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14. Januar 2019

Misshandlungen in iranischen Gefängnissen: Erschütternder Bericht eines Folteropfers

Der Bericht des Gewerkschafters Esmail Bakhshi über brutale Misshandlungen in der Haft sorgt in der iranischen Öffentlichkeit für Empörung und Protest gegen die Menschenrechtsverletzungen des Regimes.

bakhshi-150Der iranische Gewerkschafter Esmail Bakhshi (Bild) hat Anfang Januar in einem offenen Brief über die Folterungen berichtet, denen er während seiner Haft in einem Gefängnis des Geheimdienstes in der südwestiranischen Stadt Ahwaz ausgesetzt war. Sein Bericht hat in der iranischen Öffentlichkeit für Empörung und Protest gegen die Menschenrechtsverletzungen des Regimes gesorgt.

Esmail Bakhshi gehörte zu den Organisatoren und Sprechern eines wochenlangen Streiks der Beschäftigten der Zuckerfabrik in der südwestiranischen Stadt Shush. Mit Arbeitsniederlegungen und Protestkundgebungen forderten die Beschäftigten im November 2018 die Auszahlung ihrer seit Monaten ausstehenden Löhne und die Achtung ihrer Grund- und Menschenrechte. Sie beklagten auch die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und den Abbau vieler Arbeitsplätze.

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November 2018: Protestkundgebung in der südwestiranischen Stadt Shush

Am 20. November wurde Esmail Bakhshi zusammen mit der Journalistin und Bürgerrechtlerin Sepideh Gholian verhaftet und erst Mitte Dezember gegen Hinterlegung einer Kaution vorläufig freigelassen.

Am 4. Januar 2019 veröffentlichte der Gewerkschafter im Internet einen offenen Brief, in dem er detailliert von brutalen körperlichen und seelischen Folterungen im Gefängnis berichtet.

Er sei direkt nach seiner Verhaftung, so der Bericht, mehrere Tage lang so brutal mit Fußtritten misshandelt und mit Knüppeln geschlagen worden, dass er bewusstlos in seiner Zelle zusammenbrach. Bei seiner Entlassung aus dem Gefängnis wurden Hämatome und Schwellungen am Kopf und im Gesicht, gebrochene Rippen und innere Blutungen festgestellt.

Esmail Bakhshi berichtete weiter, dass er zurzeit infolge der Misshandlungen unter starken Schmerzen und schweren gesundheitlichen Problemen leide. Er sei traumatisiert und müsse seit seiner Freilassung Medikamente nehmen, um die Panikattacken ertragen zu können.

Er sprach auch von Erniedrigungen und sexuellen Beleidigungen, denen er und die Bürgerrechtlerin Sepideh Gholian in der Haft ausgesetzt gewesen seien. Sepideh Gholian bestätigte den Bericht ihres ehemaligen Mitgefangenen: „Während unserer Haft habe ich gesehen, wie Esmail Bakhshi bei einem Verhör schwer gefoltert und erniedrigt wurde“, schrieb die Bürgerrechtlerin auf Twitter. Auch sie sei mit Kabeln ausgepeitscht worden.

Der Bericht von Esmail Bakhshi hat im Internet zu einem Aufschrei der Entrüstung geführt. Hunderte iranische Journalisten und Menschenrechtler haben eine Untersuchung der Foltervorwürfe gefordert. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. 34 iranische Studentenvereine erklärten sich in einem offenen Brief solidarisch mit dem gefolterten Gewerkschafter. Immer mehr ehemalige Gefangene berichten nun im Internet über die Misshandlungen, die sie selbst in der Haft erlitten haben.

Folter und Misshandlungen werden in den Gefängnissen des Teheraner Regimes systematisch eingesetzt, um die Häftlinge zu Geständnissen oder Reuebekundungen zu zwingen. Dies wird auch in zahlreichen Berichten von UNO-Experten bestätigt.

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