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Nach dem Weltverfolgungsindex 2011 steht der Iran erneut auf Platz zwei der Rangliste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
Im Iran sind mehrere christliche Prediger festgenommen worden. Die Anführer einer angeblich „korrupten und fehlgeleiteten“ christlichen Bewegung seien in der Provinz Teheran festgenommen worden und weitere Festnahmen stünden bevor, sagte der Gouverneur der Provinz Teheran, Mortesa Tamaddon, am 4. Januar der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna. Die Verhafteten hätten einen „religiösen und kulturellen Angriff“ auf den Iran geplant. Ob es sich dabei um Iraner oder Ausländer handelte und welcher Bewegung sie angehörten, sagte Tamaddon nicht.

Im Iran steht Missionsarbeit unter Strafe und gemäß dem fundamentalistischen Strafrecht kann der Übertritt vom Islam mit dem Tod bestraft werden. In den vergangenen Jahren wurden wiederholt christliche Konvertiten inhaftiert und die Polizei ging immer wieder gegen private "Hauskirchen“ vor.
Unterdessen veröffentliche das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors am 5. Januar den Weltverfolgungsindex 2011. Der Iran steht nach Nordkorea erneut auf Platz zwei der Rangliste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
Der seit 1993 erscheinende Weltverfolgungsindex führt 50 Staaten auf, in denen Christen ihrem Glauben nicht unbehelligt nachgehen können. In die Rangliste fließen sowohl veröffentlichte Berichte zu nachgewiesener Diskriminierung als auch Experteneinschätzungen ein. Zudem werden Betroffene und Zeugen vor Ort befragt.
Im Iran, so Open Doors, wurden zwischen Dezember 2009 und März 2010 Hunderte der insgesamt etwa 450.000 Christen im Land inhaftiert. Vor allem Armenier und Assyrer berichteten von Verfolgungen, Misshandlungen und Diskriminierung. Im Iran werden Gottesdienste laut Open Doors von der Geheimpolizei überwacht und Bibeln konfisziert.
Auch Katholische Bischöfe in Deutschland äußerten sich am 5. Januar besorgt über die zunehmende Gewalt gegen Christen in aller Welt. Religiöse Minderheiten müssten in ihren Heimatländern in Sicherheit und Würde leben können, sagte der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten. Er appellierte an die Bundesregierung, ihren Einfluss geltend zu machen. Wenn es zu einer Fluchtbewegung der Christen komme, habe Deutschland die Verpflichtung, schutzbedürftige Menschen aufzunehmen.
nach Presseberichten