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07. März 2018

Gefangenen Menschenrechtsverteidigern im Iran droht Folter

Mehrere iranische Menschenrechtsverteidiger sind seit Anfang Februar aufgrund ihrer friedlichen Menschenrechtsarbeit im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Sie werden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten, und es ist zu befürchten, dass sie gefoltert oder anderweitig misshandelt werden.

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Der iranischen Menschenrechtsverteidigerin Shima Babaee und ihrem Ehemann Dariush Zand drohen Folter und andere Misshandlungen. Beide sind seit Anfang Februar aufgrund ihrer friedlichen Menschenrechtsarbeit im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Sie haben weder Zugang zu Familienangehörigen noch zu Rechtsbeiständen. Shima Babaee und Dariush Zand setzen sich u.a. für die Rechte von Frauen und Kindern sowie gegen den Schleierzwang im Iran ein.

Das Ehepaar wurde am 1. Februar von Mitarbeitern des Geheimdienstes in der Stadt Behbahan in der südwestiranischen Provinz Khuzestan festgenommen und kurz danach in die Abteilung 209 des Teheraner Evin-Gefängnisses gebracht. Die Familie und der Rechtsbeistand der Verhafteten, die wiederholt im Büro der Staatsanwaltschaft im Evin-Gefängnis vorstellig wurden, um Informationen über die Gefangenen zu erhalten, erfuhren dort, dass die beiden keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand erhalten würden. Auch würden keine Informationen über sie weitergegeben, bis ihre Verhöre beendet sind.

Shima Babaees Festnahme ist Teil einer neuen Verfolgungskampagne gegen Frauen im Iran, die friedlich gegen den Schleierzwang im Land protestieren. Aufgrund ihrer Menschenrechtsarbeit wurde die Frauenrechtlerin schon vor der jetzigen Inhaftierung mehrere Male zum Verhör vorgeladen und mit Gefängnis bedroht.

Dariush Zand war bereits am 25. Dezember 2017 festgenommen und im Evin-Gefängnis inhaftiert worden, weil er im Dezember an Bürgerprotesten gegen die politische Unterdrückung teilgenommen hatte. Am 6. Januar 2018 wurde er wieder freigelassen. In dieser Zeit folterten die Revolutionsgarden Dariush Zand eigenen Angaben zufolge mehrere Male mit Tritten, Faustschlägen und Schlägen mit Kabeln und Schläuchen. Laut Angaben seiner Familie wies sein Körper Hämatome auf und er hatte eingeschlagene Zähne. Er leidet zudem an ständigen Kopfschmerzen und Schwindel und musste ärztlich behandelt werden.

Am 1. Februar wurden auch die drei jungen Menschenrechtsverteidiger Saeed Eghbali, Mahmoud Masoumi und Behnam Mousivand festgenommen. Sie werden ebenfalls ohne Kontakt zur Außenwelt im Evin-Gefängnis festgehalten. Es ist zu befürchten, dass auch sie gefoltert oder anderweitig misshandelt werden.

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Shima Babaee setzt sich für die Rechte von Frauen und Kindern im Iran ein

Menschenrechtsverteidiger im Iran dokumentieren Verletzungen der Grundrechte im Land und berichten darüber. Sie stehen in Kontakt mit internationalen Menschenrechtsorganisationen und Medien, um über die Lage im Iran aufzuklären und wirksame Hilfe zu erreichen. Besonders die junge Generation nutzt das Internet, um öffentlichkeitswirksam auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen.

Amnesty International fordert, dass die fünf genannten Menschenrechtsverteidiger umgehend und bedingungslos freigelassen werden, da sie gewaltlose politische Gefangene sind, die nur aufgrund ihrer friedlichen Menschenrechtsarbeit in Haft gehalten werden. Amnesty fordert außerdem das Ende der Strafverfolgung von Frauen, die sich mit friedlichen Mitteln gegen den Schleierzwang einsetzen, die Freilassung aller aus diesem Grund inhaftierten Frauen und die Abschaffung des Kopftuchzwangs.

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