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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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01. Dezember 2017

Christenverfolgung im Iran: 10 Jahre Haft wegen missionarischer Arbeit

Die Verfolgungskampagne des Regimes im Iran, die sich besonders gegen Christen muslimischer Herkunft richtet, dauert an. Sie sind fortwährend willkürlicher Gefangennahme und Bestrafung ausgesetzt.

Nasser-Navard-150Berichten von Menschenrechtsverteidigern zufolge hat die Unrechtsjustiz im Iran die 10-jährige Haftstrafe gegen den iranischen Christen Naser Navard Gol-Tapeh (Bild) im November bestätigt. Somit muss der Christ, dem Übertritt vom Islam zum christlichen Glauben und „Gefährdung der Staatssicherheit“ durch missionarische Arbeit vorgeworfen wird, für 10 Jahre ins Gefängnis.

Naser Navard Gol-Tapeh und drei Christen aus Aserbaidschan waren im Juni 2017 in Teheran zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt worden, die drei Aserbaidschaner in Abwesenheit. Die vier Verurteilten haben Berufung gegen die Urteile eingelegt. Alle Berufungsanträge wurden im November abgelehnt.

Die vier vom Islam zum Christentum übergetretenen Männer waren im Juni 2016 in Teheran verhaftet worden, wo sie befreundete Christen besuchten. Sie waren bis Ende Oktober 2016 im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert, davon zwei Monate in Einzelhaft. Nachdem alle vier Männer gegen Zahlung von hohen Kautionen freigelassen worden waren, durften die drei Aserbaidschaner im November 2016 in ihre Heimat ausreisen. Wenn sie nicht in den Iran zurückkehren, können sie der verhängten Haftstrafe entgehen.

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Auch die Aserbaidschaner Yusif Farhadov, Eldar Gurbanov und Bahram Nasibov wurden in Teheran wegen ihres christlichen Glaubens zu 10 Jahren Haft verurteilt.

Der Iraner Naser Navard Gol-Tapeh, der das Land nicht verlassen darf, muss nun jedoch für 10 Jahre ins Gefängnis. Das Urteil, das auch andere Christen einschüchtern soll, ist Teil einer verschärften Verfolgungskampagne des Regimes im Iran, die sich besonders gegen Christen muslimischer Herkunft richtet. Sie sind fortwährend willkürlicher Gefangennahme und Bestrafung ausgesetzt.

Ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben, dürfen im Iran keine Kirchengemeinden gründen. Daher versammeln sie sich in Privatwohnungen zu Gottesdiensten. Immer wieder werden sie jedoch Opfer von Razzien des Geheimdienstes. Die Hausgemeinden werden geschlossen und die Christen werden verhaftet, vor Gericht gestellt und oftmals zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Seit dem Mai 2017 wurden Berichten zufolge mindestens 12 Christen im Iran zu Haftstrafen von 10 bis 15 Jahren verurteilt. Mit diesen Urteilen, die allein aufgrund des Glaubens der Christen gefällt wurden, hat die iranische Justiz erneut das Recht auf Religionsfreiheit missachtet, zu dessen Schutz und Achtung sich der Iran mit der Unterzeichnung des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte verpflichtet hat.

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