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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Protest-500-3
30. Oktober 2019

Grausame Bestrafungen im Iran international verurteilt

Im Iran wurde erneut eine Amputationsstrafe vollstreckt, was nach dem Völkerrecht verboten ist. Amnesty International: "Bei der vorsätzlichen Verstümmelung eines Menschen handelt es sich nicht um Gerechtigkeit, sondern um einen entsetzlichen Angriff auf die Menschenwürde."

Stop-Torture-150

Am 23. Oktober wurde einem wegen Diebstahls verurteilten Straftäter in einem Gefängnis der nordiranischen Stadt Sari eine Hand zwangsweise amputiert. Die Vollstreckung der Amputationsstrafe wurde von Menschenrechtlern weltweit scharf verurteilt.

Zwangsamputationen gehören wie Blendungen und Auspeitschungen zu den grausamen, unmenschlichen und entwürdigenden Strafen, die nach dem Völkerrecht verboten sind. Das Regime im Iran besteht jedoch weiter auf dem Einsatz solcher Strafen und erhebt damit Unmenschlichkeit und Brutalität zum Gesetz. Grausame Körperstrafen sind genau wie die Hinrichtungen Instrumente des Regime-Terrors gegen die Bevölkerung.

Berichten von Menschenrechtlern zufolge wurden zwischen 2007 und 2017 über 215 Menschen im Iran zu Amputationsstrafen verurteilt. 125 solcher Strafen wurden vollstreckt, darunter mindestens sechs Amputationen in der Öffentlichkeit.

Die anhaltende Anwendung von Körperstrafen, auch bei Minderjährigen, ist bezeichnend für die schockierende Missachtung menschlicher Grundwerte durch die Machthaber im Iran. Seit langem fordern iranische Menschenrechtsverteidiger die Abschaffung aller Arten solcher Bestrafungen.

Amnesty International erklärte, mit der Vollstreckung dieser grausamen Strafe hätten die iranischen Staatsorgane sich der Folter schuldig gemacht, die nach dem Völkerrecht ein Verbrechen sei. Der Iran habe den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unterzeichnet und sei damit gesetzlich verpflichtet, Folter unter allen Umständen und ohne Ausnahme zu verbieten.

„Bei der vorsätzlichen Verstümmelung eines Menschen handelt es sich nicht um Gerechtigkeit, sondern um einen entsetzlichen Angriff auf die Menschenwürde. Es ist eine Schande, dass die Verantwortlichen im Iran diese abscheuliche Art der Folter versuchen zu rechtfertigen“, so Saleh Higazi, Nahost-Experte bei Amnesty.

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