Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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Weltfrauentag 2016

Großveranstaltung in Paris: Frauensolidarität gegen Extremismus, Terror und Gewalt

Gemeinsam für Menschenrechte, Gleichberechtigung und Demokratie!

Solidarität mit den Frauen im Iran!

Aufruf zum Schutz der iranischen Asylsuchenden in Camp Liberty (Irak)

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Anlässlich des Weltfrauentages fand am 27. Februar 2016 in Paris eine internationale Großveranstaltung statt, an der Frauen- und Menschenrechtlerinnen, darunter zahlreiche namhafte Persönlichkeiten, aus 26 Ländern mitwirkten. Die Besucher hörten Wortbeiträge von angesehenen Frauenrechtlerinnen, darunter zwei langjährigen UNO-Expertinnen. Vertreterinnen von Frauenrechtsbewegungen aus mehreren europäischen und arabischen Ländern nahmen an der Kundgebung teil. Die Vortragsveranstaltung setzte ein überzeugendes Zeichen für Menschenrechte, Toleranz und Gleichberechtigung und gegen Islamismus und Frauenfeindlichkeit.

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Unter den Mitwirkenden waren:

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Menschenrechtsverletzungen und Gewalt gegen Frauen im Iran stoppen!

Die Veranstaltung informierte u. a. über die Menschenrechtslage der Frauen unter der Diktatur im Iran. Die Frauen im Iran sind Opfer der Menschenrechtsverletzungen, die das dortige Regime gegen die ganze Bevölkerung ausübt. Darüber hinaus sind sie durch die islamistischen Gesetze Opfer einer systematischen Diskriminierung in allen Lebensbereichen, die zu täglicher Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen führt.

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Nein zur Todesstrafe! Menschenrechtler erinnerten an die Iranerin Reyhaneh Jabbari, die in Teheran hingerichtet wurde. Hinrichtungen von Frauen nehmen im Iran immer mehr zu. Seit dem Amtsantritt des Regime-Präsidenten Rohani wurden dort über 60 Frauen hingerichtet. Zahllose Frauen sitzen in den Todestrakten der iranischen Gefängnisse ein.

Im Iran sind Frauen weiterhin systematischen Ungleichheiten und Diskriminierungen ausgesetzt, sowohl nach dem Gesetz als auch in der Praxis. Die islamistischen Gesetze führen zu sexueller Gewalt und anderen gewaltsamen Übergriffen wie Früh- und Zwangsverheiratungen. Im Iran, wo Mädchen bereits mit 13 Jahren verheiratet werden können, ist die Frühehe an der Tagesordnung. Mit gerichtlicher Erlaubnis können sogar Mädchen im Alter von 9 Jahren verheiratet werden. Aufgrund des Schleierzwangs stehen Frauen immer im Visier von Polizei und paramilitärischen Kräften und sind Schikanen, Gewalt und Inhaftierungen ausgesetzt.

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Protest gegen Säureattacken gegen Frauen: Im Iran führen Hetzkampagnen von Funktionären des Regimes gegen Frauen, die die fundamentalistischen Kleidungsvorschriften nicht einhalten, immer wieder zu Säureattacken gegen Frauen. In den staatlichen Medien werden diese Vorfälle verschwiegen oder verharmlost und religiöse Fanatiker erklären, die Opfer selbst seien an den Attacken Schuld.

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Mehrere exiliranische Frauen- und Jugendgruppen waren auf der Veranstaltung in Paris vertreten. Sie und andere Mitwirkende aus der iranischen Demokratiebewegung forderten das Ende der Gewaltherrschaft und die Schaffung von Demokratie in ihrer Heimat. Innerhalb des herrschenden Regimes im Iran gäbe es keine Gemäßigten. Das gesamte Regime sei für schwerste Menschenrechtsverletzungen, Hinrichtungen und Folter verantwortlich. Der Westen dürfe angesichts des Atomabkommens die Menschenrechtsverletzungen und Massenhinrichtungen im Iran nicht weiter ignorieren.

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Solidarität mit den Frauen im Iran, die sich für die Freilassung ihrer inhaftierten Angehörigen und aller politischen Gefangenen einsetzen.

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Internationale Solidarität gegen islamistische Frauenfeindlichkeit

In vielen Vorträgen ging es um die Gefahren, die der islamische Fundamentalismus für die Menschenrechte, die Gleichstellung der Frauen und die globale Sicherheit darstellt. Frauenrechtlerinnen riefen die Weltgemeinschaft dazu auf, die Menschenrechtsverletzungen islamistischer Regimes und Terrorgruppen nicht zu dulden. Sie forderten ein entschlossenes Vorgehen gegen die von den Islamisten praktizierte Frauenfeindlichkeit. Es wurde zu Solidarität mit den Frauen aufgerufen, die sich im Iran und in der arabischen Welt für Demokratie und Frauenrechte und gegen den Islamismus einsetzen.

