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16. Mai 2018

Christenverfolgung: Vier iranischen Christen drohen 10 Jahre Haft

Die langjährigen Haftstrafen gegen den protestantischen Pastor Youcef Nadarkhani und drei Mitglieder seiner Gemeinde wurden im Iran von einem Berufungsgericht bestätigt. Sie wurden allein wegen ihres christlichen Glaubens verurteilt.

Nach Angaben von Menschenrechtlern hat die Justiz des Teheraner Regimes die Berufung von vier Christen aus der nordiranischen Stadt Rasht gegen langjährige Hafturteile abgelehnt. Damit sind die vier Männer in unmittelbarer Gefahr, allein wegen ihres Glaubens 10 Jahre lang eingesperrt zu werden.

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Der protestantische Pastor Youcef Nadarkhani (im Bild 2.v.l.) sowie drei Mitglieder seiner Gemeinde, Mohammadreza Omidi, Yasser Mossayebzadeh and Saheb Fadaie, sind ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben.

Die vier Männer wurden 2017 wegen angeblicher "Gefährdung der Staatssicherheit" vor Gericht gestellt. Der tatsächliche Grund war ihr Übertritt zum Christentum und ihre aktive Mitarbeit in Hausgemeinden.

Im Juli 2017 wurden sie zu jeweils zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nadarkhani und Omidi wurden außerdem mit zwei Jahren Verbannung nach der Haft bestraft. Die Verbannungsorte liegen im äußersten Süden des Iran, ca. 2000 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt.

Die vier Christen legten dann Berufung gegen die Urteile ein und erfuhren Anfang Mai, dass das Berufungsgericht die Urteile vom Juli 2017 bestätigt habe.

Omidi, Mossayebzadeh und Fadaie waren bereits 2016 zu 80 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie bei einer Abendmahlsfeier Wein getrunken hatten. Die Strafe wurde bisher noch nicht vollstreckt. Alkoholkonsum ist Christen im Iran gestattet, Muslimen jedoch bei Strafe verboten. Christliche Konvertiten gelten vor dem Gesetz weiterhin als Muslime, da die islamistischen Gesetze im Iran eine Abkehr vom Islam verbieten.

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Pastor Youcef Nadarkhani und seine Frau Tina wurden wegen ihres Glaubens schon mehrfach bedroht, verhaftet und vor Gericht gestellt.

Pastor Nadarkhani wurde weltweit bekannt, als ein Revolutionsgericht ihn im Jahre 2010 wegen „Abfall vom Islam“ zum Tode verurteilte. Das hatte eine internationale Protestwelle ausgelöst. 2012 konnte Nadarkhani das Gefängnis verlassen, war aber zwischenzeitlich immer wieder inhaftiert und drangsaliert worden, weil er seine Gemeindearbeit nicht aufgab.

Die langen Haftstrafen sind Teil einer Verfolgungskampagne des islamistischen Regimes im Iran, die sich besonders gegen iranische Christen muslimischer Herkunft richtet. Menschenrechtsorganisationen und christliche Hilfswerke haben zu Protesten gegen die anhaltende Unterdrückung der Christen im Iran aufgerufen.

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