Menschenrechtsverein


Sprungmarken

Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Aktuelles-500
10. Oktober 2018

Welttag gegen die Todesstrafe 2018: Schluss mit den Hinrichtungen im Iran!

Die Todesstrafe ist eine grausame und unmenschliche Strafe, die gegen das Grundrecht des Menschen auf Leben und Würde verstößt. Wir setzen uns für den sofortigen Hinrichtungsstopp und die Abschaffung der Todesstrafe im Iran ein.

Nein-zur-Todesstrafe-100

Anlässlich des Welttages gegen die Todesstrafe, der alljährlich am 10. Oktober begangen wird, weisen wir darauf hin, dass das islamistische Regime im Iran seine grausame Hinrichtungspraxis fortsetzt und sich dem weltweiten Trend zur Abschaffung der Todesstrafe massiv entgegenstellt. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl gibt es in keinem Land mehr Exekutionen als im Iran. Tausenden Gefangenen im Iran droht die Hinrichtung, darunter auch politischen Gefangenen und Angehörigen von Minderheiten.

300618-Paris-400-1

Nein zur Todesstrafe: Menschenrechtler und Exiliraner gedenken der Opfer der Massenhinrichtungen im Iran (Paris, im Juni 2018)

Die Todesstrafe ist eine grausame und unmenschliche Strafe, die gegen das Grundrecht des Menschen auf Leben und Würde verstößt. Wir setzen uns für den sofortigen Hinrichtungsstopp und die Abschaffung der Todesstrafe im Iran ein. Wir appellieren an die deutsche Bundesregierung, die Europäische Union und den Europarat, die mehrfach ihre entschiedene Ablehnung der Todesstrafe in allen Fällen und unter allen Umständen bekräftigt haben, sich wirksam und nachdrücklich dafür einzusetzen, dass die Hinrichtungen im Iran ein Ende haben.

Politische Gefangene unter den Hinrichtungsopfern

Hinrichtung-400

Zu den politischen Gefangenen, die 2018 im Iran hingerichtet wurden, gehören Ramin Hossein Panahi und die Cousins Loghman und Zanyar Moradi (Bild), die der kurdischen Minderheit im Iran angehörten. Sie wurden am 8. September 2018 im Rajai-Shahr-Gefängnis der Stadt Karaj unweit von Teheran hingerichtet. Die Hinrichtung der drei Gefangenen wurde im Iran und international als willkürliche Tötung durch das iranische Regime und politischer Mord verurteilt. Amnesty International: „Die Verantwortlichen im Iran haben mit diesen Hinrichtungen erneut ihre schamlose Missachtung des Rechts auf Leben demonstriert.“

mehr Informationen

salas-400

Am 18. Juni 2018 wurde der 51-jährige Familienvater Mohammad Salas (Bild), der einer im Iran verfolgten religiösen Minderheit angehörte, im Rajai-Shahr-Gefängnis hingerichtet. Um ein Exempel zu statuieren, wurde Mohammad Salas durch Folter zu einem falschen Geständnis gezwungen, von einem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt und schließlich exekutiert. Die Hinrichtung wurde international verurteilt, darunter von Bärbel Kofler, der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, und von der Europäischen Union. Zeinab Taheri, die Anwältin von Mohammad Salas, die der Regime-Justiz vorwarf, Beweise für die Unschuld ihres Mandanten ignoriert zu haben, wurde einen Tag nach der Hinrichtung verhaftet.

mehr Informationen

Hinrichtungen von Minderjährigen stoppen!

Im Iran werden auch Menschen hingerichtet, die zum Zeitpunkt der ihnen vorgeworfenen Tat noch minderjährig waren. Die islamistischen Gesetze des Teheraner Regimes erlauben, dass selbst neunjährige Mädchen und 15-jährige Jungen zum Tode verurteilt werden. Dies ist ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht, das die Hinrichtung zum Tatzeitpunkt Minderjähriger verbietet, und zeigt, dass das Regime die international gültigen Rechte von Kindern missachtet und verletzt.

Hingerichtete-400

Zu den im Jahre 2018 hingerichteten jungen Gefangenen, die zur Zeit der ihnen zur Last gelegten Tat zwischen 14 und 17 Jahre alt waren, gehören Mahboubeh Mofidi, Ali Kazemi, Abolfazi Sharahi und Zeinab Sekaanvand (im Bild von l.n.r.).

mehr Informationen

Hinrichtungen als Mittel des Regimeterrors gegen die Bevölkerung

Die Unrechtsjustiz im Iran, die als Unterdrückungsinstrument des Regimes agiert, fällt täglich neue Todesurteile. Die Gerichtsprozesse entsprechen nie den internationalen rechtlichen Standards. Im Iran werden Menschen für Handlungen hingerichtet, die nach internationalem Recht überhaupt keine Straftat darstellen und auf gar keinen Fall die Todesstrafe nach sich ziehen dürfen. Oft basieren Todesurteile auf „Geständnissen“, die durch Folter erpresst werden. Nach Aussagen von UN-Experten kommt die Hinrichtungspraxis des Teheraner Regimes willkürlichen und damit gesetzwidrigen Tötungen gleich. Immer wieder finden Exekutionen auf öffentlichen Plätzen statt, ein Mittel des Regimeterrors gegen die Bevölkerung.

Todesstrafen-Gegner und Menschenrechtsverteidiger im Iran verfolgt und bestraft

Sotoudeh-400

Die namhafte iranische Menschenrechtsanwältin und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotoudeh (Bild) ist seit dem 13. Juni 2018 im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Ihr droht eine langjährige Haftstrafe. Das Teheraner Regime verfolgt sie u.a. wegen ihrer Mitarbeit in einer iranischen Vereinigung für die Abschaffung der Todesstrafe. Sie hat sich in den letzten Jahren besonders für die Rettung von zum Tode verurteilten Jugendlichen eingesetzt.

Wer sich im Iran für den Stopp der Hinrichtungen und die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt, wird verfolgt und zu langen Haftstrafen verurteilt. Todesstrafen-Gegner und Menschenrechtsverteidiger werden vom Regime oft wegen angeblicher „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ oder „Widersetzung gegen den Islam“ kriminalisiert. Trotzdem engagieren sich auch im Iran immer mehr Menschen in der wachsenden Bewegung gegen die Todesstrafe.

mehr Informationen zur Todesstrafe im Iran



14. Dezember 2018

Über 100 Christen im Iran verhaftet - Christenverfolgung stoppen!

Das islamistische Regime im Iran verschärft die Verfolgungskampagne, von der besonders Christen muslimischer Herkunft betroffen sind. Menschenrechtler appellieren an die Weltgemeinschaft, sich für die verfolgten Christen im Iran einzusetzen.

10. Dezember 2018

Internationaler Tag der Menschenrechte: Menschenrechtsverteidiger im Iran brauchen Schutz

Die Menschen, die im Iran verfolgt werden, weil sie sich gegen die Unterdrückung stellen und Menschenrechte verteidigen, brauchen den Schutz und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.

08. Dezember 2018

Bildungsinternationale ruft zum Einsatz für verhaftete Lehrer im Iran auf

Der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale macht darauf aufmerksam, dass Lehrkräfte im Iran nach friedlichen Protesten und Streiks zunehmend Opfer von Repressalien und Verfolgungsmaßnahmen werden.


Weitere Meldungen ..

Sprungmarken