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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Internationales
25. August 2010

Frankreich: Tausende unterstützen Kampagne gegen Steinigung im Iran

Zu den prominenten Unterstützern gehören die französische Präsidentengattin Carla Sarkozy sowie Ex-Präsident Valéry Giscard d'Estaing.

Rund 15.000 Menschen haben in Frankreich einen Appell zur Freilassung der zum Tode verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi-Ashtiani unterzeichnet. Der Text mit dem Titel "Die Steinigung von Sakineh muss verhindert werden" wurde am 15. August auf der Website des französischen Autors Bernard-Henri Lévy veröffentlicht. Die Unterzeichner der Schrift fordern die sofortige Freilassung der 43-Jährigen sowie die Anerkennung ihrer Unschuld.

Weltweite Proteste gegen die Steinigung der Iranerin Sakineh Mohammadi-Ashtiani

Auch die französische Präsidentengattin Carla Sarkozy hat sich für die von der Steinigung bedrohte Iranerin stark gemacht. "Mein Mann wird sich für Sie einsetzen, Frankreich wird Sie nicht aufgeben", schreibt Carla Sarkozy in einem am 24. August im Internet veröffentlichten Brief. "Wie kann man schweigen angesichts des Urteils gegen Sie? Warum Ihr Blut vergießen, Kinder ihrer Mutter berauben? Nur weil Sie gelebt und geliebt haben, weil Sie eine Frau sind, weil Sie Iranerin sind? Alles in mir sträubt sich, dies zu akzeptieren", heißt es in dem Schreiben.

Neben Carla Sarkozy haben auch zahlreiche andere Prominente und Politiker Briefe an die zum Tode verurteilte Sakineh Mohammadi-Ashtiani verfasst, unter ihnen Ex-Präsident Valéry Giscard  d'Estaing und der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë. Zu den Unterzeichnern des Appells gehören auch die ehemalige französische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal, die Schauspielerinnen Juliette Binoche und Mia Farrow sowie der irische Sänger Bob Geldof.

Sakineh Mohammadi-Ashtiani war wegen Ehebruchs verurteilt worden. Ein durch Folter erzwungenes Geständnis zog sie später zurück. Verurteilt wurde sie trotzdem, aufgrund eines Beweismittels, dass es nur im Iran gibt: die sogenannte „Erkenntnis des Richters“, also dessen subjektive Meinung.

Das Steinigungsurteil hatte Proteste zahlreicher Regierungen und Menschenrechtsorganisationen ausgelöst. Im Juli hatte Teheran die Vollstreckung des Urteils vorerst ausgesetzt.

nach Presseberichten
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