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04. August 2020

Verletzungen der Religionsfreiheit: Iranische Christen in Bedrängnis

Mit andauernden Bestrafungen und Inhaftierungen verletzt das Regime im Iran das Menschenrecht der Christen auf Religionsfreiheit und bringt sie in Lebensgefahr, da COVID-19 in den überfüllten iranischen Gefängnissen grassiert, wo es keine Schutzmaßnahmen für die Gefangenen gibt.

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Dem iranischen Christen Joseph Shahbazian (Bild), der allein wegen seines Glaubens im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert ist, wird die Freilassung verweigert. Seine Familie wurde aufgefordert, für seine vorläufige Haftentlassung eine Kaution zu bezahlen, die so hoch angesetzt wurde, dass sie von der Familie nicht aufgebracht werden kann.

Der 56-jährige Joseph Shahbazian, der der iranisch-armenischen Gemeinde angehört, wurde am 30. Juni in Teheran festgenommen, nachdem Regime-Gardisten in drei iranischen Städten Razzien in christlichen Hausgemeinden durchgeführt hatten. Dabei wurden in Teheran, der nahe Teheran gelegenen Stadt Karaj sowie in der westiranischen Stadt Malayer mindestens 12 Christinnen und Christen verhaftet. Augenzeugen berichteten, dass die Verhafteten unter Misshandlungen abgeführt wurden.

Den Festgenommenen, darunter mehrere ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben, wird von der Regime-Justiz „Gefährdung der Staatssicherheit durch Verbreitung des Evangeliums“ vorgeworfen. Berichten zufolge wurden in Teheran, Karaj und Malayer in den letzten Wochen mindestens 35 Christen verhaftet, verhört oder zu Verhören vorgeladen. Ihre Familienangehörigen werden unter Druck gesetzt, damit sie über die Verhaftungen und Verhöre schweigen.

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Auch die iranische Christin Maliheh Nazari (Bild) ist weiter zu Unrecht in Gefangenschaft. Ihr wird die vorläufige Freilassung ebenfalls durch die Festsetzung einer extrem hohen Kaution unmöglich gemacht. Die 46-jährige ehemalige Muslima ist verheiratet und Mutter zweier Söhne. Sie wurde am 30. Juni in ihrer Teheraner Wohnung verhaftet, nachdem Regime-Gardisten die Wohnung durchsucht und Computer, Mobiltelefone und Bücher beschlagnahmt hatten.

Seit ihrer Verhaftung hat die Christin keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Sie wurde zunächst im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Am 22. Juli wurde die Gefangene dann ohne vorherige Ankündigung in das Gharchak-Frauengefängnis im Teheraner Vorort Varamin gebracht. Dieses Gefängnis, wo politische Gefangene zusammen mit Strafgefangenen inhaftiert sind, gilt als berüchtigt für unmenschliche und unhygienische Haftbedingungen. Politische Gefangene sind dort immer wieder Gewalt und Misshandlungen ausgesetzt.

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Im Juli hat ein Regime-Gericht in der südiranischen Stadt Shiraz die zweijährige Haftstrafe bestätigt, zu der der 65-jährige Christ Ismaeil Maghrebinejad (Bild) im Februar 2020 verurteilt worden war. Ihm droht nun jederzeit die Inhaftierung. Der ehemalige Muslim, der vor Jahrzehnten den christlichen Glauben angenommen hat, wird von der Regime-Justiz verfolgt, weil er auf seinem Recht auf Religionsfreiheit beharrt.

Ismaeil Maghrebinejad wurde am 25. Januar 2019 in Shiraz verhaftet. Seine Wohnung wurde damals von Regimegardisten durchsucht, Bibeln und andere christliche Bücher wurden beschlagnahmt. Er wurde dann nach Zahlung einer Kaution vorläufig freigelassen.

Mit andauernden Bestrafungen und Inhaftierungen verletzt das Regime im Iran das Menschenrecht der Christen auf Religionsfreiheit und bringt sie in Lebensgefahr, da COVID-19 in den überfüllten iranischen Gefängnissen grassiert, wo es keine Schutzmaßnahmen für die Gefangenen gibt. Menschenrechtler fordern die sofortige Freilassung aller Häftlinge, die allein wegen ihres Glaubens zu Unrecht in Gefangenschaft sind.

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