Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
0323-Aktuelles-500
17. September 2023

Solidaritätskundgebung in Brüssel: Für Freiheit und Menschenrechte im Iran

Anlässlich des Jahrestages der iranischen Freiheitsproteste haben Menschenrechtsaktivisten und Exiliraner aus ganz Europa in Brüssel zu wirksamer Solidarität der Weltgemeinschaft aufgerufen: Menschenrechtsbewegung im Iran stärken! Unterdrückung stoppen!

0923-BR-400-1

Brüssel - 15.09.2023: Anlässlich des Todestages von Mahsa Amini, die im September 2022 von der Sittenpolizei des Regimes ermordet wurde, gedachten Demonstranten der Opfer der Regime-Gewalt im Iran.

Vor einem Jahr begann im Iran die bisher größte Volkserhebung gegen die Diktatur. Die Ermordung der 22-jährigen Mahsa Amini hat im ganzen Iran Demonstrationen gegen die Gewaltherrschaft ausgelöst. Die massiven Proteste haben die Macht des Regimes von Grund auf erschüttert.

Mit beeindruckender Zivilcourage setzen die Menschen im Iran die Volkserhebung für Freiheit und Demokratie mit landesweiten Protestkundgebungen und Streiks fort. Obwohl das Regime die Freiheitsbewegung mit grausamer Gewalt unterdrückt, stellt sich die Bevölkerung beharrlich und entschlossen gegen die islamistische Diktatur. Täglich gibt es im Iran Kundgebungen und Streiks, wo Bürgerinnen und Bürger aus allen gesellschaftlichen Schichten mutig für ihre Rechte eintreten.

0923-BR-400-4

Die Protestbewegung im Iran wird vor allem von Frauen getragen. Der Mut der Iranerinnen, die unerschütterlich für Freiheit und Demokratie eintreten, wird auf der ganzen Welt bewundert.

Gewalt gegen Frauen stoppen!

In den letzten Jahrzehnten haben tausende Iranerinnen ihren Einsatz für Demokratie und Frauenrechte mit dem Leben bezahlt. In keinem anderen Land wurden so viele Frauen inhaftiert, gefoltert und hingerichtet wie im Iran. Die Machthaber gehen mit äußerster Brutalität gegen die Frauen vor, die sich gegen die Diktatur stellen. Das Regime demonstriert seine extreme Frauenfeindlichkeit, indem es Aktivistinnen der Protestbewegung grausam verfolgt und bestraft.

0923-BR-400-3

Demonstranten im Brüssel: Die Frauen, die im Iran unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit und Gleichberechtigung kämpfen, brauchen internationale Unterstützung und Schutz.

Bei den Massenprotesten im Herbst 2022 wurden viele Demonstrantinnen von Regimetruppen zu Tode geprügelt, erschossen oder schwer verletzt. Zahllose Frauen und Mädchen wurden in die Gefängnisse verschleppt und mit grausamer Folter gequält. Die Unterdrückung dauert an: Täglich werden Aktivistinnen verhaftet und in Schauprozessen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Mit Giftanschlägen auf Mädchenschulen greift das Regime Schülerinnen an, die besonders aktiv für Freiheit protestieren.

0923-BR-400-2

Die Kundgebung in Brüssel erinnerte an die Demonstranten, die im Iran allein wegen ihrer Teilnahme an den Protesten gegen die Diktatur hingerichtet wurden. Die EU wurde aufgerufen, wirksam gegen die Hinrichtungen im Iran vorzugehen.

Nein zur Todesstrafe!

Im Iran drohen weitere Hinrichtungen von Demonstranten. Die Regime-Justiz, die als Unterdrückungsinstrument agiert, hat in den letzen Monaten gegen mehrere angeklagte Demonstranten die Todesstrafe verhängt. Sie wurden ohne Rechtsbeistand vor Gericht gestellt und als „Staatsfeinde“ und „Unruhestifter“ zum Tode verurteilt. Die Prozesse dauerten teilweise weniger als zehn Minuten. Vorher waren die Gefangenen brutal gefoltert worden, um sie zu zwingen, sich vor Gericht mit falschen Geständnissen selbst zu belasten.

