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Pastor Yousef Nadarkhani wurde zum Tode verurteilt, weil er zum christlichen Glauben übergetreten ist.
Dem iranischen Pastor Yousef Nadarkhani, der in der Stadt Rasht (Nordiran) inhaftiert ist, droht die Hinrichtung durch den Strang. Er wurde im September 2010 zum Tode verurteilt, weil er vom Islam zum Christentum konvertiert ist. Im Iran kann der „Abfall vom Islam“ mit dem Tode bestraft werden. Das schriftliche Todesurteil wurde Yousef Nadarkhani Mitte November zugestellt. Der Pastor hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Das Ergebnis des Berufungsverfahrens steht noch aus.
Yousef Nadarkhani ist seit zehn Jahren Pastor von Hausgemeinden im Nordiran. Er war bereits im Dezember 2006 unter dem Vorwurf des Übertritts zum Christentum zwei Wochen lang in Haft. Nadarkhani ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von 6 und 8 Jahren.
Am 12. Oktober 2009 wurde er erneut verhaftet, nachdem er in der Schule seiner Söhne gegen den Zwang zur Teilnahme am Islam-Unterricht protestiert hatte. Er wurde im Lakan-Gefängnis im Süden der Stadt Rasht inhaftiert. Gegen den Pastor wurde dann wegen „Abfalls vom Islam und Verbreitung des christlichen Glaubens“ Anklage erhoben.
Mit verschiedenen Methoden wurde versucht, Yousef Nadarkhani zur Rückkehr zum Islam zu bewegen. Um ihn unter Druck zu setzen, wurde seine Ehefrau Fatemeh Pasandideh am 18. Juni 2010 verhaftet. Das Ehepaar wurde in der Haft bedroht, damit es zum Islam konvertiert. Zu den Repressalien gehörten Isolationshaft und Besuchsverbote. Den Eltern wurde sogar angedroht, dass man ihnen das Erziehungsrecht über ihre Kinder nehmen werde.

Pastor Yousef Nadarkhani mit seiner Frau Fatemeh Pasandideh und seinen beiden Söhnen
Fatemeh Pasandideh wurde dann in einem Gerichtsprozess ohne Rechtsbeistand zu lebenslanger Haft verurteilt. In der Berufungsverhandlung, wo die Frau von einem Anwalt verteidigt wurde, wurde das Urteil aufgehoben, und sie wurde Mitte Oktober aus der Haft entlassen.
Nach seiner Verurteilung zum Tode im September 2010 wurde Pastor Yousef Nadarkhani in ein Hochsicherheitsgefängnis des Geheimdienstes verbracht. Der Kontakt zu seiner Familie und seinem Anwalt wird ihm nun gänzlich verwehrt.
Für die Freilassung des zum Tode verurteilten iranischen Pastors hat sich Ende Oktober auch die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit eingesetzt. Die Kommission appellierte an die US-Regierung, bei der Regierung in Teheran auf seine sofortige und bedingungslose Freilassung zu dringen.
Dieser Fall Yousef Nadarkhanis sei ein weiterer Beweis dafür, dass es "keine Transparenz oder Gerechtigkeit in Irans sog. Rechtssystem" gebe, erklärte der Kommissionsvorsitzende Leonard Leo. Die Regierung von Präsident Barack Obama müsse ihre Stimme für die religiösen Minderheiten erheben. Internationaler Druck habe Auswirkungen auf den Iran, so der katholische Jurist. Im vergangenen Jahr habe sich der ohnehin mangelhafte Zustand der Religionsfreiheit im Iran weiter verschlechtert.
Die 1998 ins Leben gerufene US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit veröffentlicht Berichte über Länder, in denen die Religionsfreiheit bedroht ist. Sie empfiehlt der US-Regierung, Sanktionen zu erlassen.
nach Presseberichten