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05. März 2022

Weltfrauentag 2022: Frauenrechtlerinnen und Menschenrechtsaktivistinnen im Iran brauchen Solidarität und Hilfe!

Anlässlich des Weltfrauentages 2022 fordern wir die Freilassung aller Frauen, die im Iran wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte und Gleichberechtigung in Haft sind. Der internationale öffentliche Druck muss erheblich zunehmen, um die Verfolgung von Frauenrechtlerinnen zu stoppen und die Freilassung von Gefangenen zu erreichen.

Frauen spielen eine führende Rolle in der Menschenrechtsbewegung im Iran. Sie verbinden diesen Einsatz mit ihrem Kampf für Gleichberechtigung und gegen die frauenfeindlichen Gesetze der Islamisten.

Das Teheraner Regime geht mit äußerster Gewalt gegen die Frauen vor, die sich gegen die Unterdrückung auflehnen. Immer wieder werden Frauen wegen ihrer Mitwirkung an Bürgerprotesten gegen die Diktatur festgenommen, misshandelt und gefoltert. Viele von ihnen wurden wegen angeblicher „Gefährdung der Staatssicherheit“ zu langen Gefängnisstrafen und Peitschenhieben verurteilt.

Zahlreichen Frauen, die sich für Frauenrechte, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen, droht eine jahrelange Gefangenschaft. Den Frauen, die bereits inhaftiert sind, wird systematisch der Kontakt zu ihren Familien und Anwälten sowie der Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert. Hier Beispiele:

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Yasaman Aryani

Die 25-jährige Frauenrechtsaktivistin Yasaman Aryani ist im Kachoui-Gefängnis der westlich von Teheran gelegenen Stadt Karaj Repressalien und Misshandlungen ausgesetzt. Sie verbüßt dort eine Gefängnisstrafe von fünfeinhalb Jahren, zu der sie wegen ihres Einsatzes für Frauenrechte und ihrer Proteste gegen den Schleierzwang verurteilt worden war.

Yasaman Aryani wurde im April 2019 in Teheran verhaftet. Sie hatte zusammen mit ihrer Mutter Monireh Arabshahi und einer anderen Frauenrechtlerin am Weltfrauentag 2019 in der Teheraner U-Bahn ihr Kopftuch abgenommen und zu Ehren des Frauentages Blumen an die weiblichen Fahrgäste verteilt. Videos dieser Protestaktion kursierten damals im Internet.

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Fariba Assadi

Die Bürgerrechtlerin Fariba Assadi befindet sich im Hungerstreik. Sie ist im Gharchak-Gefängnis in Varamin, einer Vorstadt im Süden Teherans, inhaftiert. Das Gefängnis ist berüchtigt für menschenunwürdige hygienische Verhältnisse, die alle internationalen Menschenrechtsvorschriften verletzen. Fariba Assadi verbüßt dort seit dem 3. Januar 2022 eine einjährige Haftstrafe wegen angeblicher „Propaganda gegen den Staat“. Mit ihrem Hungerstreik protestiert sie gegen ihre unrechtmäßige Gefangenschaft und die gewaltsamen Übergriffe, denen sie in diesem Gefängnis ausgesetzt ist.

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Nasrin Javadi

Nasrin Javadi, die der Freien Arbeitnehmer-Gewerkschaft Irans angehört, wurde im Februar 2022 von der Regime-Justiz aufgefordert, ihre siebenjährige Haftstrafe anzutreten. Die 64-jährige ehemalige Angestellte der Sozialversicherung war am 1. Mai 2019 in Teheran kurzzeitig festgenommen worden. Wegen ihrer gewerkschaftlichen Arbeit wirft die Regime-Justiz ihr „Gefährdung der Staatsicherheit“ vor und verurteilte sie zu sieben Jahren Haft und 74 Peitschenhieben.

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Farzaneh Ansarifar

Ein Regime-Gericht in der südwest-iranischen Stadt Mahshahr hat die 24-jährige Farzaneh Ansarifar Ende Februar 2022 zu einer Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahre verurteilt, weil sie Gerechtigkeit für ihren Bruder fordert, der von Regime-Truppen erschossen wurde.

Ihr Bruder, der 27-jährige Farzad Ansarifar, hatte am 16. November 2019 in der Stadt Behbahan an friedlichen Bürgerprotesten gegen das Regime teilgenommen und war von Regime-Truppen in den Hinterkopf geschossen worden.

Farzaneh Ansarifar hat seither immer wieder mit Mahnwachen und im Internet gegen die Regime-Gewalt protestiert und gefordert, dass die Verantwortlichen für die Ermordung ihres Bruders zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Aus diesem Grund verurteilte die Regime-Justiz sie wegen angeblicher „Gefährdung der Staatssicherheit“.

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Aliyeh Eghdam-Doost

Die ehemalige Lehrerin Aliyeh Eghdam-Doost (69) wurde am 7. Februar 2022 in der nordiranischen Stadt Fooman verhaftet. Sie war bereits 2018 wegen ihrer Mitwirkung an Lehrer-Protesten für soziale Gerechtigkeit festgenommen und zu neun Monaten Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt worden.

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Asal Mohammadi

Die Bürgerrechtlerin Asal Mohammadi wurde im Februar 2022 in Teheran zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Wegen ihres Einsatzes für die Rechte von Arbeitnehmern und politischen Gefangenen war sie im November 2021 unter Misshandlungen verhaftet und über zwei Wochen lang im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten worden.

Die Weltgemeinschaft muss sich nachdrücklich für die Frauen einsetzen, die im Iran verfolgt werden, weil sie für Gleichberechtigung und gegen Unterdrückung eintreten. Der internationale öffentliche Druck muss erheblich zunehmen, um die Verfolgung von Frauenrechtlerinnen zu stoppen und die Freilassung von Gefangenen zu erreichen. Die Proteste der iranischen Frauen für Freiheit und Gleichberechtigung müssen weltweit unterstützt werden.

weitere Informationen finden Sie hier



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