Suchen
11.02.2012 - Paris - Solidaritätsveranstaltung: Demokratie für den Iran - Schutz für Ashraf, Wortbeitrag von Nontombi Tutu, Menschenrechtlerin und Tochter des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu (Auszüge):
„Ich bin hier, weil ich in meinem Leben die Erfahrung gemacht habe, dass die Menschenrechte unteilbar sind. Wenn unsere Schwestern und Brüder unterdrückt werden, dürfen wir nicht schweigen, denn so öffnen wir nur unserer eigenen Unterdrückung Tür und Tor. Ich habe die Unterstützung der Weltgemeinschaft miterlebt, als unser Volk unterdrückt wurde. Deshalb ist es überaus wichtig für mich, hier und heute an der Seite der Bevölkerung im Iran und besonders der Menschen in Ashraf zu stehen.
Wir wissen, dass die Umsiedlung nach Camp Liberty für die Menschen in Ashraf keinen Nutzen hat. Schon der Name des Lagers ‚Liberty’ - Freiheit - ist in der Tat eine Beleidigung für die Gemeinschaft in Ashraf, die in der Wüste eine kleine Stadt gebaut hat und nun in ein Internierungslager gebracht werden soll. Ich weiß, wie Worte missbraucht werden. Während des Apartheid-Regimes in Südafrika wurden schwarze Wohnbezirke in Kapstadt zerstört, und die damalige Regierung nannte die neuen Bezirke, wohin die Bewohner zwangsweise vertrieben wurden ‚neues Heim’. Es war jedoch kein Heim sondern ein Ort, wo alle Bewohner unter ständiger Kontrolle des Militärs standen. …
11.02.2012 - Paris - Solidaritätsveranstaltung: Demokratie für den Iran – Schutz für Ashraf
Wir fragen die Vertreter der Vereinten Nationen, die sagen, das Lager ist bewohnbar und angemessen für die Menschen aus Ashraf: Würden Sie Ihre Töchter und Söhne in dieses Lager bringen? Wären Sie selbst bereit, in dem Lager zu leben? Unter den Bedingungen dort wäre ich nicht dazu bereit. Wir fragen die UNO-Vertreter: Wenn Sie nicht bereit sind, dort zu leben, warum verlangen Sie es dann von den Bewohnern von Ashraf?
Ich bin hier als Bürgerin zweier Länder, die beide eine wichtige Rolle zu spielen haben, was die Vorgänge im Iran und in Ashraf angeht. Ich bin eine Bürgerin Südafrikas, und eine Frau aus meinem Land - Navi Pillay - ist die Hohe Menschenrechtskommissarin der UNO. Deshalb appelliere ich an sie, als eine Frau, die die Erfahrung der Unterdrückung mit mir teilt, deutlich zu machen, dass die UNO nicht nachgibt und darauf bestehen wird, das Verfahren zur Anerkennung der Flüchtlinge in Ashraf als Asylberechtigte umzusetzen, damit sie dann in anderen Ländern aufgenommen werden können.

Ich bin hier auch als Bürgerin der USA, des Landes also, das sich gegenüber allen Bewohnern von Ashraf verpflichtet hat, dass sie von den Vereinigten Staaten geschützt werden. Und so fordere ich meine Regierung auf, ihre Zusage nicht zu brechen. Dies wäre eine Schande für uns als Amerikaner, und es wäre eine Katastrophe für die Menschen in Ashraf.
Wir dürfen nicht untätig auf das nächste Massaker warten. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Menschen aus Ashraf in ein Gefangenenlager namens Liberty eingesperrt werden. Wir dürfen die Zwangsvertreibung der Menschen aus Ashraf nicht zulassen, denn dies wäre ein Bruch des Völkerrechts und aller moralischen Prinzipien. Wir stehen an der Seite der tapferen iranischen Oppositionellen in Ashraf und werden nicht ruhen, bis sie frei, geschützt und sicher sind. Denn alle unsere Rechte sind unteilbar. Die Menschenrechte der Bewohner von Ashraf sind unsere Menschenrechte.“