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05. März 2019

Iran: Verhaftungswelle gegen Christen dauert an

Aus der nordiranischen Provinzhauptstadt Rasht werden erneut Verhaftungen von ehemaligen Muslimen gemeldet, die den christlichen Glauben angenommen haben. Ihnen drohen harte Strafen. Laut dem Weltverfolgungsindex 2019 gehört das Teheraner Regime zu den 10 schlimmsten Christenverfolgern der Welt.

Berichten von Menschenrechtsgruppen zufolge wurden in der nordiranischen Provinzhauptstadt Rasht erneut Mitglieder von christlichen Hausgemeinden allein wegen ihres Glaubens festgenommen. Bei den Verhafteten handelt es sich um ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben.

Muslimen, die zum Christentum übertreten, drohen nach den islamistischen Gesetzen im Iran harte Strafen bis zur Todesstrafe. Christen mit muslimischer Vergangenheit dürfen im Iran keine Kirchengemeinden gründen. Daher versammeln sie sich in Privatwohnungen zu Gottesdiensten. Immer wieder werden sie jedoch Opfer von Razzien des Geheimdienstes. Die Mitglieder der Hausgemeinden werden festgenommen und mit der pauschalen Beschuldigung „Gefährdung der Staatssicherheit“ zu langen Haftstrafen verurteilt.

Am 23. Februar wurden in der Stadt Rasht die Christen Babak Hosseinzadeh, Mehdi Khatibi und Behnam Akhlaghi verhaftet. Sie werden im Gefängnis der Revolutionsgarde in Rasht festgehalten.

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Am 15. Februar waren die Christen Kamal Naamanian, Mohammed Vafada and Shahrooz Eslamdoost (im Bild v.l.n.r.) beim Gottesdienst einer Hausgemeinde festgenommen worden. Auch sie werden im Gefängnis der Revolutionsgarde in Rasht festgehalten.

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Dort befindet sich auch der Pastor Matias Haknejad (links im Bild), der am 10. Februar verhaftet wurde, nachdem Regimegardisten den Gottesdienst einer Hausgemeinde gestürmt hatten. Bereits am 30. Januar waren zwei Mitglieder derselben Gemeinde festgenommen worden. Dabei handelt es sich um Kalil Dehkanpour and Hossein Kadivar. Die beiden Christen werden im Lakan-Gefängnis von Rasht festgehalten.

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Die neun festgenommenen Christen gehören zur Gemeinde von Pastor Youcef Nadarkhani. Pastor Youcef (links im Bild) und die drei Gemeindemitglieder Mohammadreza Omidi, Yasser Mossayebzadeh und Saheb Fadaie sind seit Juli 2018 im Evin-Gefängnis in Teheran in Haft.

Die vier ehemaligen Muslime wurden im Juli 2017 zu jeweils zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Der Grund für die Verurteilung war ihr Übertritt zum Christentum und ihre aktive Mitarbeit in Hausgemeinden. Nadarkhani und Omidi wurden außerdem mit zwei Jahren Verbannung nach der Haft bestraft. Die Verbannungsorte liegen im äußersten Süden des Iran, ca. 2000 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt.

Die Gefangenen werden immer wieder unter Druck gesetzt, damit sie sich von ihrem Glauben abwenden. Sie bestehen jedoch auf ihrem Recht auf Glaubensfreiheit und halten an ihrer religiösen Überzeugung fest.

Pastor Nadarkhani wurde weltweit bekannt, als ein Revolutionsgericht ihn im Jahre 2010 wegen „Abfall vom Islam“ zum Tode verurteilte. Das hatte eine internationale Protestwelle ausgelöst. 2012 konnte Nadarkhani das Gefängnis verlassen, war aber zwischenzeitlich immer wieder inhaftiert und drangsaliert worden, weil er seine Gemeindearbeit nicht aufgab.

Laut dem Weltverfolgungsindex 2019 gehört das Teheraner Regime zu den 10 schlimmsten Christenverfolgern der Welt. Menschenrechtler appellieren an die Weltgemeinschaft, sich für die verfolgten Christen im Iran einzusetzen.

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