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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Geschändeter Friedhof der Religionsgemeinschaft der Bahai im Iran
10. Februar 2011

Iran: Verfolgung von Christen hält an

Menschenrechtsorganisationen sprechen von der größten Verhaftungswelle im Iran seit Langem.

Im Namen der Vereinten Nationen hat Heiner Bielefeldt, UN-Sonderbeauftragter für Religionsfreiheit, vom iranischen Regime Aufklärung über die Massenverhaftung von Christen im Iran in den letzten Wochen verlangt. Menschenrechtsorganisationen wie Open Doors oder Human Rights Watch sprechen von der größten Verhaftungswelle im Iran seit Langem. Mindestens 70 evangelische Christen wurden Berichten von Menschenrechtlern zufolge in den Weihnachtstagen verhaftet, verschleppt und misshandelt. In vielen Fällen würden die Verhafteten ohne juristischen Beistand festgehalten und dürften auch nicht mit ihren Familien Kontakt aufnehmen.

Christen-Iran

Als Grund für die Verhaftung hatte der Generalgouverneur der Provinz Teheran Mortesa Tamaddon Anfang Januar erklärt, die Christen seien wegen ihres angeblichen „verderblichen Einflusses“ festgesetzt worden und weitere Festnahmen stünden bevor. Die Verhafteten hätten einen „religiösen und kulturellen Angriff“ auf den Iran geplant.

Berichten zufolge wurden Ende Januar einzelne Christen freigelassen, darunter vier Frauen aus dem Evin-Gefängnis in Teheran. Sie waren während der Verhaftungswelle an Weihnachten festgenommen worden. Über das Schicksal der meisten verhafteten Christen ist jedoch nichts bekannt.

Evangelikalen Christen, die sich meist in unabhängigen Hauskirchen organisieren, wird vorgeworfen, sie betrieben Missionstätigkeit und missachteten dabei auch das Apostasie-Verbot. Die Abkehr vom Islam oder die Konversion eines Muslims zu einem anderen Glauben ist im Iran mit schweren Strafen bis hin zur Todesstrafe bedroht.

Das Vorgehen der Behörden gegen die freikirchlichen Christen spielt sich, so ein Bericht der Tageszeitung „Die Welt“, nach dem immer gleichen Muster ab: Es beginnt mit anonymen telefonischen Morddrohungen, dann folgen Überwachungsaktionen und schließlich Razzien bei Treffen von evangelikalen Hausgemeinden. Bei den Verhören wird geschlagen und gefoltert. Auf die „Geständnisse“ erfolgen neue Verhaftungen. Konvertiten werden unter Druck gesetzt, Erklärungen zu unterschreiben, in denen der Glaubenswechsel widerrufen wird, auch wenn er Jahre zurückliegt.

nach Presseberichten

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