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23. Januar 2019

Weltverfolgungsindex 2019: Das Teheraner Regime gehört zu den schlimmsten Christenverfolgern der Welt

Christliches Hilfswerk Open Doors: "Die iranische Regierung übt in großem Umfang Druck auf Christen aus. Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben, tragen die Hauptlast der Verfolgung. Alle christlichen Gruppen werden durch die Geheimdienste streng überwacht, selbst die offiziell anerkannten traditionellen armenischen und assyrischen Kirchen."

Weltverfolgungsindex-2019

Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors hat am 16. Januar den Weltverfolgungsindex 2019 veröffentlicht. Er stellt die Rangfolge der 50 Länder dar, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt werden. Für den Index werden die Lebensumstände von Christen in Zusammenarbeit mit Menschenrechtsexperten, Wissenschaftlern und Betroffenen beurteilt. Der Iran wird in dem Index 2019 an 9. Stelle notiert. Das Teheraner Regime gehört damit weiter zu den 10 schlimmsten Christenverfolgern der Welt.

Im Bericht von Open Doors zur Verfolgung der Christen im Iran heißt es u.a.:

Die iranische Regierung übt in großem Umfang Druck auf Christen aus. Auch wenn dieser Druck in allen Lebensbereichen äußerst hoch ist, die höchste Stufe erreicht der Druck im „Kirchlichen Leben“ und im „Leben im Staat“. Darin spiegelt sich, dass Druck hauptsächlich von der Regierung ausgeht. Das gesamte kirchliche Leben ist stark eingeschränkt, auch das der offiziell anerkannten armenischen und assyrischen Kirchen, die das Evangelium nicht weitersagen und in ihren Gottesdiensten kein Farsi sprechen dürfen. (…)

Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben, tragen die Hauptlast der Verfolgung – insbesondere durch die Regierung und in einem geringeren Ausmaß durch ihre Familien und die Gesellschaft. In diesen Christen muslimischer Herkunft sieht die Regierung einen Versuch westlicher Länder, den Islam und die islamische Regierung des Iran zu untergraben. Leiter von Gruppen solcher christlichen Konvertiten wurden verhaftet, vor Gericht gestellt und wegen „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ zu langen Haftstrafen verurteilt. Die traditionellen armenischen und assyrischen Kirchen sind zwar durch den Staat anerkannt und geschützt, ihre Mitglieder werden aber als Bürger zweiter Klasse behandelt. Ihnen ist der Kontakt mit (Farsi-sprachigen) Christen muslimischer Herkunft verboten, ihre Gottesdienste dürfen diese Konvertiten nicht besuchen. (…)

Regierungsbeamte sind für die vielen Verhaftungen und Verurteilungen von Christen, insbesondere Christen mit muslimischem Hintergrund, verantwortlich. Alle christlichen Gruppen werden durch die Geheimdienste streng überwacht, selbst die offiziell anerkannten traditionellen armenischen und assyrischen Kirchen. Durch diese enge Überwachung und die Verhaftungen derer, die das Evangelium weitergeben, übt die Regierung Druck aus, um sicherzustellen, dass Christen nicht unter Muslimen missionieren. (…)

Alle Christen sind von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, mit Ausnahme von drei Sitzen im Parlament, die für Christen der aramäischen und assyrischen ethnischen Minderheit reserviert sind. Es gibt keine Meinungsfreiheit im Iran, und Kritik an der Regierung kann schwerwiegende Folgen haben. Von der Regierung multimedial verbreitete Hetze und Hassreden gegen iranische Christen, vor allem gegen Protestanten, und christenfeindliche Rhetorik von Imamen waren während des Berichtszeitraums zum WVI 2019 weiterhin auf einem hohen Niveau. (…)

Im Fokus der Regierung stehen Christen, die auch auf Konvertiten zugehen; selbst etablierte Kirchen sind nicht vor Schikane gefeit, wenn sie sich um Muslime kümmern: Ihre Mitglieder werden von der Polizei verhört, verhaftet, ins Gefängnis geworfen und geschlagen. Viele, wenn nicht alle, öffentliche Gottesdienste werden geheimdienstlich überwacht. Die Regierung hat ihre Anstrengungen weiter verstärkt, Farsi-sprachige Christen aus dem Land zu vertreiben. In den letzten Jahren wurden viele Kirchen geschlossen, enteignet oder dazu gezwungen, Gottesdienste in Farsi aufzugeben. Auch wurden die Kirchenleiter oft verhaftet. Offiziell gibt es nur noch drei kleine Farsi-sprachige Kirchen im Land. Sie werden genauestens beobachtet, dürfen keine neuen Mitglieder mit muslimischem Hintergrund aufnehmen, und die verbleibenden Gemeinden überaltern. Die strenge Überwachung von Hauskirchen löst bei deren Mitgliedern zunehmend Furcht aus. Evangelisation, biblischer Unterricht sowie die Veröffentlichung oder der Import von Bibeln auf Farsi sind illegal. (…)

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