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Der Anwalt der im Iran zum Tod durch Steinigung verurteilten Sakineh Mohammadi-Ashtiani hat mehr internationale Aufmerksamkeit für den Fall angemahnt.
Die 43-jährige Sakineh Mohammadi-Ashtiani soll nach dem Willen des iranischen Regimes sterben. Die Mutter von zwei Kindern soll angeblich Ehebruch begangen haben und an der Tötung ihres Ehemannes beteiligt gewesen sein. Die Vorwürfe werden von ihrem Anwalt Mohammad Mostafai bestritten.
Der in Menschenrechtsfragen erfahrene Anwalt Mostafai hatte den Fall vor rund einem Jahr übernommen und in seinem Internet-Blog darüber berichtet. Internationale Medien nahmen die Geschichte auf, der Druck auf den Iran wächst seither stetig. Auch Mostafai selbst geriet ins Visier der iranischen Justiz. Er wurde verhört, seine Frau und sein Schwager wurden verhaftet. Sie wurden erst wieder freigelassen, als Mostafai in die Türkei flüchtete und in Norwegen Asyl beantragte.
Den Argwohn des Regimes weckte der Anwalt schon seit Jahren, weil er sich besonders für zum Tode verurteilte Frauen und Jugendliche einsetzt. Vor seiner Flucht aus dem Iran ist es ihm oft gelungen, die Vollstreckung der Urteile zu verhindern. Im Falle der vom Tod durch Steinigung bedrohten Sakineh Mohammadi-Ashtiani ist Mostafai nun auf die Hilfe der Weltöffentlichkeit angewiesen. Am 18. August warb er in Berlin um internationale Unterstützung.
Eingeladen zur Pressekonferenz hatte die Cinema for Peace Foundation, in der sich Schauspieler und andere Filmschaffende für Menschenrechte einsetzen. Mostafai lag viel daran, deutlich zu machen, dass es um mehr geht, als Sakineh Mohammadi-Ashtianis Leben zu retten. "Sie ist ein Symbol, um die weltweite Aufmerksamkeit auf die Todesstrafe zu lenken", sagte Mostafai. In der iranischen Gesellschaft, insbesondere in der Justiz fänden Frauen keine Unterstützung.

Protestaktion gegen die Steinigung der Iranerin Sakineh Mohammadi-Ashtiani
Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, würdigte Mostafais Einsatz. Er habe höchsten Respekt vor seinem Mut. Die öffentliche Unterstützung solle auch als Signal an Menschenrechtsverteidiger verstanden werden, die weiterhin im Iran unter wirklich allerschwierigsten Bedingungen ihrer Arbeit nachgingen. "Sie sind nicht allein", sagte Löning.
Der deutsche Menschenrechtsbeauftragte appellierte an den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, die Todesstrafe generell abzuschaffen. Sie sei eine Schande für sein Land. "Die Todesstrafe ist durch nichts zu rechtfertigen", sagte Löning.
nach Presseberichten
Die Mitgliedsländer des Europarats werden aufgerufen, positiv über die Aufnahme von iranischen Oppositionellen aus Ashraf zu entscheiden.
"Es ist die Pflicht der UNO, die wehrlosen Menschen in Ashraf zu schützen und ihre sichere Ausreise in westliche Länder zu ermöglichen."
Ingrid Betancourt: "Wir sind besorgt über einen Plan zur Umsiedlung der Menschen aus Ashraf in ein Lager, das allem Anschein nach ein Konzentrationslager ist. Ich selbst kenne das Leben in einem Konzentrationslager aus eigener Erfahrung. Es ist ein Ort systematischer Menschenrechtsverletzungen. Ein Ort, der dafür geschaffen wurde, die Insassen zu erniedrigen, ihre Würde zu verletzen, ihren Willen zu brechen."