Unterdrückung stoppen!

Das Regime hat im Herbst 2022 seine gesamten Unterdrückungstruppen mobilisiert, um die Proteste mit massivster Gewalt niederzuschlagen. Gardisten schossen mit scharfer Munition aus nächster Nähe wahllos auf Männer, Frauen und Kinder, die friedlich demonstrierten oder auch nur in der Nähe von Protestversammlungen standen. Menschenrechtsberichte sprechen von über 700 getöteten Demonstranten seit Mitte September 2022. Zahllose Protestierende haben schwere Verletzungen erlitten.

0923-BR-400-10

Tausende Menschen wurden wegen ihrer Mitwirkung an den Protesten in die Gefängnisse verschleppt und brutaler Folter ausgesetzt. Der iranische Justiz-Apparat führt Schauprozesse gegen Demonstranten durch. Zahlreiche Frauen und Männer wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

0923-BR-400-5

In Brüssel haben die Demonstranten die UNO und die EU aufgerufen, wirksam zu handeln, damit die gewaltsame Unterdrückung im Iran ein Ende hat.

Sie forderten u.a.:

  • Die Regime-Gewalt, die Massenverhaftungen, die Folter und die Hinrichtungen müssen gestoppt werden.
  • Die Freilassung aller verhafteten Demonstranten und politischen Gefangenen muss erreicht werden.
  • Durch massiven internationalen Druck auf die Machthaber im Iran muss das Ende der Repression erreicht werden.
  • Die Revolutionsgarde, die das wichtigste Unterdrückungsorgan der Teheraner Diktatur ist, muss von der EU als Terrororganisation eingestuft werden. Alle Länder müssen ihre wirtschaftlichen und sonstigen Beziehungen zur Revolutionsgarde abbrechen.
  • Die Verantwortlichen für die blutige Unterdrückung im Iran müssen international strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.
  • Die demokratischen Länder müssen die Menschenrechte in den Mittelpunkt ihrer Iran-Politik stellen.

0923-BR-400-7

In Brüssel wurde mit Portraitbildern an die politischen Gefangenen erinnert, die vom iranischen Regime hingerichtet wurden.

mehr Informationen



13. April 2024

Internationale Gemeinschaft muss entschlossen vorgehen, um die erschreckende Zunahme der Hinrichtungen im Iran zu stoppen

Amnesty International: "Die iranischen Gefängnisse sind 2023 Schauplätze von Massentötungen geworden. 853 Menschen wurden allein im Jahr 2023 hingerichtet. 2024 wurden bereits 95 Hinrichtungen vollstreckt. Die massenhaften Hinrichtungen im Iran müssen spürbare diplomatische Konsequenzen haben - ansonsten werden sich die iranischen Behörden ermutigt fühlen, in den kommenden Jahren weitere Tausende von Menschen ungestraft hinzurichten."

10. April 2024

Menschenrechtler: Die Verfolgung der religiösen Minderheit der Bahá'í im Iran ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Human Rights Watch: "Es ist von entscheidender Bedeutung, den internationalen Druck auf den Iran zu erhöhen, um diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein Ende zu setzen."

06. April 2024

Wichtiger Erfolg: UNO-Menschenrechtsrat beschließt weitere Ermittlungen zu den Menschenrechtsverletzungen im Iran

Der UNO-Menschenrechtsrat hat die Mandate der Internationalen Untersuchungskommission und des UN-Sonderberichterstatters für die Menschenrechtslage im Iran um ein weiteres Jahr verlängert. Damit wurden weitere Ermittlungen beschlossen, um gerichtsfeste Beweise für Menschenrechtsverletzungen und Völkerrechtsverstöße des Regimes im Iran zusammenzutragen und die internationale strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen vorzubereiten.


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken