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14. Mai 2018

Iran: Protestkundgebungen von Lehrern in über 30 Städten

Lehrerinnen und Lehrer haben im Iran mit landesweiten Kundgebungen für soziale Gerechtigkeit demonstriert. Sie forderten auch die Freilassung von inhaftierten Kollegen und anderen politischen Gefangenen. Regimepolizisten gingen gewaltsam gegen die friedlichen Proteste vor und verhafteten mehrere Lehrer.

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Am 10. Mai haben Lehrerinnen und Lehrer in über 30 iranischen Städten für soziale Gerechtigkeit demonstriert und gleichzeitig die Freilassung von inhaftierten Kollegen und anderen politischen Gefangenen gefordert. Die Protestkundgebungen waren landesweit von verschiedenen Lehrer-Gewerkschaften organisiert worden. Auf Plakaten war zu lesen: „Brot, Arbeit, Freiheit und Gerechtigkeit!“.

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Mit den Protesten wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Gehälter der Lehrer im Iran unter der Armutsgrenze liegen. Viele Lehrer sind gezwungen, Nebenjobs anzunehmen, um ihre Familien zu ernähren. Die Demonstranten forderten angemessene Gehälter und Krankenversicherungen für alle Lehrer sowie Arbeitsplatzsicherheit.

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Die Lehrer warfen dem Regime außerdem Machtmissbrauch, Inkompetenz, Korruption und Unterdrückung vor und protestierten dagegen, dass die Förderung der Schulausbildung im Iran seit Jahren vernachlässigt wird. Dies habe dazu geführt, dass viele Schulen aufgrund des Mangels an Lehrkräften und Finanzen keinen angemessenen Unterricht mehr durchführen könnten.

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Die Kundgebungsteilnehmer forderten auch das Ende der Diskriminierungen innerhalb des Bildungssystems, durch die vor allem ethnische und religiöse Minderheiten sowie Mädchen benachteiligt werden.

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Weiterhin demonstrierten die Lehrer für das Recht, sich in vom Staat unabhängigen Verbänden und Gewerkschaften organisieren zu dürfen. Im Iran sind unabhängige Gewerkschaften nicht anerkannt. Ihre Mitglieder werden verfolgt, vor Gericht gestellt und zu langen Haftstrafen verurteilt.

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Mit Plakaten und Sprechchören forderten die Demonstranten die Freilassung aller unrechtmäßig inhaftierten Lehrer und politischen Gefangenen.

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Demonstrantinnen fordern die Freilassung des Mathematiklehrers Ismail Abdi, der allein wegen seines Engagements innerhalb der Teheraner Lehrergewerkschaft zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Ismail Abdi, der im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert ist, befindet sich seit Ende April in einem Hungerstreik, um gegen die unmenschlichen Haftbedingungen und die Verfolgung von Lehrern, die sich für Bürgerrechte einsetzen, zu protestieren.

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Die Protestkundgebung vor der Behörde für Haushaltsplanung in Teheran wurde von Regime-Polizisten angegriffen, die mit Schlagstöcken auf die protestierenden Lehrerinnen und Lehrern einprügelten, um die Demonstration aufzulösen. Dabei wurden mehrere Demonstranten verletzt, und es gab zahlreiche Festnahmen. Auch aus anderen Städten wurden Verhaftungen und Gewaltanwendung durch die Regime-Polizei gemeldet.

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Die gewerkschaftlich engagierten Lehrer Mohammad Taghi Fallahi, Rassoul Bodaghi und Mohammad Habibi (im Bild v. l. n. r.) wurden bei der Protestkundgebung in Teheran verhaftet.

Unter den in Teheran verhafteten Lehrern sind Mohammad Taghi Fallahi, Vorstandsmitglied der Teheraner Lehrergewerkschaft, Mohammad Habibi, Ali Zolfi, Ismail Gerami, Mohammad Hassan Poureh und Rassoul Bodaghi. Mohammad Habibi war bereits im März und April sechs Wochen lang in Haft. Rassoul Bodaghi hat früher bereits eine sechsjährige Haftstrafe verbüßt, weil er sich friedlich für die Rechte von Lehrern eingesetzt hat.

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