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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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14. Juni 2022

Iran: Lehrerinnen und Lehrer in unrechtmäßiger Gefangenschaft

Im Iran dauern die Verhaftungen von gewerkschaftlich und menschenrechtlich engagierten Lehrkräften an. Weltweite Aufmerksamkeit und massiver öffentlicher Druck sind dringend notwendig, um die Freilassung der willkürlich festgehaltenen Gefangenen zu erreichen.

Iranische Lehrerinnen und Lehrer haben die Weltgemeinschaft erneut aufgerufen, sich mit einer Solidaritätskampagne für die Freilassung aller Lehrkräfte einzusetzen, die wegen ihres Einsatzes für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte im Iran inhaftiert sind.

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Iran: Lehrerinnen fordern die Freilassung inhaftierter Kollegen.

In den letzten Monaten haben Lehrerinnen und Lehrer in über 100 iranischen Städten an großen Protestkundgebungen und Streiks mitgewirkt, die von den Lehrergewerkschaften organisiert wurden. Die Lehrkräfte fordern bessere Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne und das Ende der Diskriminierung und Unterdrückung. Immer mehr Beschäftigte im iranischen Bildungsbereich stellen sich der Diktatur entgegen. Das Regime reagiert mit Repressalien, Verhaftungen und Bestrafungen.

Hier Beispiele von gewerkschaftlich engagierten Lehrkräften, die allein wegen ihrer Mitwirkung an friedlichen Protestkundgebungen in Haft sind:

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Haleh Safarzadeh
Haleh Safarzadeh ist seit dem 11. März 2022 im Kachui-Gefängnis der Stadt Karaj (nahe Teheran) in Haft. Sie verbüßt dort eine einjährige Haftstrafe, zu der sie im Jahre 2019 wegen angeblicher „Propaganda gegen das Regime“ verurteilt wurde.  Die Lehrerin und Menschenrechtsaktivistin wurde in den letzten Jahren mehrfach verhaftet. Ihr Ehemann Alireza Saghafi ist wegen seiner gewerkschaftlichen Arbeit ebenfalls in Gefangenschaft.

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Masumeh Asghari
Masoumeh Asghari ist seit dem November 2020 in Gefangenschaft. Davor war sie schon von Dezember 2018 bis Dezember 2019 in Haft, weil sie an friedlichen Bürgerprotesten teilgenommen hatte. Die Lehrerin wurde im Jahre 2019 wegen angeblicher „Gefährdung der Staatssicherheit“ zu fünf Jahren Haft verurteilt. Am 22. November 2020 wurde die alleinerziehende Mutter eines 16-jährigen Sohnes im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert, um ihre Haftstrafe zu verbüßen. Im Dezember 2021 wurde sie zwangsweise in das Kachui-Gefängnis der Stadt Karaj verlegt, wo die Haftbedingungen noch unmenschlicher sind.

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Mojgan Bagheri
Mojgan Bagheri wurde am 12. Mai 2022 während einer Kundgebung von Lehrkräften in der südiranischen Stadt Shiraz verhaftet. Sie wird seither an einem unbekannten Ort ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten.

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Eskandar Lotfi
Eskandar Lotfi ist seit dem 1. Mai 2022 in einem Gefängnis des Regime-Geheimdienstes in der westiranischen Provinzhauptstadt Sanandaj in Haft. Der aus der Stadt Mariwan stammende Lehrer wird ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand festgehalten. Er wird bedroht und unter Druck gesetzt, damit er vor laufender Kamera Straftaten gesteht, die er nicht begangen hat. Seit dem 30. Mai protestiert er mit einem Hungerstreik gegen seine unrechtmäßige Gefangenschaft.

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Masoud Nikkhah
Masoud Nikkhah ist seit 1. Mai 2022 in Haft. Zuerst wurde er in einem Gefängnis des Regime-Geheimdienstes in der westiranischen Provinzhauptstadt Sanandaj inhaftiert. Seit dem 4. Juni wird er im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Auch er protestiert mit einem Hungerstreik gegen seine unrechtmäßige Gefangenschaft.

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Shaban Mohammadi
Shaban Mohammadi wurde am 11. Mai 2022 in Mariwan (Nordwestiran) festgenommen. Zuerst war er in einem Gefängnis des Regime-Geheimdienstes in Sanandaj in Haft. Seit dem 4. Juni wird er im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Er war bereits von Ende Januar bei Ende Februar 2022 in Gefangenschaft gewesen, weil er in Mariwan an einer friedlichen Lehrer-Protestkundgebung teilgenommen hatte.

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Jabbar Doosti
Jabbar Doosti wurde am 6. Juni 2022 in Mariwan (Nordwestiran) verhaftet. Er wird an einem unbekannten Ort festgehalten. Der 61-jährige Lehrer ist herzkrank. Die Verhaftung erfolgte nach einer Razzia des Regime-Geheimdienstes in seiner Wohnung, wobei viele seiner persönlichen Gegenstände und Dokumente beschlagnahmt wurden.

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Asghar Amirzadegan
Asghar Amirzadegan ist im Adelabad-Gefängnis der südiranischen Stadt Shiraz in Haft. Die Regime-Justiz verweigert ihm die Erlaubnis für die dringend notwendige medizinische Behandlung in einem Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses. Der Mathematiklehrer wurde am 17. Dezember 2021 zu einem Jahr Haft verurteilt, weil er im Internet gegen die Regime-Politik protestiert hat und für die Rechte von Lehrern eingetreten ist.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Bildungsinternationale (BI), der weltweite Zusammenschluss der Bildungsgewerkschaften, rufen zu Solidarität mit den inhaftierten Lehrkräften im Iran auf.

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