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Einsatz für Gleichstellung und gegen islamischen Fundamentalismus: Zahlreiche Exiliranerinnen und -Iraner aus verschiedenen europäischen Ländern waren zu der Veranstaltung in Paris zusammengekommen.

Mitwirkende der Veranstaltung wiesen darauf hin, dass das Teheraner Regime das Epizentrum für Islamismus in der heutigen Welt und damit die Hauptbedrohung für die globale Sicherheit und den Frieden sei. Die fundamentalistische Diktatur im Iran sei die Wurzel für die Entstehung immer neuer islamistischer Terrorgruppen.

Es wurde dazu aufgerufen, die Bewegungen, die sich für Menschenrechte, Demokratie und einen toleranten Islam einsetzen, weltweit zu stärken, vor allem dadurch, dass Frauen in diesen Bewegungen Verantwortung und Führungspositionen übernehmen. Die Frauen der Welt sollten sich gemeinsam gegen den Terror und die Barbarei der islamistischen Extremisten stellen.

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Rita Süssmuth rief in Paris zu Unterstützung für die iranischen Asylsuchenden in Camp Liberty im Irak auf. Die Menschen dort, die bereits schlimmste Gewalt erlitten hätten, müssten internationalen Schutz erhalten.

Asylsuchende im Lager Camp Liberty im Irak schützen!

In der Pariser Veranstaltung wurde auch zu Solidarität mit den Frauen im Lager Camp Liberty im Irak aufgerufen. In diesem Internierungslager nahe Bagdad werden ca. 2000 iranische Asylsuchende festgehalten, darunter Hunderte Frauen. Das Teheraner Regime und seine irakischen Milizen führen einen Vernichtungsfeldzug gegen die iranischen Oppositionellen in dem Lager, die sich entschieden gegen den islamischen Extremismus stellen.

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Die angesehene französische Anthropologin, Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Françoise Héritier erklärte sich in einer Videobotschaft solidarisch mit den Frauen, die im Iran Widerstand gegen die Diktatur leisten, und mit den Frauen in Camp Liberty, die ihren Einsatz für Freiheit und Menschenrechte trotz Terror und Repressalien nicht aufgeben.

Durch militärische Gewalt und Terroranschläge starben im Irak bereits über 140 iranische Flüchtlinge, Hunderte weitere wurden verletzt. Unter den Opfern waren zahlreiche Frauen. Der jüngste Terroranschlag am 29. Oktober 2015 forderte über 20 Todesopfer und Dutzende Verletzte in Camp Liberty. Das Lager wurde mit  über 80 Raketen beschossen. Angesichts der zunehmenden Macht extremistischer Milizen im Irak sind die politischen Flüchtlinge in Camp Liberty in akuter Terrorgefahr.

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Die renommierte Rechtsanwältin Kirsty Brimelow ist Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses der Rechtsanwälte-Vereinigung von England und Wales (Bar Human Rights Committee of England and Wales BHRC). Sie engagiert sich in der internationalen Kampagne für den Schutz der Menschen in Camp Liberty. In Paris rief sie die UNO auf, Camp Liberty als Flüchtlingslager unter der Aufsicht des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge anzuerkennen, da die Menschen dort nur so wirksam geschützt werden könnten.

In Paris berichteten Vertreterinnen der internationalen humanitären Kampagne, die sich für die Evakuierung aller Flüchtlinge aus Camp Liberty einsetzt, über die Notlage der Menschen dort. Sie appellierten an die Europäische Union, die Asylsuchenden aus Camp Liberty schnellstens aufzunehmen und ihnen internationalen Schutz zu gewähren. An der Kampagne wirken Menschenrechtsorganisationen, Parlamentarier, Kirchenvertreter, Rechtsanwälte und Ärzte mit.

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Die Veranstaltung in Paris endete mit einem Solidaritätskonzert für die Frauen, die sich weltweit für Gleichberechtigung einsetzen. Daran wirkte auch die im Exil lebende iranische Frauenrechtlerin, Schriftstellerin und Folkloresängerin Gissoo Shakeri mit.

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Zu den in Paris auftretenden Künstlerinnen gehörte auch die bekannte iranische Sängerin Marjan. Die Regimegegnerin, die im Iran verfolgt und inhaftiert wurde, lebt heute im Exil und will mit ihren Liedern besonders den unterdrückten Frauen im Iran eine Stimme geben.

Zahlreiche Internetmedien berichteten live über die Veranstaltung. Das iranische Exilfernsehen, das per Internet weltweit empfangen werden kann, brachte neben der Live-Übertragung auch zahlreiche Sondersendungen über die Veranstaltung und die dort gehaltenen Vorträge.

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