Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Mai 2009 – Informationsstand und Ausstellung des Menschenrechtsvereins beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen

Kirchentag Bremen 2009

32. Deutscher Evangelischer Kirchentag

Bremen 20. - 24. Mai 2009

Informationsprojekt des Menschenrechtsvereins

Informationsstand – Ausstellung – Augenzeugenberichte - Unterschriftenaktion

Der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag mit seiner Losung „Mensch, wo bist du?“ war ein Appell zu mehr persönlichem Einsatz: „Beteiligt euch und übernehmt Verantwortung!“ Es gehe darum, eine Verantwortungsgesellschaft zu werden, „damit wir die Zukunft meistern können“, so die Kirchentagspräsidentin und Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck.

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Im Sinne dieses Appells zu mehr Engagement für Menschlichkeit hat der Menschenrechtsverein für Migranten mit einem Informationsprojekt am Kirchentag mitgewirkt, der vom 20. - 24. Mai 2009 in Bremen stattfand und rund 100.000 Dauerteilnehmer hatte. Das Informationsprojekt wurde im Bereich „Menschenrechte, Migration und Integration“ im „Markt der Möglichkeiten“ des Kirchentages durchgeführt und war dem Thema „Menschenrechtslage im Iran“ gewidmet. Mit einem Informationsstand und einer Ausstellung informierte der Menschenrechtsverein über Menschenrechtsverletzungen im Iran und internationale Hilfe für die Opfer. Augenzeugen und Betroffene aus dem Iran berichteten den Besucherinnen und Besuchern über ihre Erfahrungen mit der Repression und Verfolgung im Iran.

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Schwerpunkt: Hinrichtungen von Minderjährigen

Unter dem Motto „Nein zur Todesstrafe“ informierte der Menschenrechtsverein über die Hinrichtungen im Iran, darunter auch über die Steinigungen. Den Schwerpunkt bildeten dabei die Hinrichtungen von Minderjährigen, die im Iran unter Verletzung des Völkerrechts weiterhin vollstreckt werden. Insbesondere die kürzlich erfolgte Hinrichtung der 23jährigen Delara Darabi hatte Menschenrechtsverfechter weltweit schockiert und bestürzt. Die junge Frau war mit 17 Jahren zum Tode verurteilt worden und wurde am 1. Mai 2009 in einem nordiranischen Gefängnis hingerichtet. Die Exekution hatte eine weltweite Protestwelle ausgelöst. Der Menschenrechtsverein informierte auf dem Kirchentag ausführlich über den Fall und rief zu internationalen Schutzmaßnahmen für die mindestens 200 jungen Männer und Frauen hin, die im Iran als Minderjährige zum Tode verurteilt wurden und denen die Hinrichtung droht.

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Verfolgung von religiösen Minderheiten

Ein weiteres wichtiges Thema des Informationsprojekts des Menschenrechtsvereins war die Verfolgung von religiösen Minderheiten im Iran, wovon auch Christen  immer stärker betroffen sind. Im Iran unter der Diktatur der Fundamentalisten wird das Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit systematisch verletzt. Angehörige der religiösen Minderheiten, darunter Christen, Bahais, Sufis und Sunniten, haben unter regelmäßiger Repression zu leiden. Seit September 2008 ist im Iran gesetzlich festgeschrieben, dass der Übertritt vom Islam zu einer anderen Religion mit dem Tode bestraft werden kann. Der Menschenrechtsverein wies darauf hin, dass dieses Gesetz einen schweren Angriff auf die Religions- und Glaubensfreiheit darstellt und gegen Artikel 18 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte verstößt.

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Ausstellung und Dokumentationen

Mit einer Ausstellung von Dokumenten und Fotos wurden die Kirchentagsbesucher auch über weitere Menschenrechtsverletzungen im Iran informiert. Zahlreiche Dokumentationen und Infoblätter zu verschiedenen Aspekten der Menschenrechtslage im Iran standen den Interessierten zur Verfügung. Hier wurde auch die Verfolgung von regimekritischen Studenten und Menschenrechtsverfechtern thematisiert und gleichzeitig auf die zunehmenden Studentenproteste für Freiheit und Demokratie im Iran hingewiesen.

Die Diskriminierung und Unterdrückung der Frauen waren ein weiteres Thema. Die Frauen gelten im Iran nach dem Gesetz und in der Praxis als Menschen zweiter Klasse. Folglich sind schwerste Menschenrechtsverletzungen an Frauen an der Tagesordnung.

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Überwältigendes Interesse der Besucherinnen und Besucher

Das Interesse der Besucherinnen und Besucher an dem Informationsprojekt des Menschenrechtsvereins war überwältigend. Die Ausstellung war sehr gut besucht und auch das am Stand präsentierte Informationsmaterial fand ein reges Interesse. Für viele Besucherinnen und Besucher und auch für viele der anderen Mitwirkenden des Kirchentages waren die dort vorgelegten Informationen neu, und so gab es zahlreiche Nachfragen an das Kirchentagsteam des Vereins, woraus sich gute Gespräche und ein reger Meinungsaustausch entwickelten. Für die Besucher war es wichtig, dass ihnen Augenzeugen zur Verfügung standen, die ihnen aus erster Hand über die Lage im Iran berichten konnten. Das Interesse der vielen jungen Kirchetagsbesucherinnen und Besucher an den Menschenrechten war enorm – ein weiterer ermutigender und motivierender Aspekt dieses Projekts.

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Großen Zuspruch fand auch eine Unterschriftenaktion des Menschenrechtsvereins unter einen Appell an die Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, der EU und der Vereinten Nationen, sich im Iran für die Abschaffung der Todesstrafe gegen Minderjährige und einen sofortigen Hinrichtungsstopp einzusetzen.

Dem Gefühl der Machtlosigkeit trotzen

„Sind die vielen tausend engagierten Christen, die oft verspotteten Gutmenschen, nicht die eigentlich Widerständigen? Mit ihren Initiativen und Projekten trotzen sie dem Gefühl von Machtlosigkeit. Gerade jetzt braucht die Gesellschaft Menschen, die daran glauben, dass noch etwas geht. Die uns und anderen davon erzählen, dass sich Mitmachen lohnt. … Viele Debatten und Erfahrungen anderer, von denen man hört, machen Mut, sich einzubringen. Mehr kann eine Veranstaltung in diesen Tagen wohl kaum bewirken. Die Decke über den Kopf zu ziehen ist zwar warm und bequem, aber eben leider doch keine Alternative“ (aus dem Tagesspiegel vom 22.05.2009).

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Wir danken dem ehrenamtlichen Kirchentagsteam des Menschenrechtsvereins und allen Freunden und Förderern des Vereins, die dieses Projekt mit Rat und Tat erst möglich gemacht haben. Unser besonderer Dank gilt auch den Verantwortlichen und Helferinnen und Helfern des Kirchentages sowie dem Team der Kirchentags-Geschäftsstelle, durch deren unermüdliches Engagement dieser Kirchentag zu einem Erfolg wurde.

zur Bildergalerie

mehr Informationen zur Menschenrechtslage im Iran:

Hinrichtungen von Minderjährigen

Verfolgung religiöser Minderheiten




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