Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles-500
05. Februar 2018

Iran: Mutiger Frauen-Protest gegen den Schleierzwang

Mehr als 30 Frauen wurden allein in Teheran wegen ihres friedlichen Protests verhaftet. Die Regime-Justiz hat angekündigt, dass sie hart gegen die wachsende Zahl der "Anti-Kopftuch-Demonstrantinnen" durchgreifen wird.

Berichten von Menschenrechtsverteidigern und staatlichen iranischen Medien zufolge wurden Ende Januar in der iranischen Hauptstadt Teheran mehr als 30 Frauen verhaftet, weil sie öffentlich gegen den Schleierzwang protestiert haben.

Vida-Movahed-400

Seit Anfang 2018 zeigen immer mehr Frauen im Iran ihre Auflehnung gegen den Schleierzwang, indem sie in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch abnehmen und als Protestfahne schwenken. Die Frauen riskieren dabei, dass sie ins Visier von Polizei und paramilitärischen Milizen geraten und Schikanen, Gewalt und Inhaftierungen ausgesetzt werden.

Protest-400

Die Regime-Justiz hat im Januar angekündigt, dass sie hart gegen die wachsende Zahl der „Anti-Kopftuch-Demonstrantinnen“ durchgreifen werde. Sie wirft den Demonstrantinnen vor, „vom Ausland beeinflusst“ zu sein. Der Teheraner Generalstaatsanwalt bezeichnete es als eine „eindeutige Straftat“, wenn Frauen ihr Kopftuch in der Öffentlichkeit abnehmen. Die Staatsanwaltschaft werde diesbezüglich „ihre Pflicht konsequent erfüllen“, warnte er.

Protest-400-2

In den vergangenen Tagen wurden in den sozialen Netzwerken zahlreiche Fotos von Frauen aus allen Altersgruppen verbreitet, die ihr Kopftuch auf offener Straße abnahmen und als Protestfahne schwenkten. Auch Männer solidarisierten sich mit diesen Protesten.

Die erste international bekanntgewordene „Anti-Kopftuch-Demonstrantin“ war die 31-jährige Vida Movahed. Sie wurde Ende Dezember auf der Enghelab-Straße in Teherans Stadtmitte festgenommen und nach Angaben der Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh einen Monat lang im Gefängnis festgehalten.

Narges-Hosseini-400

Die Aktivistin Narges Hosseini kurz vor ihrer Festnahme. Sie wurde im Januar 2018 in einem Gefängnis südlich von Teheran eingesperrt.

Im Iran ist gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Frauen und Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie lange, weite Kleidung tragen müssen, um Haare und Körperkonturen zu verbergen. Der gesetzliche Schleierzwang verletzt die Rechte der Frauen auf Gleichheit, Privatsphäre, Meinungs-, Glaubens- und Religionsfreiheit.

Repression-Iran-400

Das Regime im Iran geht mit äußerster Gewalt gegen die Frauen vor, die sich für Frauenrechte einsetzen. Initiativen für die Gleichberechtigung der Frauen werden kriminalisiert, Frauenrechtsaktivistinnen werden verhaftet.

Amnesty International hat im Januar das Ende der Verfolgung der Frauen im Iran gefordert, die sich gegen den Schleierzwang einsetzen. Der Schleierzwang sei diskriminierend und demütigend und verletze die Frauenrechte seit Jahrzehnten.

mehr Informationen



18. Mai 2018

Regime-Gewalt im Iran stoppen! Tote und Verletzte nach friedlichen Bürgerprotesten in der Stadt Kazerun

In der südiranischen Stadt Kazerun haben Regime-Truppen auf friedliche Demonstranten geschossen. Mindestens zwei Menschen wurden dabei getötet und mehrere andere schwer verletzt. Mit Massenverhaftungen versucht das Regime, die Bürgerproteste zu stoppen.

18. Mai 2018

Repression im Iran: Menschenrechtsverteidigerin erneut angeklagt

Raheleh Rahemipour fordert Aufklärung darüber, was mit ihrem Bruder und ihrer kleinen Nichte passiert ist, die Anfang der 1980er in einem iranischen Gefängnis in Haft waren und dann vom Regime für tot erklärt wurden. Dafür wird die Menschenrechtsaktivistin seit Jahren verfolgt.

16. Mai 2018

Christenverfolgung: Vier iranischen Christen drohen 10 Jahre Haft

Die langjährigen Haftstrafen gegen den protestantischen Pastor Youcef Nadarkhani und drei Mitglieder seiner Gemeinde wurden im Iran von einem Berufungsgericht bestätigt. Sie wurden allein wegen ihres christlichen Glaubens verurteilt.


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken