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22. Mai 2019

Mitarbeiterin des British Council im Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt

Die Iranerin Aras Amiri, die für die gemeinnützige Organisation British Council arbeitet, wurde im Iran unter dem Vorwand der "Gefährdung der Staatssicherheit und Spionage" angeklagt und verurteilt.

amiri-150Wie die internationale Organisation British Council berichtet, wurde ihre Mitarbeiterin Aras Amiri (Bild) im Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der British Council ist eine gemeinnützige Einrichtung zur Förderung internationaler Beziehungen in den Bereichen Kultur und Bildung. Aras Amiri arbeitet seit fünf Jahren für diese Einrichtung. Der British Council wies alle Vorwürfe gegen seine Mitarbeiterin mit Nachdruck zurück.

Die 33-jährige Iranerin, die seit Jahren in London lebte, wurde von der Regime-Justiz im Iran unter dem Vorwand der „Gefährdung der Staatssicherheit und Spionage“ angeklagt und verurteilt. Sie ist seit September 2018 im Teheraner Evin-Gefängnis in Haft.

Wie Iran-Experten bestätigen, nutzt das iranische Regime ihre Gefangenschaft als politisches Druckmittel - wie es auch bei anderen Gefangenen mit Kontakten zum westlichen Ausland oder doppelter Staatsbürgerschaft der Fall ist.

Nach Angaben von Familienangehörigen sind die Inhaftierung und die Verurteilung von Aras Amiri Vergeltungsmaßnahmen, weil die Mitarbeiterin des Britisch Council sich geweigert habe, für den iranischen Geheimdienst zu spionieren. Nach ihrer Weigerung sei sie zunächst bedroht und schließlich verhaftet und angeklagt worden. Der Gerichtsprozess war grob unfair. Die Angeklagte durfte sich nicht von einem Anwalt ihrer Wahl verteidigen lassen. Der von der Justiz zugelassene Pflichtverteidiger erfuhr erst durch Presseberichte von ihrer Verurteilung.

Der Prozess fand im Februar und März 2019 vor einem Teheraner Revolutionsgericht statt. Der vorsitzende Richter Abolqasem Salavati ist für harte Unrechtsurteile gegen politische Gefangene und Menschenrechtler berüchtigt. Er ist einer der 82 Funktionäre des Regimes im Iran, gegen die die Europäische Union Einreiseverbote und Vermögenssperren verhängt hat, weil ihnen seit Jahren andauernde schwere Verstöße gegen die Menschenrechte nachgewiesen wurden.

Aras Amiri war im März 2018 in Teheran verhaftet worden, als sie dort ihre kranke Großmutter besuchte. Sie wurde im Trakt 209 des Teheraner Evin-Gefängnisses festgehalten, der dem Geheimdienst des Regimes untersteht. Ende Mai 2018 wurde sie gegen Zahlung einer Kaution vorläufig freigelassen, im September jedoch erneut inhaftiert.

Sir Ciarán Devane vom Vorstand des Britisch Council erklärte, er sei bestürzt über das Urteil und tief besorgt um die Sicherheit und das Wohlergehen von Aras Amiri. Die Iranerin sei beim British Council in London beschäftigt gewesen, um die iranische Kultur in Großbritannien bekannter zu machen, u.a. durch die Übersetzung iranischer Literatur ins Englische. Die Organisation sei im Iran nicht tätig, und Aras Amiri sei aus privaten Gründen in den Iran gereist. Der British Council stehe in dieser Sache in Kontakt mit dem britischen Außenministerium.

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