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18. Oktober 2018

Christenverfolgung im Iran: Haftstrafen und Misshandlungen im Gefängnis

Die Verfolgungskampagne des islamistischen Regimes im Iran, die sich besonders gegen Christen muslimischer Herkunft richtet, dauert an.

Wie Menschenrechtsgruppen berichten, wurde im Iran im September ein christliches Ehepaar zu Haftstrafen verurteilt, weil es an christlichen Glaubensgrundsätzen festhält. Saheb Fadaie, der vom Islam zum christlichen Glauben übergetreten ist, wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt, seine Frau Fatemeh Bakhteri erhielt eine 12-monatige Haftstrafe. Die Regime-Justiz, die als Unterdrückungsinstrument agiert, wirft ihnen „Propaganda gegen das Regime“ vor. Saheb Fadaie wurde außerdem zu zwei Jahren Verbannung an einen weit abgelegenen Exil-Ort nahe der afghanischen Grenze verurteilt.

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Der aus dem Nordiran stammende Saheb Fadaie verbüßt bereits im Teheraner Evin-Gefängnis eine 10-jährige Haftstrafe. Er und drei weitere Mitglieder seiner Gemeinde, Youcef Nadarkhani, Mohammadreza Omidi und Yasser Mossayebzadeh (Bild), waren im Juli 2017 wegen angeblicher „Gefährdung der Staatssicherheit“ zu jeweils zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der tatsächliche Grund war ihr Übertritt zum Christentum und ihre aktive Mitarbeit in Hausgemeinden.

Im Juli 2018 wurden die vier Christen in ihrer Heimatstadt Rasht verhaftet und in das berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran verschleppt. Menschenrechtler fordern seither die sofortige Freilassung der Christen, die allein deshalb in Haft sind, weil sie von ihrem Menschenrecht auf Religionsfreiheit Gebrauch gemacht haben.

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Unterdessen wurde bekannt, dass ein Student christlichen Glaubens nach Misshandlungen im Fashafuyeh-Gefängnis am Stadtrand von Teheran einen Herzanfall erlitten hat. Der 24-jährige Karen Vartanian gehört der Gemeinde der armenischen Christen im Iran an und studiert Pharmazie an der Universität der westiranischen Stadt Arak.

Der Student wurde am 30. Dezember 2017 festgenommen, weil er an friedlichen Bürgerprotesten gegen das Regime teilgenommen hatte. Nach 17 Tagen Haft und körperlichen und seelischen Folterungen wurde er vorläufig freigelassen. Danach klagte die Regime-Justiz ihn wegen „Gefährdung der Staatssicherheit und Werbung für das Christentum“ an.

Am 28. August wurde Karen Vartanian nach einer gerichtlichen Anhörung erneut inhaftiert und muss nun bis zur Hauptverhandlung in Haft bleiben. Obwohl er an einer Herzkrankheit leidet und kürzlich am Herzen operiert wurde, wurde seine Freilassung gegen Kaution nicht zugelassen, und der Student wurde unter Schlägen und Misshandlungen in das Fashafuyeh-Gefängnis gebracht.

Dort erlitt der Gefangene einen Herzanfall und wurde am 2. September unter schwerer Bewachung in ein Teheraner Krankenhaus gebracht. Familienangehörige durften ihn nur wenige Minuten lang sehen und stellten u.a. im Gesicht zahlreiche Verletzungen fest, die nur von Schlägen stammen können.

Obwohl die Ärzte eine längere stationäre Behandlung für notwendig hielten, wurde diese von der Gefängnisleitung nicht zugelassen, und Karen Vartanian wurde nach einer ambulanten Behandlung zurück in das Gefängnis gebracht.

Die Familie, die keine Besuchserlaubnis erhalten hat, ist sehr besorgt über seinen Gesundheitszustand.

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Das Teheraner Regime verschärft – unter Missachtung seiner völkerrechtlichen Verpflichtungen – die Unterdrückung der religiösen Minderheiten. Der Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert. Sie beinhaltet das Recht, den eigenen Glauben öffentlich zu bekennen und die Religion zu wechseln. Der Iran zählt zu den Staaten, die Christen am stärksten verfolgen.



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