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Nach Jahrzehnten der Unterdrückung haben die Menschen im Iran in den vergangenen Monaten erstmals wieder zu Tausenden ihre Stimme für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte erhoben. Mit beeindruckendem Mut haben sich Hunderttausende gegen die Diktatur gestellt.

Trotz der erschreckenden Repression wird das Regime den Proteststurm nicht auf Dauer aufhalten können. Denn die Bewegung für Freiheit hat inzwischen alle gesellschaftlichen Gruppen erfasst. Im ganzen Land haben Menschen die ermutigende Erfahrung gemacht, dass sie durch ihren gemeinsamen Willen zu Freiheit und Demokratie geeint und gestärkt werden. Unter dem Motto „Wir stehen alle zusammen!“ werden sie nicht aufgeben und weiter ihr Recht auf ein Leben in Freiheit einfordern.
Das Teheraner Regime geht mit äußerster Brutalität gegen alle Gegner der fundamentalistischen Diktatur vor. Die Folge sind Gewaltexzesse der Regimemilizen, tote und verletzte Demonstranten, Massenverhaftungen, zu Tode gefolterte Gefangene, Todesurteile und Hinrichtungen.

Täglich werden Regimegegner verhaftet, insbesondere Aktivisten von Menschenrechtsgruppen, Frauenrechtlerinnen, Studenten und Journalisten - aber auch Angehörige religiöser Minderheiten wie der Bahai und der Christen, deren Unterdrückung seit Beginn der Protestbewegung im Iran ebenfalls verschärft wurde.
Aus den Gefängnissen dringen schockierende Berichte über Folter. Gefangene werden misshandelt, damit sie sich mit falschen Geständnissen selbst belasten. Viele Regimegegner wurden in den vergangenen Monaten zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Gegen andere wurde wegen sog. „Aufruhrs“ die Todesstrafe verhängt. Wegen Beteiligung an den Protesten wurden im Januar 2010 zwei Häftlinge hingerichtet, weitere fünf Exekutionen von politischen Gefangenen wurden am 9. Mai 2010 vollstreckt. Gleichzeitig werden immer wieder Strafgefangene im Iran öffentlich hingerichtet - als Instrument des Regimeterrors gegen die Bevölkerung.

Uns erreichen erschütternde Hilferufe aus dem Iran - von den Opfern und ihren Familien, von Menschenrechtlern und Anwälten. Sie appellieren an die internationalen Menschenrechtsorganisationen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit der Regimeterror ein Ende hat und den Opfern geholfen wird.
Wir machen durch Öffentlichkeitsarbeit auf Menschenrechtsverletzungen im Iran aufmerksam und arbeiten dafür, dass die internationale Staatengemeinschaft und die UNO wirksame Hilfsmaßnahmen für die Opfer im Iran ergreifen. Wir wirken an der internationalen Kampagne für die Abschaffung der Todesstrafe mit.
Wir setzen uns dafür ein, dass
• die Verhaftungen von Regimegegnern und die Gewaltakte gegen Demonstranten beendet werden
• alle Festgenommenen bedingungslos freigelassen werden
• die gegen Demonstranten und Regimegegner verhängten Strafen aufgehoben werden, insbesondere die Todesurteile
• alle Inhaftierten vor Folter geschützt werden und Zugang zu ihren Familien, Anwälten und nötiger medizinischer Versorgung erhalten
• das Regime im Iran durch politischen und wirtschaftlichen Druck gezwungen wird, sich an die Menschenrechte und das Völkerrecht zu halten.

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