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Nach der Bundesregierung protestierte auch die Akademie der Künste gegen das Willkürurteil: 6 Jahre Haft und 20 Jahre Berufsverbot.
Nach der Bundesregierung hat auch die Berliner Akademie der Künste scharf gegen die Verurteilung des regimekritischen iranischen Filmregisseurs Jafar Panahi zu sechs Jahren Gefängnis und zwanzigjährigem Berufsverbot protestiert. In einer Protestnote an den iranischen Botschafter in Deutschland erklärte die Akademie der Künste am 20. Oktober, der Vertreter Irans solle den scharfen Protest der internationalen Künstlerszene gegen das "nunmehr bestätigte Willkürurteil" übermitteln.
Mit dem Urteil solle der Regisseur "mundtot" gemacht werden. Das vor wenigen Tagen bekannt gewordene Urteil sei einer der zahlreichen Angriffe auf die Menschenrechte im Iran. "Unabhängig arbeitende Künstler werden offenbar als besondere Gefahr für die Stabilität der Islamischen Republik gefürchtet", hieß es.
2006 hat Jafar Panahi für seinen Film "Offside" den Silbernen Bären des Filmfestivals in Berlin gewonnen.
Ein iranisches Berufungsgericht hatte kürzlich die sechsjährige Haftstrafe für Panahi bestätigt. Auch das 20-jährige Berufs- und Reiseverbot gegen den 51-Jährigen, der der Jury des Filmfests Berlinale angehört, wurde mit der Begründung bestätigt, der Regisseur habe gegen „die nationale Sicherheit verstoßen“. Panahis Anwältin kündigte an, in nächster Instanz gegen das Urteil anzugehen. "Sobald ich offiziell das Urteil zu der Haftstrafe und dem Arbeitsverbot bekomme, werde ich den Fall an den Obersten Gerichtshof geben", erklärte sie.
Auch die Bundesregierung hat die Verurteilung des Filmemachers scharf verurteilt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte die iranische Führung zu einer "sofortigen Aufhebung des Urteils" auf, wie sein Sprecher am 17. Oktober in Berlin sagte. Aus Westerwelles Sicht "steht dieses offensichtlich politisch motivierte Urteil exemplarisch für viele derartige Fälle im Iran und zeigt auf besonders empörende Weise, wie die Meinungsfreiheit verletzt wird". Der Minister sei "äußerst besorgt" und fordere von der iranischen Führung die Beachtung der grundlegenden Menschen- und Bürgerrechte.
Panahi zählt zu den im Ausland bekanntesten Regisseuren aus dem Iran. Trotz seines internationalen Erfolgs fielen die meisten seiner Filme im Iran aber schon vor seiner Festnahme der Zensur zum Opfer. Seine Verhaftung und Verurteilung lösten international scharfe Proteste aus. Filmfestivals von Cannes bis Venedig erklärten ihn zum Ehrengast, die Berlinale erkor ihn zum Jury-Mitglied. Auch zahlreiche westliche Regierungen setzten sich für Panahi ein.
Immer wieder hat sich Panahi kritisch zu politischen und sozialen Entwicklungen im Iran geäußert. Das Urteil ist Teil einer Einschüchterungskampagne des iranischen Regimes gegen die Filmschaffenden und Künstler im Land, die zunehmender Repression ausgesetzt sind. Im Juli wurde die Schauspielerin Pegah Ahangarani verhaftet, die die Oppositionsbewegung unterstützt. Anfang Oktober wurde die Schauspielerin Marzieh Vafamehr zu einem Jahr Haft und 90 Peitschenhieben verurteilt, weil sie in einem Film mit rasiertem Kopf und ohne Kopfbedeckung aufgetreten war. Der Regisseur Mohammad Rasoulof, dessen Film Auf Wiedersehen in Cannes den Preis für die beste Regie erhielt, wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
nach Presseberichten
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