Inhaftierten selbst getötet hätten.

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Der 22-jährige Mohammad Heydari (Bild) starb anfangs Januar in einer Polizeistation der Stadt Arak, nachdem er am 31. Dezember bei Protesten festgenommen worden war. Familienangehörige berichteten, dass sie bei dem Toten schwere Schädelverletzungen gesehen hätten, bevor er begraben wurde. Es habe ausgesehen, als sei er mit einem Beil erschlagen worden. Der Familie wurde unter Drohungen verboten, mit Medien zu sprechen. Eine Autopsie wurde nicht zugelassen.

Amnesty International forderte am 9. Januar, dass diese Todesfälle unverzüglich untersucht werden müssen. Außerdem müssten die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um Inhaftierte vor Folter zu schützen und weitere Tote zu verhindern.

"Die Geheimhaltungspolitik und die mangelnde Transparenz über das, was mit diesen Häftlingen geschah, ist alarmierend. Anstatt voreilig zu erklären, dass sich die fünf selbst umgebracht hätten, müssen die Behörden sofort eine unabhängige, unparteiische und transparente Untersuchung einleiten, die auch eine unabhängige Autopsie umfasst", sagte Magdalena Mughrabi, stellvertretende Leiterin Amnesty International für den Bereich Naher Osten und Nordafrika.

"Wir dokumentieren seit langem die albtraumhaften Zustände in iranischen Hafteinrichtungen, auch den Einsatz von Folter. Alle, die für die Todesfälle verantwortlich sein könnten, sollten vorerst suspendiert werden. Sie müssen in einem Verfahren vor Gericht gestellt werden, das den internationalen Standards für ein faires Gerichtsverfahren entspricht und in dem nicht auf die Todesstrafe zurückgegriffen wird."

Zahlreiche Familienangehörige der vielen Hundert Inhaftierten berichten, dass sie keine Auskunft über ihre inhaftierten Angehörigen erhalten. Stattdessen seien sie von den Behörden bedroht und eingeschüchtert worden, und das nur, weil sie Fragen gestellt hatten.

"Die iranischen Behörden müssen die Angehörigen nicht nur über den Verbleib der Inhaftierten informieren, sondern auch Besuche durch Familienangehörige zulassen und eine rechtliche Vertretung sicherstellen. Niemand sollte Vergeltungsmaßnahmen ausgesetzt sein, weil er sich nach dem Verbleib einer geliebten Person erkundigt oder deren Schicksal aufklären möchte", betonte Magdalena Mughrabi.

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